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Institution Public House ("Pub")

Ein Pub von innen

Als den oder das Pub (Kurzform für "Public House") bezeichnet man überwiegend in Großbritannien und Irland das, was man in Deutschland als Kneipe bezeichnen würde. Jedoch ist der Pub mehr als nur eine Kneipe. Der Pub ist eine Institution, ein fester Bestandteil des britischen und irischen sozialen Lebens.

Die Entstehung der Pubs geht auf die Zeit der römischen Besatzung in der Antike zurück. "Pub" bedeutete damals (wie heute auch noch) "Public House" (also öffentliches Haus). Die eigentliche Bezeichnung Pub an für sich, entstand jedoch erst in viktorianischer Zeit.

"Little Alex Pub", Manchester

Im Vergleich zu den üblichen Kneipen unterscheiden sich Pubs, dadurch, daß sie überwiegend mit Holz und Teppichen eingerichtet sind (man sagt auch, daß der Pub das zweite Wohnzimmer der Briten ist); Fan-Utensillien von Fußball- oder anderen Vereinen schmücken die Wände. Beliebt ist das Stehen an der Bar oder an hohen Tischen. Dartboards und Billardtische finden sich sehr häufig wie auch der Fernseher, wo man die Livespiele der englischen Premier League oder schottischen Premier League verfolgen kann; auch werden gerne internationale Fußballspiele übertragen, da Pubs meist über Sateliten- oder Kabelfernsehen verfügen (was in normalen Haushalten nicht immer üblich ist). Getönte Fenster verdecken die Sicht von außen und geben dem ganzen eine etwas schummrige Atmosphäre. Bis vor kurzem durfte in den Pubs auch geraucht werden, was diese schummrige und muffige Atmosphäre noch unterstrichen hatte. Aber seit einiger Zeit setzen sich Rauchverbote immer mehr durch, so daß Raucher für die Länge einer Zigarette vor die Tür gehen müssen, woran man sich komischerweise strikt hält (das erste Mal habe ich es im Urlaub Schottland 2006 erlebt, ohne den wahren Hintergrund zu wissen). Für Nichtraucher sind das nun fast paradiesische Zustände, denn es wurde wirklich extrem viel geraucht. Am Schlimmsten war es während des Urlaubs Schottland 2003 im "The Fox Inn" in Hexham beim Länderspiel England gegen die Türkei, da dachte ich schon, ich hätte eine Nikotinvergiftung.

"The Fox Inn", Hexham

Die Umgangsformen sind eher unkompliziert, man stellt sich einfach mit seinem Vornamen vor. Getrunken wird traditionell Bier aus einer reichen Auswahl, welches man sich selber an der Theke holen muß und dort dann auch gleich bezahlt; Bedienungen wie in beispielsweise in Deutschland sind hier nicht üblich. Allerdings sind auch andere Getränke wie Wein oder Spirituosen (besonders Blended Whisky mit viel Wasser; Single Malts werden auf Grund des hohen Preises kaum getrunken) verbreitet. Cocktails sind eher unüblich. Neben den Getränken bieten manche Pubs auch kleinere Speisen wie Sandwiches oder belegte Brötchen an. Crisps (in Deutschland "Kartoffelchips" genannt) oder Erdnüsse bzw. sonstige Snacks bekommt man in jedem Pub.

"The Quadrant Pub", Manchester

Manche Pubs bieten, besonders sonntags oder an Feiertagen, auch richtige Mittagessen in mehrerer Auswahl an, sogenannte "Sunday Roasts" an. Diese werden allerdings nicht im Pub selbst, sondern in extra bereitgestellten Räumlichkeiten (meist in der ersten Etage) serviert. Die Getränke erhält man jedoch wieder im Pub oder werden auf Wunsch auch serviert.

Die Öffnungszeiten sind, regional abweichend, auf 11 bis 16 Uhr und 19 bis 23 Uhr festgelegt. Richtig Betrieb kommt in die Pubs jedoch erst auf, wenn nach Feierabend die Beschäftigen der umliegenden Betriebe sich noch schnell auf ein oder zwei Bier(chen) zusammenfinden. Dabei spielt die Bekleidung eine eher untergeordnete Rolle, man kommt einfach so vorbei, wie man die Arbeitsstelle verlassen hat. Später gesellen sich die Abendgäste dazu, während die Stammgäste sowieso immer schon da zu sein scheinen. Interessant ist auch die Tatsache, daß die Männer immer ein Pint bestellen, wogegen die Frauen meist nur ein Half Pint erhalten.

"The Haymarket Pub", Edinburgh

Oft passiert es, daß man eingeladen wird und sich danach aber revanchieren muß. Bei mehreren Leuten kommt jeder mal mit Bier holen und zahlen dran und so ergibt sich ein abendfüllendes Gelage, das niemanden nüchtern läßt und irgendwann jäh endet mit dem "Last Orders"-Ruf des Governor, wie der Wirt dort heißt, um den Besuchern mitzuteilen, daß es Zeit für die letzte Bestellung sei.

"Last Orders" (d.h. die letzten Bestellungen dürfen bis 22 Uhr 45 getätigt werden, bis 23 Uhr muß man fertig sein) gibt es aber so gut wie nicht mehr in Großbritannien bzw. wurden die Regelungen erheblich gelockert, so daß Bestellungen bis 2 Uhr morgens möglich sind. Man wollte damit verhindern, daß die Besucher zum "Last Order"-Ruf noch möglichst viel Alkohol bestellten und diesen dann in den letzten Minuten sinnlos weggtranken. Dennoch hat alles eine gute und schlechte Seite: Kritiker bemängeln nämlich, daß durch die längeren Öffnungszeiten noch mehr Alkohol getrunken wird und die Ausschreitungen aufgrund von Alkoholmissbrauch noch stärker werden könnten. Sie fordern daher von der Regierung die gesetzliche Wiederaufnahme der Sperrstunde.

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