Die Anglikanische Kirche
Die Anglikanische Kirche (von lat.: anglicanus = englisch), mit offiziellem Namen Anglikanische Kirchengemeinschaft (englisch Anglican Communion) ist eine weltweite Kirchengemeinschaft, die in in ihrer Tradition evangelische und römisch-katholische Glaubenselemente vereinigt, wobei die römisch-katholische Tradition in der Liturgie etwas vorherrscht und die evangelische in der Theologie.
- Sprachgebrauch
- Verbreitung
- Organisation
3.1. Die Kirchen der Anglikanischen Gemeinschaft
3.2. Leitung der Kirchengemeinschaft
3.3. Aufbau einer anglikanischen Kirche(nprovinz)
3.4. Aufbau einer anglikanischen Diözese
3.5. Sukzessionsliste der anglikanschen Bischofe
- Lehre
- Gottesdienst und Praxis
5.1. Liturgie
5.2. Gebet
5.3. Orden
- Geschichte
- Ökumene
- Kontroversen
8.1. Frauenordination
8.1.1. Provinzen ohne Frauenordination
8.1.2. Provinzen mit Zulassung der Frauen zum Diakonat
8.1.3. Provinzen mit Zulassung der Frauen zu Diakonat und Priestertum
8.1.4. Provinzen mit Zulassung von Frauen zum Diakonen-, Priester- und Bischofsamt
8.2. Homosexualität
- Weblinks
- Unabhängige Kirchen anglikanischen Ursprungs
1. Sprachgebrauch
Der offizielle Name ist Anglican Communion. Die Church of England ist die Mutterkirche der anglikanische Kirche. Die einzelnen Kirchen der Anglikanischen Kirchengemeinschaft bezeichnen sich gewöhnlich als "Kirche von (XXX)" (z.B. Church of England) oder "Episkopalkirche von XXX" (z.B. Episcopal Church of Scotland), es sind aber auch andere Namen möglich.
2. Verbreitung
Die anglikanische Kirche ist, nach der römisch-katholischen und der orthodoxen Kirche, die drittgrößte christliche Kirche. Sie ist besonders in englischsprachigen Gebieten und in Gebieten des Commonwealth of Nations vertreten.
Weltweit gibt es etwa 75 Millionen anglikanische Christen, davon etwa 42 Millionen in Großbritannien und Nordirland.
3. Organisation
3.1. Die Kirchen der Anglikanischen Gemeinschaft
Die Anglikanische Kirchengemeinschaft besteht aus 38 selbständigen Landeskirchen, beziehungsweise Provinzen, die jeweils einem Primas unterstehen.
- Anglican Church in Aotearoa, New Zealand and Polynesia
- Anglican Church of Australia
- Anglican Church of Bermuda
- Anglican Church of Canada
- Anglican Church of Kenya
- Anglican Church of Korea
- Anglican Church of Papua New Guinea
- Chung Hua Sheng Kung Hui (China)
- Church in Wales
- Church of Bangladesh
- Church of Ceylon
- Church of England
- Church of Ireland
- Church of Nigeria
- Church of North India
- Church of Pakistan
- Church of South India
- Church of the Province of Burundi
- Church of the Province of Central Africa
- Church of the Province of Congo
- Church of the Province of Melanesia
- Church of the Province of Myanmar
- Church of the Province of Rwanda
- Church of the Province of South East Asia
- Church of the Province of Southern Africa
- Church of the Province of Tanzania
- Church of the Province of the Indian Ocean
- Church of the Province of the West Indies
- Church of the Province of Uganda
- Church of the Province of West Africa
- Episcopal Church in Jerusalem and the Middle East
- Episcopal Church in the USA
- Episcopal Church of Cuba
- Episcopal Church of the Sudan
- Hong Kong Sheng Kung Hui (Hong Kong)
- Iglesia Anglicana de la Region Central America
- Iglesia Anglicana del Cono Sud de las Americas
- Iglesia Anglicana de México
- Igreja Episcopal do Brasil
- Lusitanische Kirche von Portugal
- Nippon Sei Ko Kai (Japan)
- Philippine Episcopal Church
- Philippine Independent Church
- Scottish Episcopal Church
- Spanish Reformed Episcopal Church
In den USA hat die Episcopal Church USA zahlreiche Gemeinden, die sich in 10 Provinzen aufgliedern, unter der Jurisdiktion des Presiding Bischofs der Episkopalkirche. Die Unabhängigkeit der US Kirche von der englischen folgte auf dem US-amerikanischen Unabhängigkeitskrieg einerseits, weil der König nicht mehr als weltliche Oberhaupt der Kirche gelten sollte, und andererseits, weil es notwendig und erwünscht war, eigene Bischöfe zu haben, anstatt wie bisher unter der Aufsicht von Bischöfen in England zu bleiben. In den USA gehört die Episkopalkirche zu den ältesten Kirchen, ist heute aber viel kleiner (nur etwa 1 bis 2 Prozent der Bevölkerung) als etwa die Baptisten, Methodisten oder Katholiken.
1980 wurde durch eine Union der Diözese von Gibraltar und der Jurisdiction of North and Central Europe (FULHAM) die Diözese von Europa ("Diocese [of Gibraltar] in Europe") gegründet, die seither für die Gemeinden in Europa außerhalb Großbritanniens und Irlands zuständig ist. In Deutschland gibt es 33 anglikanische Gemeinden, davon 22 Standortpfarreien. Für Skandinavien und Deutschland zuständig ist der "Venerable" David Ratcliff mit Wohnsitz in Stockholm. Die anglikanische Kirche in der Schweiz gehört ebenfalls zur Diözese von Europa. Sie hat acht Standortpfarreien in größeren Städten und einige weitere Gemeinden, die von dort betreut werden.
Seit 1999 existiert eine Arbeitsgemeinschaft der Anglikanisch-Episkopalischen Kirchen in Deutschland (CAECG), die gemeinsam ihre Missionstätigkeit in Deutschland koordinieren. Anglikanische Gemeinden existieren beispielsweise in Berlin, Freiburg im Breisgau, Düsseldorf, Bonn/Köln, Hamburg, Stuttgart und Leipzig. Episkopal-Gemeinden existieren beispielsweise in Augsburg, Baden-Baden, Frankfurt am Main, Ingolstadt, Karlsruhe, Wiesbaden, München und Nürnberg. Die Verbreitung ist nahezu identisch mit der ehemaligen britischen beziehungsweise US-amerikanischen Besatzungszone in Deutschland.
3.2. Leitung der Kirchengemeinschaft
Rechtlich gesehen, ist das oberste Gremium die Lambeth Conference, eine Konferenz der Bischöfe aller Kirchen der Anglikanischen Kirchengemeinschaft.
Oberster geistlicher Leiter der Kirche ist der Primas der Church of England, also der Erzbischof von Canterbury (gegenwärtig Dr. Douglas Rowan Williams) als Primus inter Pares. Er besitzt kein Weisungsrecht gegenüber den übrigen Kirchen der Kirchengemeinschaft.
Er beruft die Treffen der Primaten der Anglikanischen Kirche ein und leitet sie. Diese Treffen haben ebenfalls kein Weisungsrecht gegenüber den einzelnen Kirchen. Gewöhnlich wird dabei ein gemeinsamer Pastoralbrief herausgegeben.
Der Anglikanische Beratende Versammlung trifft etwa alle drei Jahre zusammen und hat in erster Linie koordinierende Funktionen. Sie setzt sich aus Delegationen aller Anglikanischen Kirchen zusammen, wobei jede Kirche einen Bischof, einen Priester und einen Laien stellt.
3.3. Aufbau einer anglikanischen Kirche(nprovinz)
Eine anglikanische Kirche oder Kirchenprovinz hat an ihrer Spitze für gewöhnlich als höchste gesetzgebende Instanz die Provinzsynode, die sich aus den Bischöfen, Klerusvertretern und Laienvertretern zusammensetzt. Die Synode tagt stets zu bestimmten Zeiten, wird jedoch ständig durch das Provinzbüro aufrecht erhalten. In diesem Provinzbüro werden alle laufenden Angelegenheiten der Kirche bearbeitet. Angefangen von den Finanzen, bis hin zur Klerikerausbildung. An seiner Spitze steht ein/e Generalsekretär/in.
Jeder anglikanischen Kirche steht ein Primas vor. Dieser kann der Bischof eines bestimmten Sitzes sein, so wie für England in Canterbury, ist aber für gewöhnlich nicht daran gebunden. Der Erzbischof ist dann, wie in den meisten Kirchen der anglikanischen Gemeinschaft, einer der Bischöfe der Provinz, welcher auf der Provinzsynode gewählt wurde und den Titel Primas/Erzbischof von .... (Name der entsprechenden Landeskirche) trägt. In einigen Landeskirchen ist seine Amtszeit beschränkt (beispielsweise Tansania).
3.4. Aufbau einer anglikanischen Diözese
Jeder Diözese steht ein Bischof vor, welchem, ist die Diözese von entsprechender Größe, Suffraganbischöfe beigeordnet sind. Diese entsprechen den Katholischen Weihbischöfen, besitzen aber im Gegensatz zu diesen einen eigenen Bezirk innerhalb der Diözese, bleiben aber in jedem Fall dem Diözesanbischof untergeordnet.
3.5. Sukzessionsliste der anglikanschen Bischofe
Der Diözesanbischof besitzt eine Kathedrale, an welcher es den Kathedralklerus gibt. Diese unterstehen dem Dean (Dekan) oder Provost (Propst) und unterteilen sich in Residenzkanoniker, Honorarkanoniker (Praebendare) und Niedere Kanoniker.
Große Diözesen besitzen einen oder mehrere Regionalbischöfe. Sie entsprechen einem katholischen Weihbischof und sind zumeist gleichzeitig Archidiakon.
Der Diözesanklerus besteht aus Pfarrern, Hilfspfarrern und Vikaren. Mehrere Pfarrkirchen sind in Dekanaten zusammengefaßt, so wie dies auch in der Katholischen Kirche der Fall ist. Besonders große Diözesen sind zudem noch in Archidiakonate unterteilt. Ihre Leiter nennen sich Archdiacon (Erzdiakon) und sind oftmals mit den Suffraganbischöfen identisch. Diese Archidiakonate entsprechen den Regionen in großen Katholischen Diözesen.
Um in die Reihen des Klerus der Anglikanischen Kirche aufgenommen zu werden, bewirbt man sich beim Bischof einer Diözese. Dieser wird diese Bewerbung an ein Nationales Kirchenministerium (Selection Conferences) weiterleiten, welches den Bewerber auf seine Eignung im Geistlichen, Geistigen, Gesundheitlichen und Familiären prüft. Ist dies geschehen, so sendet es ein Gutachten an den jeweiligen Bischof, in welchem es den Bewerber empfiehlt, bedingt empfiehlt oder ablehnt. Zugleich macht es auch Vorschläge zur Ausbildung, welche von einem normalen Hochschulstudium bis zu regionalen Kursen reichen. Hat der Bewerber die Zustimmung des Bischofs erhalten, so untersteht er fortan einem Diözesandirektor für die Ausbildung, mit welchem er sich in allen Bereichen seines Lebens auseinanderzusetzen hat, da er zum Schluß des Studiums ein Zeugnis zu dessen Eignung abgeben muß. Ist dieses positiv ausgefallen, so steht der Weihe des Bewerbers, oder der Bewerberin, nichts mehr im Wege.
4. Lehre
In der anglikanischen Lehre gibt es ein weites Spektrum zwischen der High Church (Anglo-Katholizismus), die in Liturgie und Lehre den anderen katholischen Kirchen nahe steht und der Low Church, die dem Protestantismus, insbesondere dem Calvinismus nahe steht.
Theologisch sind innerhalb der anglikanischen Kirche sehr liberale wie auch streng evangelikale und konservativ anglo-katholische Richtungen vertreten.
Dieses sehr weite Meinungsspektrum wird teilweise als Stärke der Anglikaner betrachtet, die somit ein weites Spektrum des heutigen Christentums ohne Kirchenspaltung in einer Kirche umfassen können. Teilweise wird aber auch kritisiert, daß die Kirche so für nichts mehr steht und der Beliebigkeit zu viel Raum gibt.
5. Gottesdienst und Praxis
Der Gottesdienst der anglikanischen Kirche ist liturgisch ähnlich aufgebaut wie der der katholischen Kirchen. Er ist im Book of Common Prayer niedergelegt, von dem die einzelnen Gliedkirchen eigene Ausgaben haben.
5.1. Liturgie
Die Liturgie der anglikanischen Kirche ist im Book of Common Prayer festgelegt. Insbesondere die Liturgien der Eucharistiefeiern zeigen die Zughörigkeit des Anglikanismus zur Katholischen Kirche. Sie wurden allerdings, anders als in der römisch-katholischen Kirche schon seit der Reformationszeit in der jeweiligen Landessprache abgehalten.
5.2. Gebet
Das Stundengebet, in der anglikanischen Kirche als Daily Office bezeichnet, ist eine wichtige Tradition der anglikanischen Kirche. Insbesondere das Morgen- und Abendgebet sind zum Volksgebet geworden und werden in vielen Kirchen täglich gebetet.
Die anglikanische Kirche kennt auch die Rosenkranztradition, wobei der Aufbau des Rosenkranzes und die Gebet sich von denen der katholischen Kirche unterscheiden und weniger auf Maria, dafür stärker auf Jesus Christus ausgerichtet sind.
5.3. Orden
Wie die katholische Kirche, so kennt auch die anglikanische Kirche Männer- und Frauenorden. Die meisten zur Reformationszeit bereits bestehenden katholischen Orden haben anglikanische Entsprechungen. Diese leben nach den Evangelischen Räten und in Gemeinschaft, sind entweder kontemplativ oder aktiv in Erziehung, oder Pflege tätig.
6. Geschichte
Die Kirche von England datiert ihre Geschichte zurück bis in römische Zeiten. Während keltische Stämme in Irland den christlichen Glauben auch nach dem Einfall von Angeln, Sachsen, Juten, und Dänen behielten, verfiel England erst einmal einige Jahrhunderte dem heidnischen Glauben. Mit der Mission von Augustinus von Canterbury an den Hof von Kent im Jahr 698 kam erneut aus Rom die christliche Religion nach England. Diese Missionstätigkeit ergänzte sich mit einer Mission durch irische Mönche (siehe Columban).
Die Bistümer in England waren in zwei Kirchenprovinzen aufgeteilt, die von York und von Canterbury. Als unter Heinrich VIII. Streitigkeiten zwischen dem englischen Thron und dem Amtsnachfolger von Petrus in Rom über die Rechtmäßigkeit der königlichen Ehen aufkamen, erklärten die Bischöfe Englands, daß sie in Heinrich, und nicht in dem Papst, den Oberhaupt der englischen Kirche sahen. Somit ergab sich die Chance, daß in den Kirchenprovinzen von York und Canterbury Ideen der Reformation in der Praxis umgesetzt werden könnten.
Unter Heinrich VIII. änderte sich für die englische Kirche zunächst sehr wenig. Nur der Gebrauch der lateinischen Sprache wurde zugunsten der englischen aufgegeben. Mit Edward VI. wurde jedoch das erste Book of Common Prayer am Pfingstfest 1549 eingeführt, unter maßgeblicher Arbeit von Thomas Cranmer, Erzbischof von Canterbury. Damit wurde auch eine Tradition eingeleitet, nachdem sich der Anglikanismus sich vorrangig durch eine episkopale Kirchenordnung und eine einheitliche gottesdienstliche Praxis definiert.
Nach einer kurzen Zwischenepisode unter der römisch-katholischen Monarchin Maria, setzte sich die Reformbewegung der englischen Kirche unter Elisabeth I. und die ersten beiden Stuart-Könige fort. Es entwickelte sich einen sich vertiefenden Streit zwischen Puritanern, die eine stärker reformiert orientierte Theologie verfolgten, und Theologen wie Lancelot Andrewes, die eine katholischere Position einnahmen. Dieser Streit artete in dem englischen Bürgerkrieg aus. Nach der Restauration der Stuarts, unter Karl II. wurden diese Streitigkeiten mit einem neuen Book of Common Prayer (1661) beigelegt. Dies ist auch heute noch die offizielle Version, die im England neben dem Book of Alternative Services Anwendung findet.
Nach der amerikanischen Revolution bildeten sich auch in USA eine weitere anglikanische Kirche, die nunmehr auch neben der nichtetablierten episkopalen Kirche Schottlands existierte. Es folgten auch in weiteren Ländern weitere Kirchen, die aber alle zusammen im sog. Anglikanischen Kommunion eine Kirchengemeinschaft pflegen.
Im 19. Jahrhundert, unter dem Einfluß der romantischen Bewegung, fand eine neue Hinwendung zu liturgischer Tradition statt. Diese Bewegung fand sein Ausgang in Oxford und wurde unterstützt auch von John Henry Newman.
In der 2. Hälfte des 20. Jhts. fand in vielen anglikanischen Kirchen eine liturgische Reformbewegung statt, die zu neuen Books of Common Prayer führten, die enger an altkirchlichen Liturgien angelehnt waren, jedoch eine modernere Sprache und Theologie enthielten. Parallel dazu wurde die Priesterschaft auch für Frauen geöffnet. Seit den späten 80er Jahren wurden auch die erste Bischöfinnen in apostolischer Nachfolge geweiht.
7. Ökumene
Die Anglikanische Kirchengemeinschaft ist Mitglied im Ökumenischen Rat der Kirchen. Sie steht darüber hinaus in Kirchengemeinschaft mit den Altkatholischen Kirchen und der indischen Mar Thoma Kirche.
8. Kontroversen
8.1. Frauenordination
Uneinigkeit über die Zulassung von Frauen zu den Weihen hat zu Zerwürfnissen innerhalb der Anglikanischen Kirche geführt. Während manche Bischöfe, Priester und Gläubige sich wegen dieses Themas abgespalten haben oder zum römischen Katholizismus oder zur Orthodoxie übergetreten sind, hat diese Entwicklung den Anglikanismus andererseits für Menschen attraktiver gemacht, die aus diesem Grund von den anderen beiden katholischen Konfessionen übergetreten sind, oder für Anglikaner, die sonst der Kirche den Rücken gekehrt hätten.
Da die Anglikanische Kommunion nur die allgemein verbindlichen Regelungen kennt, die im Lambeth Quadrilateral enthalten sind, gibt es keine solche Regelung für die Frauenordination. So gibt es Kirchenprovinzen ohne jegliche Frauenordination, doch auch andere mit Zulassung nur zur Diakonenweihe, nur zu Diakonat und Priestertum und andere mit Zulassung zu Diakonat, Priestertum und Bischofsamt.
Die ökumenischen Beziehungen zu den Römern und Orthodoxen - vor allem letztere waren zwischenzeitlich recht eng gewesen - sind durch die römische und orthodoxe Weigerung, Frauen im Priesteramt zu akzeptieren, merklich abgekühlt. Mit der Orthodoxen Kirche wäre eine Abendmahlsgemeinschaftserklärung möglich gewesen, wenn die Frauenordination nicht beschlossen worden wäre, oder wenn die Orthodoxen diesen Schritt ebenfalls mitgemacht hätten.
8.1.1.Provinzen ohne Frauenordination
- Central Africa
- Jerusalem and the Middle East
- Korea
- Melanesia
- Nigeria
- Papua New Guinea
- South East Asia
- Tanzania
8.1.2. Provinzen mit Zulassung der Frauen zum Diakonat
- Indian Ocean
- Southern Cone
- Kongo
- Pakistan
8.1.3. Provinzen mit Zulassung der Frauen zu Diakonat und Priestertum
- Australia
- Burundi
- England (am 11. Juli 2005 beschloß die Synode von York die Zulassung zum Bischofsamt)
- Hong Kong
- Kenia
- Rwanda
- South India
- Uganda
- Wales
- West Africa
- West Indies
8.1.4. Provinzen mit Zulassung von Frauen zum Diakonen-, Priester- und Bischofsamt
- Aotearoa and Polynesia (bereits geweiht)
- Bangladesh
- Brazil
- Canada (bereits geweiht)
- Central America
- Ireland
- Japan
- México
- North India
- Philippines
- Scotland
- Southern Africa
- Sudan
- USA (bereits geweiht)
8.2. Homosexualität
Die weltweite Anglikanische Kirchengemeinschaft befindet sich seit der Bischofsweihe von Gene Robinson am 2. November 2003 in New Hampshire (USA) in einer Krise, die die Kirche zu spalten droht. Da Robinson seine Beziehungen zu seinem gleichgeschlechtlichen Partner nicht verheimlicht, wurde mit seiner Weihe deutlich, daß es zum Thema Homosexualität innerhalb der Anglikanischen Kommunion keinen Konsens mehr gibt. Konservative Geistliche und Mitglieder (vor allem aus Asien und Afrika, aber auch aus den Teilen Europas und Nordamerikas, wo auch die Frauenweihe noch als kontrovers gilt) sehen diesen Schritt als unvereinbar mit der bislang vertretenen Lehre der Kirche und als Bruch der Kommunion.
Die Befürworter der Weihe (vor allem aus Nordamerika, Schottland, Neuseeland, und Südafrika) betonen einerseits die anglikanische Tradition, daß die Ortskirche ihre Angelegenheiten vor Ort regeln darf, andererseits vertreten sie die Auffassung, daß homosexuelle und heterosexuelle Christen gleich würdig sind, um Leitungsämter der Kirche auszufüllen.
Nicht nur der Vollzug der Bischofsweihe hat zu Kontroversen geführt, sondern auch die parallel verlaufende Entscheidung der kanadischen Diözese von New Westminster, Riten für die Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften zu entwickeln. Nach diesen Schritten hat sich ein Teil der Kirchengemeinschaft eindeutig von der Episcopal Church in the USA und der Anglican Church of Canada distanziert und auch die Kommunionsgemeinschaft gelöst; auch die orthodoxen Kirchen und der Vatikan zeigten ihr Mißfallen. Die Scottish Episcopal Church und die Metropolitan Community Church haben die Entscheidungen der nordamerikanischen Kirchen begrüßt.
9. Weblinks
10. Unabhängige Kirchen anglikanischen Ursprungs
- Anglican Church in America
- Sydney Anglicans
- African Orthodox Church
- African Orthodox Church of the West
- African Orthodox Episcopal Church
- American Episcopal Church
- Anglican Catholic Church of Canada
- Anglican Mission in America
- Anglican Province of Christ the King
- Charismatic Episcopal Church
- Communion of Evangelical Episcopal Churches
- Church of England in South Africa
- Episcopal Missionary Church
- United Episcopal Church of North America
- Free Protestant Episcopal Church
- Reformed Episcopal Church
- Southern Episcopal Church
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