Die Britische Währung
Das Pfund Sterling (englisch: Pound Sterling) ist die offizielle britische Währung.
1. Geschichte
Das Währungssymbol ist £ (oder L) und leitet sich vom lateinischen libra (Pfund) her. Der Standard ISO 4217 Währungscode lautet GBP. Der Name Sterling kommt von einer gleichnamigen alten englischen Silbermünze von 1,555 Gramm (1/240 Pfund). Entweder leitet sich der Name von "easterling" (Ostling) ab und bezog sich auf die Münzen der (von England aus östlich gelegenen) norddeutschen Hansestädte, oder er kommt von "star" oder "starling", da Sterne oder Stare auf manchen mittelalterlichen englischen Münzen erscheinen. Mehr zur geschichtlichen Entwicklung des Pfund Sterling erfahren Sie unter dem Thema "Die Geschichte des Pfund Sterling".
Seit 1971 ist das Pfund unterteilt in 100 Pence (Einzahl Penny), abgekürzt "p". Vorher war es unterteilt in 20 Schilling (abgekürzt "s" von solidus) zu je 12 Pence (abgekürzt "d" von denarius). In der ersten Zeit nach der Umstellung wurde der Dezimal-Penny auch als "New Penny" bezeichnet. Die alten Penny-Münzen wurden eingezogen, aber die alten Schillinge blieben noch lange als 5-Penny-Münzen im Umlauf (2 Schillinge entsprachen daher 10 Pence, die noch etwa bis Mitte der 90er Jahre im Umlauf waren). Heute gibt es Banknoten zu £1 (nur in Schottland), £5, £10, £20, £50 und £100 (nur in Schottland) Beträgen. Die Münzen gibt es zu 1p, 2p, 5p, 10p, 20p, 50p, £1 und £2.
2. Geldscheine
Geldscheine werden nicht nur von der Bank of England (BoE) herausgegeben, sondern auch Geschäftsbanken können ihre eigenen Geldscheine drucken. Daher gibt es auch Pfundnoten z.B. der Bank of Scotland (BoS), der Royal Bank of Scotland (RBoS), der Clydesdale Bank (ebenfalls Schottland), der Lloyds TSB Scotland plc (ebenfalls Schottland) und der Northern Bank (Nordirland).
Die von Großbritannien abhängigen Gebiete (Kanalinseln, Insel Man) sowie die britischen Überseegebiete (Falklandinseln, St. Helena und Gibraltar) geben ihre eigenen Banknoten heraus. Die Gültigkeit dieser Geldscheine ist jedoch auf die Ausgabegebiete beschränkt.
Ein Euro (€) sind umgerechnet etwa 0.6747 GBP (Stand 3. Januar 2007; der Kurs schwankt natürlich täglich).
Hinweis für Urlauber: Bei der Verwendung dieser Pfundnoten ist anzumerken, daß in der Praxis oft Noten aus Schottland nicht in England angenommen werden, wohingegen Noten der Bank of England in Schottland meist genommen werden. Auch kann es mit Noten, die nicht von der Bank of England stammen, in Deutschland Probleme beim Rücktausch geben. Hier empfiehlt es sich, die Noten vor der Rückreise in Großbritannien wieder in Euro oder in Noten der Bank of England zu tauschen.
3. EURO-Einführung in Großbritannien
3.1. Vorbemerkung
Mit der Unterzeichnung des Maastrichter Vertrages wurde ein Automatismus in Gang gesetzt, nach dem Länder, die die Konvergenzkriterien erfüllen, auch der gemeinsamen Währung beitreten. Lediglich Großbritannien und Dänemark behielten sich das sogenannte "opt-out-Recht" vor, selbst über den Beitritt zur Währungsunion zu entscheiden (Titel IV des Vertrags zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft).
Dänemark nimmt am Wechselkursmechanismus II (WKM II) teil, d.h., der Wechselkurs der dänischen Krone ist an den Euro angebunden, aber nicht festgelegt. Während Dänemark den Euro sofort einführen könnte, da es die Konvergenzkriterien erfüllt, müsste Großbritannien diese Voraussetzung erst noch erfüllen.
3.2. Kurz und Kompakt
Nachdem sich Großbritanniens Bevölkerung in einem Referendum gegen die Einführung des Euros entschied, will die Regierung der Insel erst eine erneute Volksbefragung durchführen, wenn es dem Land wirtschaftlich nutzt und mit einer Mehrheit zu rechnen sei.
3.3. Ausführliche Informationen
Das Vereinigte Königreich hat, genau wie Dänemark, die Möglichkeit, seine nationale Währung auch in Zukunft zu behalten. Premierminister Blair wollte das Land bereits mit eigenen Euro-Banknoten und Münzen ausstatten, doch lehnte die Bevölkerung dies in ihrem Referendum ab, so daß die Einführung der Gemeinschaftswährung in den nächsten Jahren als unwahrscheinlich gilt. Laut Tony Blair, hält man sich diese Option jedoch offen. Wenn es Großbritannien wirtschaftlich hilft und das Land die zuvor selbst festgelegten ökonomischen Kriterien für eine Euro-Einführung erfüllt, wird man weiter darüber nachdenken. Eine erneute Volksbefragung soll es in nächster Zeit jedoch nicht geben. Eine breite Ablehnung wäre derzeit erneut zu erwarten.
3.4. Zukunft
Ein erneutes Volksreferendum ab 2007 wird erwartet.
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