De Lorean
- One Man's Dream
- Der Misserfolg
- Die Pleite
- Der Filmstar
- Weblinks
- Quelle
1. One Man's Dream
Der Sportwagenhersteller De Lorean Motor Company (DMC) war ein ehrgeiziges Projekt des ehemaligen GMC-Managers John Z. DeLorean, das 1975 gegründet wurde und 1980 im Nordirischen Dunmurry damit begann, das wohl einzige Serienmodell mit Karrosserie aus rostfreiem Stahl herzustellen.
Die von Giorgio Giugiaro gezeichnete Keilform und der matte Glanz der roh belassenen Edelstahlkarrosserie des Flügeltürers verliehen dem einzigen Modell "DeLorean DMC-12" modisch moderne (Audi quattro, Lotus Esprit, VW Scirocco) aber auch einzigartige Erscheinung.
Beim DMC-12 blieb es bei dem einzigen Modell des Unternehmes, das seine Produktion jedoch bereits nach 18 Monaten und etwa 8.600 hergestellten Fahrzeugen Absätze wieder einstellen mußte.
2. Der Misserfolg
Als ein Fahrzeug der Superlative gedacht, konnte DeLorean jedoch den Erwartungen nicht gerecht werden.
Obwohl bei Lotus zeitgleich mit dem legendären Esprit (mit dem er sich z. B. die Frontscheibe teilt) entwickelt, war der DMC-12 kein wirklicher Sportwagen: Mit rund 1,5 Tonnen Gewicht und lediglich knapp 140 PS aus einem von PRV produzierten 6-Zylinder-(V-Motor) mit Renault-Getriebe, lag er weit hinter den Fahrleistungen und Standards etablierter Fahrzeuge wie z. B. der Corvette oder den Ferraris zurück. Und selbst Porsche hatte damals mit seinem Porsche 928 trotz des für den US-Markt wichtigen V8-Motors zu kämpfen.
Schlechte Verarbeitung und diverse weitere Konstruktionsfehler trugen nicht gerade zur Beliebtheit des Wagens bei. Der Tankstutzen z. B. war zunächst im vorne gelegenen Kofferraum untergebracht. Eine Parallele zum legendären VW Käfer. Beim Tanken schwappte aufgrund mangelnder Belüftung gern mal Benzin über und lief ins Gepäck - weshalb VW die Einfüllöffnung schon in den 60er-Jahren nach Außen verlegte. Dies wurde bei späteren Modellen des DMC-12 korrigiert (erkennbar an der Klappe an der Windschutzscheibe).
Immer wieder waren auch die innovativen Flügeltüren ein Problem: Zwar benötigten sie nur sehr wenig Platz zum Öffnen (im Vergleich zu anderen "Flüglern", wie z. B. dem klassichen 300SL-Coupe von Mercedes-Benz). Diese besaßen zwar elektische Fensterheber, jedoch konnte man nur einen winzigen Spalt in der Fensterfläche tatsächlich versenken: Ein absoluter Fauxpas im Mutterland der Drive-In-Schalter. Dazu waren die Türen oftmals undicht.
So manches Automagazin schrieb denn auch vernichtende Kritiken. Ein Zitat zur Übersichtlichkeit der Karosserie: "Das Auto hat mehr tote Winkel als ein Kleinstadtfriedhof!"
3. Die Pleite
Das schlechte Image des Wagens war aber nicht das einzige Problem des Unternehmens: Politische Unruhen in Irland und Unsauberkeiten bei der finanziellen Seite von DMC führten schließlich dazu, daß die britische Regierung die Subventionen für das Werk einstellte. In dieser Situation wurde zudem ein Skandal um John De Lorean bekannt, als das FBI in den Türen in die USA importierter Wagen Kokain fand. De Lorean beteuerte seine Unschuld und tauchte für Jahre unter.
1983 mußte der Konzern schließlich Konkurs anmelden.
Die Produktionsanlagen wurden verschrottet und teilweise sogar im Atlantik versenkt. Aus den bis dahin gebauten Einzel- und Ersatzteilen wurden noch einige Exemplare des Fahrzeugs hergestellt, u. a. ein drittes Fahrzeug aus 24-karätigem Gold (zwei Wagen waren zuvor speziell für Luxus-Kataloge u. a. von American Express gebaut worden). So ist heute z. B. der rechte Kotflügel eines der seltensten Erstatzteile. Viele andere Teile der Technik stammen jedoch aus Großserien von z. B. Bosch, was einen Unterhalt des Fahrzeuge heute noch möglich macht.
4. Der Filmstar
Das der DeLorean dennoch nicht in Vergessenheit geriet und statt dessen sogar zur Legende wurde, verdankt er seinen Auftritt im Kino-Film "Zurück in die Zukunft". In diesem Streifen werkelte im Heck des Wagens jedoch zusätzlich zum behäbigen V6 ein fiktiver Fluxkompensator. Ein Grund, warum der Wagen "sogar" 88 Meilen bzw. 140 Stundenkilomter erreichte.
Die Karriere als Zeitmaschine hat der DMC-12 verschiedenen Gründen zu verdanken, denn ursprünglich sollte ein Kühlschrank als Zeitmaschine genutzt werden. Man befürchtete jedoch, daß sich Kinder in ein echtes Gerät setzen könnten, um den Film nachzuspielen. Außerdem wäre ein so gewöhnliches Gerät recht unspektakulär gewesen. Ein Auto sollte her. Hier stellte sich jedoch ein ähnliches Problem, mit dem z. B. auch die Produzenten der TV-Serie "Knight Rider" (1981) zu kämpfen hatten. Es gab Todesfälle, nachdem die Fahrer schwarzer Pontiac Trans Ams versucht hatten, Stunts der Serie nachzustellen.
Da kam der gefloppte DMC-12 den Filmemachern gerade recht: Er war selten genug, sah durch die Edelstahl-Oberfläche sehr exotisch aus und war zudem günstig zu bekommen: Hunderte Fahrzeuge standen "auf Halde".
Nach dem Erfolg des Film und seinen zwei Fortsetzungen erlangte der DeLorean Kultstatus und lernte schließlich in einem der ersten CGI-Filmeffekte fliegen: "Straßen? - Wo wir hingehen, brauchen wir keine Straßen!"
5. Weblinks
6. Quelle
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