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Geschichte der British Army
Die Geschichte der British Army spannt sich über drei Jahrhunderte und zahlreiche europäische, koloniale und globale Kriege. Von den frühen 1800ern bis 1914 war das Vereinigte Königreich die größte wirtschaftliche und imperiale Macht der Welt. Obwohl sich diese Dominanz vor allem auf die Stärke der britischen Seestreitkräfte, der Royal Navy, begründete, spielte die British Army doch eine signifikante Rolle dabei.
In Friedenszeiten unterhielt Großbritannien generell nur eine kleine Landstreitkraft, die sich aus Freiwilligen zusammensetzte; nur in Kriegszeiten wurde sie um das benötigte Maß erweitert. Dies erklärt sich vor allem durch Großbritanniens traditionelle Rolle als Seemacht. Seit 1745 hatte die British Army nur eine kleine oder gar keine Rolle in der britischen Innenpolitik gespielt, und wurde, außer in Irland, selten für interne Konflikte eingesetzt.
Die British Army war in viele internationale Konflikte involviert, darunter die Napoleonischen Kriege, der Krimkrieg und die zwei Weltkriege. Sie leisteten einen großen Beitrag zur Expansion und Aufrechterhaltung des Britischen Imperiums. Während der späteren Hälfte des 20. Jahrhunderts dann, überwachte sie die größtenteils geordnete Auflösung dieses riesigen Reiches. In den 1990ern war die British Army zunehmend in multinationalen, friedenssichernden Operationen betätigt, was sie auch im 21. Jahrhundert fortsetzte. Unlängst wurden sie auch für Kampfhandlungen im Irak eingesetzt.
Die British Army war stets Vorreiter für neue militärische Entwicklungen. Sie war die erste Armee, die Panzer entwickelte und einsetzte; und das, was heute die Royal Air Force ist, hatte seinen Ursprung einst in der British Army.
Entstehung (1661-1774)
Vor dem Englischen Bürgerkrieg 1642, gab es kein stehendes Heer in England oder Schottland. Die Truppen wurden vom König erhoben falls er sie benötigte; eine Entwicklung aus dem Lehnswesen, in welchem ein Adliger verpflichtet war, gegebenenfalls eine gewisse Anzahl von Rittern, Landsknechten und Bauern auszuheben und dem König zu unterstellen. Während des Bürgerkrieges sollte sich diese Praxis jedoch als fatal erweisen, das es Oliver Cromwell gelang, viele Soldaten für die republikanische Armee zu gewinnen. Nach dem Bürgerkrieg und der Einführung der Republik, übernahm das Parlament die Kontrolle über das Militär. Die ersten Regimenter der Armee basierten auf Oliver Cromwells New Model Army. König Karl der Zweite sah nach seiner Einsetzung ein geschlossenes, beständiges und einheitliches Heer unter sich und stellte weitere Regimenter in den Dienst der Krone. Am 26. Januar 1661 unterzeichnete Karl II. die offizielle Gründungsurkunde der British Army.
1689 begrenzte das Parlament den Einfluß des Monarchen auf das Militär. Es lehnte ein stehendes Heer in Friedenszeiten ab, da es dem Monarchen auch als innenpolitisches Machtinstrument dienen könnte. Durch die Bill of Rights 1689 durfte ein stehendes Heer nur mit Zustimmung des Parlaments existieren. Bis heute muß das Parlament jährlich das Bestehen des Heeres genehmigen, wobei es sich inzwischen aber um einen rein formalen Akt handelt. Forderungen dem Monarchen die Kontrolle über die Armee komplett zu entziehen konnten nicht durchgesetzt werden, so daß er bis heute der alleinige Oberbefehlshaber der British Army ist. Der letzte König, der seine Truppen in die Schlacht führte, war George der Zweite in der Schlacht von Dettingen (Die Schlacht bei Dettingen vom 27. Juni 1743 zwischen Briten, Hannoveranern und Österreichern einerseits und den Franzosen andererseits fand während des Österreichischen Erbfolgekriegs in der Nähe von Aschaffenburg (Bayern) statt und endete mit einem Sieg der Verbündeten).
Die Einheiten wurden ursprünglich nach ihren Colonels benannt, so zum Beispiel Sir John Mordaunt's Regiment of Foot, aber 1751 wurde ein Nummernsystem eingeführt, bei der jedes Regiment eine Nummer erhielt, die dem Rang des Kommandantanen in der britischen Gesellschaft entsprach. So wurde aus John Mordaunts Regiment das 47th Regiment of Foot. Zwischen 1661 und 1774 wurde die British Army stetig vergrößert, während den vielen Kriegen gegen ihre europäischen Rivalen an denen sie teilnahmen, so zum Beispiel der Siebenjährige Krieg (1755-1763), einer der ersten Kriege den man als Weltkrieg bezeichnen könnte. Während diesem Krieg fand eine der wichtigsten Eroberungen der British Army statt, die Einnahme von Québec.
Amerikanische Revolution, Koalitionskriege und langer Frieden (1774-1854)
Der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg begann 1775, als die 13 Kolonien gegen die wirtschaftliche Fremdbestimmung durch das britische Mutterland aufbegehrten. Unter den Amerikanern waren damals viele die im Vereinigten Königreich verbleiben wollten und teilweise auch bewaffnet dafür eintraten; man kannte diese als Loyalisten. Zwischen 1776 und 1778 wurden fünf amerikanische Regimente zur British Army hinzugefügt, bekannt als das sogenannte American Establishment. Neben den Anglo-Amerikanern dienten auch viele Indianerstämme unter britischen Kommando, wenngleich diese nicht regulär in die Armee eingebunden wurden. Ebenso zahlreich waren auch deutsche Söldner aus Braunschweig und Hessen in der British Army vertreten. Nach der Unabhängigkeit Amerikas und dem Ende des Krieges im Jahre 1783, waren viele Loyalisten gezwungen, nach Kanada zu fliehen, wo etliche danach in der British Army Dienst leisteten. Dennoch, von den vielen Einheiten die von der Army während des Krieges aufgestellt wurden, um den schnellen Ersatz von Garnisonen sichern zu können, wurden alle bis auf drei Regimenter unmittelbar nach dem Krieg aus dem Dienst entlassen.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts begann die British Army neue Technologien und Taktiken in ihre Reihen aufzunehmen. Die wohl wichtigste Erneuerung war die Einführung von Gewehren mit spiralförmig geriffeltem Lauf, die gegenüber der Muskete mit ihrem glatten Lauf eine höhere Treffsicherheit und stärkere Durchschlagskraft aufwiesen, sowie die Bildung ganzer Regimenter aus Leichter Infanterie und Scharfschützen, die sogenannten Riflemen. Diese Erneuerung gab der British Army die Möglichkeit, beweglicher und schneller zu agieren, als dies im damals üblichen Formationskrieg der Fall war. Die ersten Leichtinfanterie-Regimente waren das 43rd und das 53rd Foot im Jahre 1803, die aber noch mit Musketen bewaffnet waren. Bereits drei Jahre zuvor stellte man das erste Scharfschützenregiment zur Probe auf, das sogenannte Experimental Corps of Riflemen, das im Jahre 1802 als 95th Regiment of Foot in die Armee eingeführt wurde. Es war komplett mit dem Baker Rifle bewaffnet und hob sich von anderen Regimenten durch die grüne Farbe seiner Uniformen ab, dem sogenannten rifle green. Dieses Regiment wurde sehr oft eingesetzt; vor allem während des spanischen Unabhängigkeitskrieges in gebirgigen Regionen.

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