Britische Geschichte (3. Teil)
3. Teil: Geschichte Großbritanniens/Mittelalter
- Angelsachsen
- Heptarchie
- Danelag
1. Angelsachsen
Die Angelsachsen waren ein Mischvolk aus Sachsen, Angeln, Jüten, Friesen und Niederfranken, das nach dem Ende des Römischen Reiches in England entstand und zu den Vorfahren der heutigen Engländer gehört.
Die Auswanderung der Sachsen und Angeln aus dem Gebiet des heutigen Schleswig-Holstein und der Jüten aus Jütland begann im 5. Jahrhundert. Ein Teil der Sachsen blieb im Stammland und expandierte nach Süden und Südwesten (siehe Herzogtum Sachsen) und ein kleinerer Teil der Angeln wanderte in die Nordhälfte des heutigen Sachsen-Anhalt. Siedlungen mit den Endungen -leben und -legen sind anglische Gründungen. Hintergrund der Auswanderung war ein Hilfeersuchen der keltorömischen Bevölkerung nach Abzug der Römischen Legionen, um Angriffe der keltischen Pikten und Skoten abzuwehren. Die Angeln und Sachsen eroberten sodann unter Hengest und Horsa das bisher von den Römern gehaltene Gebiet.
Einen Überblick über die Siedlungsgeschichte gab der Mönch Beda in seiner Historia Ecclesiastica Gentis Anglorum. Die Angeln siedelten sich primär nördlich der Themse in East Anglia, Middle Anglia, Mercia und an der Ostküste bis südlich von Edinburgh an. Die Sachsen gründeten Essex, Wessex und Sussex im Tal der Themse und südlich bis zum Ärmelkanal. Die Jüten siedelten vornehmlich in Kent und auf der Insel Wight. Schon bald nach der Ankunft gab es Vermischungen, wie archäologische Befunde zeigten.
Die Christianisierung begann um 597 mit Augustinus von Canterbury, sie war Ende des 7. Jahrhunderts - im Gegensatz zum Festland - weitgehend abgeschlossen. Die Angelsachsen bildeten mehrere Königreiche. Im 8. Jahrhundert profilierte Mercia sich als Vormacht, König Offa von Mercia gilt als erster König von England.
Gegen Ende dieses Jahrhunderts nahmen die Wikingerzüge nach England zu, im Norden regierten die Dänen. Im Jahr 1066 wurde das Gebiet der Angelsachsen von den Normannen erobert. Gleichwohl hielten sich angelsächsische Kultur und Sprache noch längere Zeit, bis eine Vermischung mit der französischen Sprache der Normannen eintrat. Ein Beispiel für die Auseinandersetzung zwischen Angelsachsen und Normannen ist die Legendenfigur Robin Hood, der die Angelsachsen im Widerstand gegen die Normannenherrschaft symbolisierte.
Die angelsächsische Sprache, die der altsächsischen Sprache ähnlich ist, stellt eine wesentliche Wurzel der englischen Sprache dar. Noch heute, trotz 1500 jähriger Parallelentwicklung, sind Gemeinsamkeiten zwischen der englischen Sprache und der niedersächsischen Sprache zu erkennen, die sich ebenfalls aus der altsächsischen Sprache entwickelt hat.
2. Heptarchie
Heptarchie (von griechisch für sieben und Herrschaft) ist ein Name für jene frühmittelalterliche Periode, in der England in angelsächsische Kleinkönigreiche geteilt war.
Nur wenige Angehörige der Inselvölker konnten lesen oder schreiben, so daß die Jahre zwischen 400 n. Chr und 800 n. Chr oft als das dunkle Zeitalter (Dark Ages) bezeichnet werden. Es gibt so gut wie keine schriftlichen Aufzeichnungen aus jener Zeit. Legenden und Sagen wie etwa "König Arthurs Tafelrunde" haben ihren Ursprung in dieser Zeit.
Trotz der fast vierhundertjährigen Besatzung der Insel hinterließen die Römer, abgesehen von Bauten und Gegenständen, wenig Kultur. Brutaler und nachhaltiger drückten zunächst ihre Nachfolger der Insel ihren Stempel auf. Germanische Stämme, Jüten, Angeln und Sachsen, fielen plündernd und mordend in das von den Römern verlassene Gebiet ein und erstickten in weiten Bereichen das römisch geprägte Leben der Kelten. In der Folge gründeten die neuen Herren auf dem Boden des heutigen Englands und teilweise auch Schottlands sieben kleinere Königreiche, die so genannte Heptarchie; diese sieben waren:
- Essex
- Sussex
- Wessex
- Kent
- Ostanglien (East Anglia)
- Mercia
- Northumbrien (Northumbria)
- Deira und Bernicia, das spätere Northumbria
Letzteres erstreckte sich von York die Ostküste hinauf bis in das Gebiet des heutigen Edinburgh. Es wurde das größte Königreich auf dieser Vielvölkerinsel.
Während die Briten christlich geblieben waren und die Mission über den Hl. Patrick nach Irland und im 6. Jahrhundert auch Schottland erreichte, blieben die Angelsachsen zunächst bei ihrem germanischen Heidentum. Mit der Bekehrung der Könige von Kent durch Augustinus 597 begann dann das christliche Zeitalter Englands, das mit dem Wirken Bedas um 700 einen ersten Höhepunkt erlebte.
Unter den sieben Königreichen zeigte sich im 7. Jahrhundert eine Dominanz Northumbrias, die im 8. Jahrhundert von der Mercias (unter Offa) abgelöst wurde, ehe im 9. Jahrhundert der Aufstieg von Wessex einsetzte; die Heptarchie ndete gegen 850 mit den Einfällen der Wikinger in England.
Von besonderer Bedeutung war der Ehrentitel des Bretwalda, der einen der regionalen Fürsten zum primus inter pares bestimmte.
Der Name "Heptarchie" ist nicht ganz zutreffend, da es neben den sieben genannten Reichen noch weitere gab, die heute weniger bekannt sind, aber zumindest zeitweise über eine gleichwertige Machtfülle verfügten. Zu diesen gehörten Lindsey, Hwicce und Surrey.
3. Danelag
Als Danelag (englisch: Danelaw) bezeichnet man ein Gebiet in England, das beginnend um 780 von Dänen erobert und spätestens 884 auch von den nicht unterworfenen angelsächsischen Reichen anerkannt wurde. Zu dem Gebiet gehörten Northumberland und ein Großteil von Mittelengland und Ostanglien, also grob gesagt der Norden und nördliche Osten des heutigen England.
In diesem Gebiet galt dänisches Gesetz und es wurden dänische Gebräuche gepflegt, die die Wikinger eingeführt hatten.
Die Wikinger forderten Tributzahlungen ein, das so genannte Danegeld ("Gold der Dänen") und verzichteten dafür auf Kampfhandlungen.
Es wurde 924 von König Edward zurückerobert, da große Teile des Heeres der Wikinger England verlassen hatten.
... wird noch ergänzt ...
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