 |
Land und Leute
Lage, Naturraum
Schottland breitet sich von 55° bis 61° nördlicher Breite bis 1° 50' bis 9° westlicher Länge einschließlich den Inseln aus. Schottland bildet den nördlichen Teil der Insel Großbritannien.
Schottland teilt sich in drei geographische Regionen auf:
- den Highlands
- den Lowlands
- den Southern Uplands.
Die südlich gelegenen Lowlands sind stärker von England geprägt, aufgrund des leichteren Zugangs zu diesen Regionen. So ergaben sich die kulturellen Unterschiede in den beiden Gebieten. Schottland bedeckt in etwa ein Drittel der Fläche von Großbritannien.
Mit dem Begriff Highlands, auch Hochland von Schottland oder Schottisches Hochland genannt, wird das Gebirge im Norden Schottlands bezeichnet, in Abgrenzung zum tiefergelegenen Flachland (Lowlands). Die Highlands werden durch den tektonischen Graben Glen More in die Northwest Highlands und die Grampian Mountains unterteilt. Entlang des Glen More befinden sich verschiedene Seen, u.a. das Loch Ness. Der höchste Berg der britischen Inseln, der Ben Nevis (1343 m) befindet sich in den Grampian Mountains. Die Highlands waren weniger dem englischen Einfluss ausgesetzt als das Lowland. Dadurch haben sie einen kulturell eigenen Charakter bewahrt. Insbesondere die Klan-Struktur ist in den Highlands noch lebendig. Dies und die Produktion von Whisky haben die Highlands weltberühmt gemacht.
Die Lowlands (Tieflande) sind neben den Highlands (Hochlande) und den Borders (Grenzlande), auch Southern Uplands genannt, die dritte geographische Region Schottlands. Zu den Lowlands werden die zentralschottischen Städte Edinburgh, Glasgow und Dundee gerechnet.
Landfläche
- Die Fläche Schottlands beträgt: 78.772 km² (das sind 34% der Fläche Großbritanniens).
- Größte Längenausdehnung von Nord nach Süd: 440 km.
- Größte Breitenausdehnung von West nach Ost (auf der Höhe von Applecross gegenüber der Isle of Skye): 248 km.
- Engste Stelle zwischen dem Firth of Clyde und dem Firth of Forth: 48 km.
Nutzung
- 39,7 % Heide und Moor.
- 38,9 % Acker-, Weide- und Brachland.
- 12,5 % Nutzwald.
- 3 % Bebauung.
- 2,3 % Süßwasser.
- 1,8 % naturbelassener Wald.
- 0,5 % Fels.
- Landwirtschaftlich genutzt: 5,8 Mio. Hektar (darunter 4,1 Mio. Hektar Weideland und 520.000 Hektar Getreideanbau).
Seen und Flüsse
- Loch Lommond - größter See Großbritanniens (71,1 km² Wasserfläche).
- Loch Ness - größte Wassermenge (7447 Mio. m³).
- Die längsten Flüsse sind Tay, Spey und Clyde.
Berge
- Höchster Berg: Ben Nevis (1344 m) bei Fort William und damit auch der höchste Berg Großbritanniens.
- Zweithöchster Berg: Ben MacDhui (1309 m).
- Dritthöchster Berg: Braeriach (1296 m).
Inseln
- Über 790 Inseln (fast 600 vor der Westküste), ca. 130 davon bewohnt.
- Die größten Inseln gehören zu den Hebriden:
- Lewis/Harris (1971 km²)
- Skye (1380 km²)
- Mull (907 km²).
Eine komplette Übersicht über alle Schottischen Inseln finden Sie mit diesem Link hier.
Bevölkerung (Stand 2006)
- Einwohnerzahl: etwa 5,15 Mio. (davon sind 2,67 Mio. weiblich und 2,48 Mio. männlich).
- Die größten Städte sind:
- Glasgow (754.000 Einwohner)
- Edinburgh (409.000 Einwohner)
- Aberdeen (187.000 Einwohner)
- Dundee (172.000 Einwohner)
- Erwerbstätige:
- 1,5 Mio. im Dienstleistungsgewerbe
- 1 Mio. in der Industrie
- 637.000 im öffentlichen Dienst
Die Schotten stammen ethnisch von den Angelsachsen, Kelten und Skandinaviern ab, haben zum Teil aber auch irische Einflüsse. Die meisten sprechen Englisch oder Scots, auch als 'Lallans', d.h. 'Lowlands' bekannt. Eine Minderheit, größtenteils vertreten auf den westlichen Inseln und in Glasgow, spricht noch schottisches Gälisch. Vor der Vereinigung mit England im Jahr 1707 wurde Scots in den Gerichten und im schottischen Parlament gesprochen.
Nationale Feiertage
Der schottische Nationalfeiertag ist der Tag des Hl. Andreas (30. November):
Er wird aber heutzutage weitgehend von der so genannten Burns-Nacht überschattet. Der Hl. Andreas, einer der zwölf Apostel, ist der Schutzheilige Schottlands. Ein Teil seiner Gebeine soll im 4. Jahrhundert in das heutige St. Andrews (Grafschaft Fife) gebracht worden sein. Schon seit dem Mittelalter gilt das X-förmige Schrägkreuz, an dem der Hl. Andreas angeblich den Kreuzestod erlitt, als das Wahrzeichen Schottlands.
Der Tag des Hl. David (1. März):
Ist der walisische Nationalfeiertag. Der Hl. David (etwa 520-588), der Schutzheilige von Wales, war Begründer und erster Abt und Bischof von Menevia, dem heutigen St. David's in der südwalisischen Grafschaft Dyfed. Patriotisch gesinnte Waliser feiern den Tag durch das Tragen von Narzissen oder Lauch. Beide Pflanzen gelten von je her als walisische Embleme.
Der englische Nationalfeiertag ist der St. Georgstag (23. April):
Der Hl. Georg ist der Schutzheilige Englands. Nach einer Geschichte, die erstmals im 6. Jahrhundert dokumentiert ist, rettete der Hl. Georg eine glücklose Jungfrau, indem er einen Feuer speienden Drachen erschlug. Der Name des Heiligen diente als Schlachtruf der englischen Ritter, die im Hundertjährigen Krieg (1338-1453) unter dem Rotkreuzbanner des Hl. Georg kämpften. Shakespeare verewigte diesen Ruf in seinem Stück Heinrich V. mit den Zeilen:
"Ich seh' euch stehn, wie Jagdhund' an der Leine, Gerichtet auf den Sprung; das Wild ist auf, Folgt Eurem Mute, und bei diesem Sturm Ruft: Gott mit Heinrich! England! Sankt Georg!"
Das rote Kreuz des Hl. Georg weht auch heute noch über jeder englischen Pfarrkirche, um den Festtag des Heiligen zu begehen.
Der Tag des Hl. Patricius (17. März):
ist ein öffentlicher Feiertag in Nordirland. Die Arbeit des Hl. Patricius (etwa 389 - etwa 461) trug entscheidend zur Verbreitung des Christentums in Irland bei. Der in Britannien geborene Patricius wurde von Piraten entführt und verbrachte sechs Jahre in der Sklaverei, bevor er entfliehen konnte und später Missionar wurde. Man begeht den Tag durch das Tragen von Kleeblättern, dem Wahrzeichen Nordirlands und der Republik Irland.
Weitere Feier- oder Festtage sind:
- 1. Januar: New Year's Day
- 2. Januar
- 25. Januar: Burn's Supper (zum Geburtstag von Robert Burns)
- Letzter Montag im Mai oder erster Montag im Juni: Spring Bank Holiday
- Letzter Montag im August oder erster Montag im September: Summer Bank Holiday
- 31. Oktober: Halloween
- 30. November: St. Andrew's Day (Festtag des Nationalheiligen)
- 25. Dezember: Christmas Day
- 26. Dezember: Boxing Day
- 31. Dezember: Hogmanay (Silvester; der bedeutendste Festtag im Jahr)
Ein "schöner" Brauch in Schottland und Großbritannien ist der: Fällt ein gesetzlicher Feiertag auf einen Samstag oder Sonntag dann wird er am darauffolgenden Montag nachgeholt.
Eine Übersicht über die Feiertage in Großbritannien finden Sie hier mit dem nachstehenden Link.
Quellen: Diverse Reiseführer
|
 |