In den Highlands Queens View (Loch Tummel) Eilean Donan Castle
 Großbritannien > Allgemeines > Verkehrswesen > Eisenbahn > Virgin Trains
eMail  eMail    Druckversion  Druckversion 

 

 

 

 

Virgin Trains

Logo von Virgin Trains

Virgin Trains ist ein Eisenbahnunternehmen in Großbritannien. Es wird als ein Teil der "Virgin Group" betrachtet, wenn gleich die "Virgin Group" 51 Prozent des Aktienpakets besitzt und die "Stagecoach Group" nur 49 Prozent.

Class 87 E-Lok mit Mk.3 Waggons

Das Unternehmen entstand in der Mitte der 1990er Jahre als die "British Rail" privatisiert wurde. Virgin Trains war erfolgreich in ihrem Bemühungen zwei Aufträge zu bekommen. Sie waren die ersten die eine Schnellzugverbindung auf der West Coast Main Line (WCML) einrichteten. Dieser Bereich des Unternehmens heißt Virgin West Coast (VWC) und stellt Verbindungen zwischen London (Bahnhof Euston) und den Midlands, dem Nordwesten und Schottland zur Verfügung. Der andere Unternehmensbereich heißt Virgin Cross Country (VXC) und bietet Langstreckenverbindungen an, die London umgehend, Englands Süden bzw. Südwesten mit Englands Norden und Schottland über Birmingham verbinden. Das Unternehmen vereinigt beide Unternehmenszweige unter einem Dach (was bei den meisten anderen Unternehmen unüblich ist) und stellt beiden Unternehmensbereichen die entsprechenden Züge zur Verfügung.

Seitenanfang

Gemischte Aussichten

Während der Privatisierung übernahm Virgin West Coast eine Mischung aus Mk.2 und Mk.3 Waggons mit Elektrolokomotiven der Baureihe 86, 87 und 90. Virgin West Coast übernahm diverse Hochgeschwindigkeitszüge, die von Diesellokomotiven der Baureihe 47 und 86 auf elektrifizierten Strecken gezogen wurden.

Der neue Class 390 Pendolino ("City of Stoke-on-Trent") in Birmingham, Bahnhof New Street

Virgin Trains besitzt in im Vergleich zu anderen Unternehmen ein schlechten Ruf hinsichtlich der Pünktlichkeit. Diese Einschätzung scheint jedoch eine Mischung aus Wahrheit und mittlerer Übertreibung zu sein. Zum 31. Dezember 2002 erreichten nur 73,6 % der West Coast Züge und 62,5 % der Cross Country Züge ihre Zielbahnhöfe innerhalb von 10 Minuten Verspätung (Quelle: SRA National Rail Trends). Zum 31. März 2005 stieg der Prozentsatz für die Cross Country Züge auf fast 77,8 % an, was sie zum drittpünktlichsten Anbieter von InterCity-Verbindungen macht. Mit nur 72,1 % im gleichen Zeitraum entwickelte sich das West Coast Unternehmen zum schwächsten Unternehmen; nicht nur auf dem InterCity Sektor.

Die ursprünglichen Zahlen mit den historischen Zahlen der InterCity Pünktlichkeit verglichen, ergebn ein nicht ganz so schlechtes Bild wie es bei anderen britischen Anbietern von Langstreckenverbindungen ist. Die Probleme bei Virgin waren überwiegend auf veraltetes, rollendes Material zurück zuführen. Gleiche galt für die veraltete und überholte Infrastruktur, obwohl es anderen Unternehmen gelang, mit den gleichen Bedingungen eine größere Zuverlässigkeit bei Hochgeschwindigkeitszügen anzubieten, als es bei Virgin der Fall war. Dies änderte sich erst mit der Einführung des Pendolino auf der "West Coast Main Line" und mit der Einführung von modernen dieselelektrischen Zügen auf der "Cross Country route".

Seitenanfang

Die Zukunft

Die Lösung dieser Probleme war ein langsamer, schmerzvoller und teuerer Weg. Im Jahre 1997 erteilte Virgin den bis dahin in der britischen Geschichte größten Auftrag zur Beschaffung von rollendem Material (£1 Milliarde). Für das Streckennetz der West Coast Main Line wurden die neuen "Class 390 Pendolino"-Züge mit Neigetechnik angeschafft.

Diese topaktuellen Modelle basieren auf einer technlogischen Entwicklung, die aus der Zusammenarbeit der Regierung mit British Rail entstanden. Der daraus entstandene Prototyp APT mit Neigetechnik stammte aus den frühen 1980er Jahren; diese Technologie wurde durch den italienischen Hersteller nach und nach weiterentwickelt. Die Pendolino-Züge haben eine Höchstgeschwindigkeit von 140 mph (das entspricht 225 km/h), werden jedoch auf der "West Coast Main Line" auf 125 mph (das entspricht 200 km/h) beschränkt. Auf den "Cross Country Strecken" verkehren nun moderne dieselelektrische Züge der Baureihe 220 Voyager (vierteilig) und der Baureihe 221 Super Voyager (fünfteilig). Die Baureihe 221 Super Voyager, die auf der "West Coast Main Line" vekehrt, verfügt sogar über die Neigetechnik, wie man es vom Pendolino her kennt.

Die Class 220 im Bahnhof von York

Die bedeutet, daß Virgin Trains bis Ende Dezember 2004 alle, von British Rail übernommenen Waggons und Lokomotiven, durch topaktuelle Modelle ersetzt hatte. Die neuen Züge bieten eine Vielzahl von Möglichkeiten, die die alten nicht vorweisen konnten. Jedoch wurden bei denen neuen Zügen die geringere Beinfreiheit bemängelt, die durch die Erhöhung der Anzahl von Sitzplätzen pro Waggon enstanden ist (dies scheint in einer Zeit, wo die Bevölkerung immer größer und dicker wird, nicht ganz angemessen zu sein).

Man beabsichtigte, die Züge häufiger als zu Zeiten von Britsh Rail einzusetzen, und dadurch sollte jeder Waggon weniger Sitzplätze haben als der, den er ersetzt. Da jedoch die anderen Firmen es nicht schafften, das Streckennetz dementsprechend anzupassen, hat Virign Trains nun ein bißchen zu wenig Kapazität und die Züge sind nun regelmäßig überfüllt.

Die "West Coast Main Line" wurde mit einem £10 Milliarden schweren Programm erneuert, so daß jetzt auch die moderenen Züge hier verkehren können. Dieses Programmwar aber auch die Ursache für eine massive Kontroverse, denn nach drei Jahren Betriebszeit sind die Kosten nun doppelt so hoch wie am Anfang geschätzt worden sind.

Ein Zug von Virgin Trains im Bahnhof von Holyhead

Im Jahre 2003 führte Virgin Trains einige neue nur Absetz- und nur Aufnahmehaltepunkte in den Fahrplan ein. Was an diesen eingeschränkten Haltepunkten ungewöhnlich ist, ist die Tastsache, daß sie sich in der Mitte der Zugreise befinden und nicht, wie es allgemein üblich ist, sich die "Set-Down"-Haltepunkte an der zweitletzten Stastion und die "Pick-Up"-Haltepunkte auf der zweiten Station der Strecke befinden.

Bei den "Set-Down"-Haltepunkten darf den Zug nur verlassen und nicht zusteigen; bei den "Pick-Up"-Haltepunkten darf nur zusteigen, aber den Zug nicht verlassen. Beispielsweise sind einige Nord-Südzüge nur "Pick-Up"-Züge in Oxford, obwohl Oxford der sechte oder siebente Halt ist und die vorhergehenden Haltepunkte keine nur "Pick-Up"-Haltepunkte waren. Das Unternehmen bestätigte, daß dies mit Geldstrafen durchsetzbar ist: Beispielsweise wird ein Fahrgast, der den Zug an einem "Pick-Up"-Haltepunkt verläßt, dermaßen betrachtet, daß er keinen gültigen Fahrschein hat und dementsprechend bestraft werden kann. Wie dies jedoch durchgeführt werden kann, wenn der Fahrgast erst einmal den Zug verlassen hat, ist noch unklar. Der offensichtliche Hintergrund der eingeschränkten Haltepunkte ist der, daß man Kurzstreckenreisende davon ahalten möchte, die Langstreckenzüge zu überfüllen, obwohl sie im guten Glauben sind, dies tun zu dürfen.

Zusätzlich wurden einige, gelegentlich angefahrene, Ziele wie beispielsweise London Paddington oder Swansea aus dem Streckennetz von Virgin Trains herausgenommen. Andere Stationen, wie beispielsweise Taunton oder Exeter St. Davids, wurden in Durchgangsstationen, d.h. ohne Halt, umgewandelt.

Es wurde angekündigt, daß die "Cross Country" Linie zum Ende 2007 als Teil des Umgruppierungsmaßnahmen in den Midlands eingestellt wird. Das neue Unternehmen wird dann zusätlich die ehemaligen "Central Trains Citylink" Dienste übernehmen.

Seitenanfang

Weblinks

Seitenanfang

Virgin Cross Country Strecken

  • VT1: Von Aberdeen und Glasgow Central nach Manchester Piccadilly und Penzance über Preston.
  • VT2: Von Aberdeen und Glasgow Central (über Preston) und Edinburgh (über Sheffield) nach Bounemouth und Brighton.
  • VT3: Von Aberdeen und Glasgow Central nach Cardiff Central, Paignton und Penzance über Sheffield.
Seitenanfang

Virgin West Coast Strecken

  • VT4: Von London (über Tamworth) und Birmingham (über Wolverhampton) nach Llandudno und Holyhead.
  • VT5: Von London nach Wolverhampton über Birmingham.
  • VT6: Von London nach Glasgow und Edinburgh über Tamworth, Crewe und Preston.
  • VT7: Von London nach Manchester über Tamworth, danach über Crewe oder Stoke-on-Trent.
  • VT8: Von London nach Liverpool über Tamworth und Crewe.
Seitenanfang


Copyright © 2004 - 2012 by Michael Uhr  -  eMail an: Webmaster  -  Impressum  -  aktualisiert am: 11.02.2007