In den Highlands Queens View (Loch Tummel) Eilean Donan Castle
 Schottland > Fakten und Zahlen > Klima, Fauna und Flora
eMail  eMail    Druckversion  Druckversion 

 

 

 

 

Klima, Fauna und Flora

Klima

Auf das schottische Klima treffen die Charakteristika des britischen Klimas besonders ausgeprägt zu: Es besitzt ein kühl-gemäßigtes ozeanisches Klima, welches durch den Einfluß des Golfstroms wesentlich milder und ausgeglichener ist, als man es für die geographische Lage Schottlands vermutet. Die Winter sind eher mild, die Sommer eher kühl und in allen Jahreszeiten sehr niederschlagsreich (der nasseste Ort in Schottland ist übrigens Fort William). Besonders typisch für Schottland sind folgende Punkte, geprägt vor allem von der Lage am Meer und der engen Verzahnung von Wasser und Land sowie seine geographische Lage mit den Westwinden und den rasch wechselnden Wetterlagen:

  • Relativ geringe Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht
  • Relativ geringe Temperaturschwankungen zwischen Sommer und Winter
  • Hohe Niederschläge zu allem Jahreszeiten, insbesondere in den Höhenlagen und an der Westseite der Gebirge
  • Häufige starke Winde bis hin zu Stürmen, insbesondere an der Westküste
  • Relativ trockene Wetterverhältnisse an der Ostküste. Hier im Winter die größte Wahrscheinlichkeit für Fröste
  • Der Westen ist im Winter eher naßkalt und die Temperaturen fallen selten unter den Gefrierpunkt

Auf den Inseln und in den Highlands sind diese Charateristikas am stärksten ausgeprägt, da hier der direkte Einfluß vom Atlantik her vorherrscht. Die jährlichen Niederschlagssummen weisen Werte zwischen 1.400 mm (in geschützten Küstenlagen) bis zu 3.000 mm (an der Westküste und an höheren bergen) bis hin zu 4.000 mm am Ben Nevis auf. Der meiste Regen fällt im Herbst und im Winter. Die Temperaturen schwanken nur sehr wenig. Und zwar zwischen 4 bis 7 °C im Januar (z.B. Stornoway, Isle of Lewis) und 12 bis 14 °C im Juli (ebenfalls Stornoway, Isle of Lewis). Frost und Schnee treten im Westen eher selten auf. Ebenso Nebel, der durch den ständig wehenden Wind gar nicht erst aufkommen kann.

In den Grampian Mountains, an der Ostküste und in den Lowlands nehmen die direkten Einflüße durch den Ozean im Westen ab. Die Niederschlagsmengen gehen erheblich zurück und die Sommer werden wesentlich wärmer. Die jährlichen Temperatureschwankungen zwischen Sommer und Winter nehmen dadurch bedingt zu. Diese reichen von 8 bis 9 °C (auf den westlichen Inseln) bis auf 11 bis 12 °C im östlichen Tiefland. Dazu ein Beispiel: In Edinburgh ist der kälteste Monat der Januar mit 3,7 °C und der wärmste Monat der Juli mit 14,7 °C. Die Niederschlagsmengen belaufen sich auf 700 mm. Es ist also wesentlich trockener und milder als in den Highlands. Aber noch kühler als im Süden Englands.

Die südlichen Uplands nehmen wettermäßig eher eine Mittelstellung ein. Auch hier nehmen die Niederschläge von Westen nach Osten ab; die Temperaturen im Winter und im Sommer ähneln denen der östlichen Grampian Mountains (je nach Höhenlage). Hochdruckwetterlagen im Winter können durch Ostwinde kalte und trockenere Luftmassen kontinentalen Ursprungs heranführen und somit für längere Frostperioden sorgen. Im Sommer hingegen können langanhaltende Schönwetterperioden mit hohen Temperaturen eintreten.

Seitenanfang

Fauna

Schottland ist ein Vogelparadies: Der Goldadler (»golden eagle«) nistet hoch in den Bergen von Skye und Wester Ross, der Seeadler (»white-tailed eagle«) war ausgestorben, ist von Norwegen wieder eingeführt worden und wird sorgfältig gehütet. Die Nistplätze der Fischadler, die vor einigen Jahren nach Schottland zurückkamen, werden sorgfältig beobachtet. Wanderfalke, Turmfalke, Zwergfalke und Bussard findet man sehr häufig. Die schwarzköpfige Seemöve nistet in den Fjorden, während die heringsmöwe mehr die Fischereihäfen bevorzugt. Im Frühling hört man bei Moorwanderungen die Schreie von Kiebitzen und die des Brachvogels. In den vielen Flüssen (beispielweise Tweed, Spey, Tay oder Dee) finden Forellen und besonders Lachse hervorragende Lebensbedingungnen. Außerdem sind hier Biber, Dachse, Otter, Wildkatzen und -ziegen sowie Otter und Seehunde in den Küstenregionen heimisch.

Das wohl bekannteste Tier Schottlands ist das Moorhuhn (»grouse«) sowie das Birk- und Schneehuhn, das sich überwiegend in den torfig-sumpfigen Regionen der nördlichen Highlands aufhält und zu Beginn des Augusts jährlich tausenden von schießwütigen Briten zum Opfer fällt.

Desweiteren findet man, besonders in den Highlands, nach dem das Geschäft mit der Wollproduktion nicht mehr rentabel war (Highland Clearances) eine Vielzahl von Rehwild, besonders Rothirsche, den dem "feinen" Engländer als jagbares Wild zum Abschießen zur "Verfügung" stehen.

Auf den Inseln der Orkneys und der Shetlands findet man eine weitere Vielzahl von Seevögel. Darunter auch den putzigen Papgeientaucher (»Puffins« oder »Tammy Noirie« [auf den Shetlands]), der sich mit Tölpeln, Eisenten, Seeschwalben, verschiedene Gattungen von Gänsen und Eissturmvögeln die raren Nistplätze teilt. Und zu guter Letzt dürfen natürlich die kleinen, aber kräftigen Shetland-Ponies nicht vergessen werden.

Seitenanfang

Flora

Der einzige einheimsche Nadelbaum ist die schottische Kiefer (»Scottish Pine«), ein Überbleibsel aus den großen kaledonischen Wäldern, die einst ganz Schottland bedeckt hatten. Andere Nadelbäume, wie die Lärche, die Tanne und die Rottanne sind mit Erfolg eingeführt worden, bilden aber heute riesige Monokulturlandschaften und dienen mehr der Holz- und Papierproduktion als der Wiederaufforstung (wobei hier in dieser Hinsicht in den letzten Jahren sehr starke Anstrengungen unternommen worden sind). Einheimische Harthölzer sind die Birke, Eiche, Weide, Ulme, Eberesche, Erle und die Haselnuß also alles Bäume, dies es auch einmal naß vertragen können. Die Baumgrenze richtet sich mehr nach der Stärke und Richtung des Windes als nach Höhe und Temperatur. Unter den Bodenpflanzen innerhalb der Kiefernwälder findet nach wilde Orchideen und die Feuerlilie.

Die Torfentwicklung hat dazu beigetragen, Schottlands Wälder zurückzudrängen. Bis heute sind weite Gebiete Torflandschaften (z.B. Rannoch Moor, die Hebriden oder die Orkneys und Shetlands), aus dem der wichtige Brennstoff gestochen wird, nicht zu vergessen, der extrem hohe Stellenwert des Torfes für die Whiskyproduktion. Eine für das gesamte Königreich zuständige Forstkommission kümmert sich seit 1919 um die Aufgabe, neue Wälder anzupflanzen. Weite Teile sind wieder aufgeforstet.

Zahlreich sind Schottlands Hochmoore, wobei man zwischen dem grünen Gras- und Farnweideland und der Heide unterscheiden muß. Der Farn (»bracken«) färbt sich im Herbst golden, die Heide purpur. Nirgends in Europa gibt es größere zusammenhängende Heideflächen als im schottischen Hochland. In den Grampians finden sich arktisch-alpine Pflanzen wie Mooslichtnelke und die Bergazalee. Im Mai und Juni blühen im Westen ganze Rhododendrenwälder in üppiger Farbe und Fülle.

Die Schotten sind wie die Engländer begeisterte Hobbygärtner. Der angelegte Golfstrom-Garten von Inverewe ist eine Augenweide und ein Beispiel dafür, wie ein Garten selbst im hohen Norden gedeihen kann, wenn er nur den Golfstrom geschützt wird. So gedeihen in seinem Schutz sogar Magnolien, Eukalyptusbäume, Koniferen und Azaleen.

Die Orkney- und Shetlandinseln dagegen weisen so gut wie keinerlei Vegetation auf. Bäume wachsen nur in extrem geschützten Ecken und sind daher sehr rar. Meist findet man kurze Gräser, die als Weiden dienen oder Moose und Flechten, besonders auf den Felsen in der Küstennähe. Heide und Torf bestimmen das Landschaftsbild.

Die schottische Vegetation läßt sich in fünf Höhenstufen einteilen:

  1. Eichenwaldstufe: (200 bis 250 m ü. d. M.). Lowlands und Southern Uplands.
  2. Kifern- und Birkenwaldstufe: (200 bis 250 m bzw. 400 und bis zu 600 ü. d. M.). Mittlere Höhenlagen der Grampians.
  3. Zwergstrauchheiden- und Hochmoorstufe: (300 bis 650 m ü. d. M.).
  4. Arktisch-alpines Grasland: (bis 900 m ü. d. M.). Grampian Mountains, Northwest Highlands.
  5. Obere arktisch-apline Stufe: (ab 900 m ü. d. M.). Hebriden und Orkney- und Shetlandinseln.

Quellen: Diverse Reiseführer

Seitenanfang


Copyright © 2004 - 2012 by Michael Uhr  -  eMail an: Webmaster  -  Impressum  -  aktualisiert am: 11.05.2008