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Britische Geschichte (England)

Teilgeschichte Englands

Der Name England bezieht sich auf den größten und bevölkerungsreichsten Teil der drei Hauptteile - neben Schottland und Wales - von Großbritannien und stammt aus der Zeit nach der Einwanderung der Angelsachsen. Das Gebiet von England wurde im 10. Jahrhundert politisch vereinigt. Nach der Besteigung des englischen Throns durch Jakob VI. von Schottland im Jahr 1603 wird es immer schwieriger, zwischen englischer und britischer Geschichte zu unterscheiden.

  1. Vor-Römisches England
  2. Römische Zeit
  3. Die Sächsische Eroberung
  4. England im Hochmittelalter
  5. England im Spätmittelalter
  6. Kultur und Gesetz
  7. Das Elisabethanische Zeitalter
  8. Politische Entwicklung
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1. Vor-Römisches England

Das vorrömische England kann in folgende Abschnitte unterteilt werden:

  • 8000-7000 v.Chr.: Die Mesolithische Periode beginnt
  • 2500 v.Chr.: Die Neolithische Periode beginnt
  • 1600 v.Chr.: Die Bronzezeit beginnt
  • 900 v.Chr.: Die Einwanderung keltisch sprechender Völker
  • 400 v.Chr.: Die frühe Eisenzeit beginnt

Aus der vorrömischen Zeit gibt es viele Hinweise. Das bronzezeitliche Stonehenge von etwa 1500 v.Chr., nahe dem viel früheren Steinkreis von Avebury ist ein extrem großes, aber untypisches Beispiel dafür. Im Süden Englands gibt es viele Überreste von Hügelforts aus der Eisenzeit, die als System von konzentrischer Erdarbeit überlebt haben: vom großen Maiden Castle in Dorset bis runter zu den viel kleineren wie Grimsbury Castle in Berkshire. Der Dartmoor Nationalpark in Devonshire gibt viele Hinweise auf seine früheren Bewohner, mit vielen Hüttenkreisen versehen, Steinreihen, Kistvaens (?) und anderen sichtbaren Erinnerungen dieser Zeit.

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2. Römische Zeit

Die Römer landeten unter der Führung von Gaius Julius Cäsar 55 und 54 v.Chr. in England, damals aber noch nicht als Eroberer. Erst knapp ein Jahrhundert später, 43 n.Chr., wurde England durch die Römer unter Claudius besetzt und zu einer Provinz des Römischen Reiches. Weil sie sich vor den Plünderungen der Pikten, den Einwohnern Schottlands zu dieser Zeit, schützen mußten, wurde unter Kaiser Hadrian einen Schutzwall von Osten nach Westen errichtet, den Hadrianswall.

Im klassischen römischen Stil bauten die Römer eine hoch effiziente Infrastruktur, um ihre militärische Eroberungen zu festigen und erschlossen so Britannien, wobei der Grad der Romanisierung sehr unterschiedlich ausgeprägt war.

Der bedeutendste Aufstand der keltischen Bevölkerung ereignete sich 61 unter der Führung von Boudicca. Die römische Anwesenheit war über die Jahrhunderte mal stärker, mal weniger stark ausgeprägt, aber im 4. Jahrhundert konnten ihre Besitzungen wohl am besten mit sehr dünn beschrieben werden.

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3. Die Sächsische Eroberung

Nach den Römern, die die Inseln zum größten Teil zu Beginn des 5. Jahrhunderts verlassen hatten, um sich mehr auf die Schwierigkeiten im Kerngebiet des Imperiums zu konzentrieren, wurde das, was heute England ist, in vielen Wellen von Angeln, Sachsen, Jüten und Friesen besiedelt, die teilweise aus ihrer Heimat, dem Kontinent, verdrängt worden waren. Die einstige Bevölkerung, die Kelten, wurde immer weiter westwärts und nordwärts gedrängt. Die Eroberung/Besiedlung von England ist als die sächsische Eroberung oder auch die angelsächsische Besiedlung (auch wenn "Besiedlung" hier nicht immer gewaltlos einschloß) bekannt.

In der entscheidenden Schlacht von Deorham 577 wurden die cornischen Kelten von den walisischen Kelten durch die Sachsen aufgespalten.

Nachfolgend bildeten sich sieben Königreiche (Heptarchie):

  1. Essex
  2. Sussex
  3. Wessex
  4. Kent
  5. East Anglia
  6. Mercia
  7. Northumbrien

Wobei die ersten drei von den Sachsen gegründet wurden (Sex = Sachse), die letzten drei von den Angeln. Kent war eine jütische Gründung.

Beginnend mit dem Raubzug 793 auf das Kloster Lindisfarne folgten viele weitere Raubzüge der Wikinger auf England. Zuerst gab es nur Plünderungen, später aber begannen die Wikinger auch, in England zu siedeln und Handel zu treiben. Heute gibt es noch viele Spuren der Wikinger in England; es gibt zum Beispiel noch viele Wörter in der englischen Sprache. Die Gemeinsamkeiten der alten Englischen Sprache und der alten nordischen Sprache führte zu großem Austausch. York hatte eine Wikingersiedlung, die damals Jorvik genannt wurde.

Alfred der Große trat der dänischen Bedrohung entgegen und konnte ein großes dänisches Heer bei Eddington im Jahre 878. Er nahm schließlich London ein und gab dem Reich damit ein Zentrum, während sich zum ersten Mal ein englisches Nationalbewußtsein bemerkbar machte.

936 konnte Athelstan die Cornwaller aus Exeter vertreiben und zog eine Linie am Außenrand seines Königreiches, Wessex, am Fluß Tamar.

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4. England im Hochmittelalter

Die Niederlage von König Harold Godwinson in der Schlacht von Hastings 1066 brachte England unter die Herrschaft von Wilhelm der Normandie (auch Wilhelm I. von England oder auch Wilhelm der Eroberer). Die nachfolgende Übernahme des sächsischen Englands durch die Normannen führte zu einer Veränderung des kleinen, isolierten Inselstaates. Wilhelm befahl die Erstellung des Domesday-Buches, welches die Erfassung von Steuern der gesamten Bevölkerung, ihrer Ländereien und Besitztümer regelte.

Das englische Mittelalter war von vielen Bürgerkriegen, internationalen Kriegen, gelegentlichem Aufruhr und umfassenden politischen Intrigen in der Aristokratie und der königlichen Oberschicht gekennzeichnet.

Heinrich I., auch bekannt als Heinrich Beauclerc, arbeitete hart für Reformen, stabilisierte das Land und glättete die Wogen zwischen der angelsächsischen und normannischen Gesellschaftsschicht. Der Verlust seines Sohnes Wilhelm 1120 sollte seine Reformen untergraben. Das Problem der Erbfolge warf lange einen Schatten über die englische Geschichte.

Der Herrschaft von Stephan I. (1135-1154) folgte ein größerer Wechsel des Gleichgewichts der Mächte in Richtung der feudalen Barone, und England versank in Bürgerkrieg und Gesetzlosigkeit. Bei dem Versuch, die schottischen und walisischen Räuber an den jeweiligen Grenzen zu beschwichtigen, gab er große Gebiete seines Landes ab. Darüber hinaus führte der Konflikt mit seiner Cousine, der Kaiserin Matilda, der er früher eine Anerkennung als Erbin versprochen hatte, zu seinem Ende: sie wartete ihre Zeit in Frankreich ab und drang im Herbst 1139 mit ihrem Ehemann Geoffrey von Anjou und ihrem Halbbruder Robert, Graf von Glouchester in England ein.

Stephan wurde gefangen genommen und seine Regierung abgesetzt. Matilda erklärte sich zur Königin, zerstritt sich aber sehr schnell und wurde nach London vertrieben. Die Zeit des Aufstands und Bürgerkriegs dauerte bis 1148, als Matilda nach Frankreich zurückkehrte. Stephan konnte bis zu seinem Tod 1154 ungehindert weiter regieren, ein Jahr nachdem eine Übereinkunft mit Heinrich von Anjou (der später König Heinrich II. von England wurde) getroffen wurde, die Frieden zwischen ihnen unter der Bedingung garantierte, daß die Krone in den Besitz von Heinrich übergehen sollte. Heinrich II. aus dem Haus Anjou-Plantagenet begründete das Angevinische Reich.

Unter der Herrschaft von Heinrich II. begann eine Verschiebung der Macht wieder zurück von den Baronen zur Monarchie. Es zeigte sich auch eine ähnliche Umverteilung der legislativen Macht von der Kirche zur königlichen Seite. Diese Zeit leitete auch eine vernünftig errichtete Gesetzgebung und einen fundamentalen Wechsel weg vom Feudalismus ein.

In der Folgezeit gingen allerdings immer mehr Befugnisse auf das Parlament über, während England mit der Schlacht von Bouvines den Großteil seiner Festlandsbesitzungen verlor.

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5. England im Spätmittelalter

Der Anspruch Eduards III. auf den französischen Thron war der Auslöser für den Hundertjährigen Krieg, der offiziell 1453 ein Ende fand. Der Konflikt verlief in mehreren Phasen, mit bedeutenden Kampfhandlungen wie der Schlacht von Crécy und der Schlacht von Agincourt. Allerdings belastete er den Staatshaushalt, während die Beulenpest, die sich in ganz Europa ausbreitete, England 1349 erreichte und etwa ein Drittel der Bevölkerung tötete. Die schließlich eintretenden Mißerfolge im Hundertjährigen Krieg waren mit ein Grund für die Rosenkriege: ein sich über Jahrzehnte hinziehender Konflikt zwischen dem Haus von Lancaster und dem Haus von York um die Krone. Dieser endete mit dem Sieg von Heinrich Tudor, Heinrich VII., in der Schlacht von Bosworth Field 1485, als der Yorkist Richard III. erschlagen wurde und die Erbfolge dem Haus Tudor gesichert wurde.

Zuvor wurde die endgültige Niederlage der Aufständischen unter der Führung des walisischen Prinzen Owen Glendower 1412 von Prinz Heinrich (dem späteren Heinrich V. besiegelt. Dieser Versuch, die englische Herrschaft abzuschütteln, war die letzte größere Erhebung der Waliser.

1497 führte Michael An Gog cornische Rebellen in einem Marsch auf London. In einem Kampf am Fluß Ravensbourne in der Schlacht von Deptford Bridge, kämpften An Gog und seine Männer am 17. Juni 1497 für die Unabhängigkeit von Cornwall, wurden aber besiegt. Dieser Kampf war die letzte größere Rebellion bis zum Bürgerkrieg.

König Heinrich VIII. überwarf sich mit der Katholischen Kirche wegen seiner Scheidung von Katharina von Aragon. Obwohl seine religiöse Position nicht unbedingt protestantisch war, resultierte das Schisma in der endgültigen Abwendung Englands von der römischen Kirche. Ein bemerkenswertes Opfer des Schismas war Heinrichs Kanzler Thomas Morus. Es folgte eine Zeit großer religiöser und politischer Unruhe, die zur Reformation führte, der königlichen Zwangsenteignung von Klöstern und Reichtümern der Kirchen.

Heinrichs Töchter, Maria I. und Elisabeth I., bekannten sich zu gänzlich unterschiedlichen Positionen. Ihre Regentschaften (besonders die Marias) waren bezeichnende Zeiträume religiöser Verfolgungen. Die katholische Maria war mit Philipp II. vom ebenfalls streng katholischen Spanien verheiratet. Sie wurde 1553 gekrönt. Ihre entschlossenen Versuche, den Protestantismus nach ihrem Amtsantritt zu unterdrücken, brachten ihr den Beinamen "Bloody Mary" ein.

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6. Kultur und Gesetz

Das Luxusgesetz diktierte, welche Farbe und welches Aussehen Kleidung haben durfte, aber auch welche Hunderassen gehalten werden durften. Dies war ein einfacher Weg, Rang und Privilegien zu unterscheiden. Einzelpersonen, die nicht Mitglieder des Königshauses waren, war es unter Androhung der Todesstrafe nicht erlaubt, das "Königliche Purpur" zu tragen.

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7. Das Elisabethanische Zeitalter

Unter der folgenden Herrschaft von Elisabeth I. erlebte England einen wirtschaftlichen Aufschwung. Dies war eine Zeit von bedeutsamer kolonialer Expansion der Engländer, die oft mit Spanien in Konflikt kamen, die ihren Einfluß in der Welt ebenfalls stark ausbauten. Die Beziehungen zu Spanien wurden weiterhin nachteilig durch die Unterstützung von Freibeuterei und Angriffen auf spanische Forts beeinflußt. Auch die grundlegende Konfliktfrage der Religion beeinflußten die Beziehungen, da Elisabeth offiziell den Protestantismus durch Verabschiedung der Suprematsakte von 1599 wieder eingeführt hatte. Die Spanier versuchten eine Invasion in England, aber die vom Unglück verfolgte Spanische Armada wurde durch eine Kombination herausragender englischer Seegefechte unter der Führung von Sir Francis Drake und schlechtem Wetter besiegt.

Die Absetzung des katholischen Königs Jakob II. durch den niederländischen Protestanten Wilhelm von Oranien durch die englische Regierung führte zu einer Reihe von Aufständen, der Jakobiner Rebellion, die bis in die Mitte des 18. Jahrhundert anhielt.


Anmerkung: Nach dem 1707 erfolgten "Act of Union" überlappen sich die Geschichten von Großbritannien und England sehr stark. Nachdem England die dominierende Hegemonialmacht wurde, wird für die weiteren Ausführungen des Artikels angenommen, daß diese beiden stark übereinstimmen.


Seit der Vereinigung Schottlands mit England unter dem Act of Union sah sich Schottland mit England und Wales (Wales war schon 1536 durch Heinrich VIII. aufgenommen worden) zum Vereinigten Königreich zusammengeschlossen. Das war kein harmonischer Prozess, Schottland hatte vor dem ökonomischen Druck der Engländer kapituliert. Dieser Ablauf wurde durch die politischen Eigeninteressen der englischen Marionetten John Campbell, dem zweiten Herzog von Argyll, und James Douglas, dem zweiten Herzog von Queensberry, beschleunigt.

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8. Politische Entwicklung

1800 wurde Irland formell in die britische Politik aufgenommen, was sich in dem neuen Staat "Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Irland" widerspiegelte und England, Wales, Irland und Schottland vereinte.

Während des frühen 19. Jahrhunderts begann die Arbeiterklassen eine Stimme zu finden. Die Parlamentsreform von 1834 trug den Bevölkerungsverschiebungen der Industriellen Revolution Rechnung und beseitigte die "rotten borroughs". Mit der Zeit bildeten sich Gilden und Unionen, die, obwohl zuerst unterdrückt, mit der Zeit immer mächtiger wurden, um zu überleben. Die Revolutionen, die während der 1840er Jahre durch Europa fegten, betrafen England gar nicht und Königin Victorias Herrschaft war größtenteils ruhig, bis auf die größeren Unterschiede im Lebensstandard zwischen den wenigen Reichen und vielen Armen im Land.

Der Englisch-Irische Vertrag von 1921 war der Grundstock für den Irischen Freistaat, heute die Republik von Irland, als eigenständige Nation. Nordirland blieb Teil des Vereinigten Königreichs und der offizielle Name änderte sich in "Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Nordirland".

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