In den Highlands Queens View (Loch Tummel) Eilean Donan Castle
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Kultur und Musik

Kunst/Kultur

Die ersten Zeugen kulturellen und künsterlichen Lebens stammen aus der Steinzeit. Hier sind vor allen die riesigen Steinkreise (Callanish [Lewis], Ring of Brodgar, Standing Stones of Stenness [beide Orkney]), das mächtige Kammergrab Maes Howe [Orkney] sowie das gut erhaltene Steinzeitdorf Skara Brae [Orkney] zu nennen. Aus der Eisen-, Bronze- und Wikingerzeit stammen die Überreste der Sieldung von Jarlshof [Shetland] sowie aus der keltischen Zeit die vielen Rundtürme, Brochs oder Duns, genannt. Zu den am besten erhaltenen zählen der broch of Mousa [Shetland], Broch of Guerness [Orkney] und der Dun Carloway Broch [Lewis]. Weitere Zeugen der keltischen Kunst sind die vielen freistehenden Hochkreuze, von dnen auf der Insel Iona noch das St. Martin's Cross und St.John's Cross oder das Ruthwell Cross nahe Dumfries zu bestaunen sind. Leider wurden vieles der keltischen Kultur durch die Reformation durch John Knox im 16. und 17. Jahrhundert zerstört.Auch aus der piktischen Zeit sind uns viele Zegnisse erhalten geblieben. So sind die vielen piktischen Symbolsteine zu nennen, die immer wiederkehrenden Verzierungen mit Tierbildnissen und Symbolen ausweisen. Die schönsten Exemplare findet man im Nordosten, nahe Brechin, Meigle, Aberlemno, Richtung Aberdeen oder um Inverurie herum sowie hoch im Norden (Nigg, Shandwick).

In Schottland sind alle Epochen der europäischen Architektur vertreten. Man unterscheidet in die

  • Normannische Architektur (1066-1190)
  • Gotische Architektur, die sich in die drei Phasen unterteilt:
    1. Early English (1190-1307)
    2. Decorated (1307-1377)
    3. Perpendicular (1350-1485)

Wegen vieler Fehden, Kriege und der Reformation bleiben jedoch meist nur noch Ruinen übrig. Das wesentlichste Merkmal schottischer Baukunst ist die Vorliebe für die Steinbauweise. Der wohl älteste normannische Bau ist die St. Margarets Kapelle aus dem 11. Jahrhundert. Sie steht auf auf der höchsten Stelle des "Castle Rock" von Edinburgh und gehört somit zum Edinburgh Castle. Weitere Beispiel sind die St. Regulus Kirche (12. Jhd., St. Andrews), die St. Magnus Kathedrale (12. Jhd., Kirkwall/Orkney) und die Dunfermline Abbey (11. Jhd., Dunfermline) sowie die vier Border Abbeys von Jedburgh, Kelso, Dryburgh und Melrose.

Besonders Beachtung verdienen die vielen Burgen und Schlösser in Schottland. Angefangen vom einfachen, befestigten Wohnturm (Smailholm Tower) bis hin zum Renaissancepalast (Stirling, Falkland, Linlithgow). Im 17. Jahrhundert entstand er palladinische Stil (Holyrood Palast) und im 18. Jahrhundert der klassizistische Stil durch Architekten Robert (1728-1792) und John Adam (1721-1792). Hier wären Culzean Castle und das Pollok House bei Glasgow zu nennen.

Die schottische Malerei orientierte sich nicht an der englischen Malerei. Vom Mittelalter bis zur Neuzeit nahmen die holländische, französische und italienische Malerei Einfluß. Politische und wirtschaftliche Nöte hinderten jedoch bis zum 18. Jahrhundert die Malerei an ihrer Entfaltung; doch Edinburghs "Golden Age" brachte zwei bedeutende Portraitmaler hervor: Allan Ramsey (1686-1758) und Henry Raeburn (1756-1823). Im 19. Jahrhundert folgten Persönlichkeiten wie Alexander Nasmyth (1758-1840) und Horatio McCulloch (1805-1867) mit einem neuen Konzept für Landschaftsmalerei, für die die romantischen Hochlandbilder typisch sind. Andere K¨nstler wanden sich - unter dem Einfluß der holländischen Malerei - der Genremalerei zu. Ein wichtiger Vertreter dieses Stils war Sir David Wilkie (1785-1841). Der erste große Impressionist war William MacTaggert (1835-1910), der mit der "Breakaway-Bewegung" der 23 "Glasgow Boys" anführte und somit die Moderne mitbegründete.

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Literatur/Musik

Die altschottische Literatur in gälischer Sprache ist schriftlich nicht niedergelegt; sie wurde nur mündlich in Volksliedern weitergegeben, wurde ins Schottisch-Englische übersetzt und hat so die Zeit überlebt. Eines der ersten überlieferten Werke ist John Barbours Reimchronik "The Bruce" aus dem Jahre 1375; ein schottisches Nationalepos im englischen Dialekt der schottischen Lowlands.

Zu den Dichtern des 18. Jahrhunderts, die ihre Verse im schottischen Englisch verfaßt haben, gehören vor allem Allan Ramsay (1686-1758) und Robert Fergusson (1750-1774). Der bekannteste Dichter dieser Zeit war jedoch Robert Burns (1759-1796), der mit seiner Volksliedersammlung die schottische Dichtung bis zur heutigen Zeit lebendig gehalten hat. 1765 erschienen James MacPhersons berühmt-berüchtigten "Übertragungen" der Ossian-Gedichte unter dem Titel "Fingal" (als Originalepos in gälischer Sprache angekündigt). Wie sich später jedoch herausstellte, waren diese Verse Fälschungen, beflügelten aber die schottischen Literaten.

Sir Walter Scott 81771-1832) wurde als Romanschriftsteller weltberühmt. Er veröffentlichte Volkslieder und Balladen aus dem Grenzland zu England und schrieb selbst volkstümliche Balladen, verfaßte Rittergedichte und Novellen. Die ersten Werke verfaßte er noch unter dem Pseudonym "Waverley". Historische Romane von ihm sind "Ivanhoe", "Kenilworth", "Nigel", "Woodstock" und "Quentin Durward". Sein bekanntestes Werk "Life of Napoleon Bonaparte" ist nicht frei von Parteilichkeit. In der lyrisch-epischen Dichtung "The Lady of the Lake" verherrlicht er die Schönheit der Highlands.

Weitere bekannte Romanschriftsteller sind unter anderem Tobias Smolett (1721-1771, "Humphrey Clinker"), Robert Louis Stevenson (1850-1894, "Die Schatzinsel", "Dr. Jekyll und Mr. Hyde"), Sir Arthur Conan Doyle (1859-1930, "Sherlock Holmes"), John Buchanan (1875-1940, "Cromwell"), Neill Gunn (1891-1973, "Der Quell am Ende der Welt") und James Barrie (1860-1937, "Peter Pan").

Der bedeutendste Schriftseller des 20. Jahrhunderts war Hugh MacDiarmid (1892-1978), ein Wegbereiter zur Wiederbelebung der schottischen Nationalliteratur. Sein berühmtestes Werk ist das Gedicht "A Drunk Man Looks at the Thistle".

Dudelsackspieler

Beim Thema "Schottische Musik" denkt jeder sofort an Volksmusik und an Kilt, Tartan und Dudelsack. In der Tat brachte Schottland nie einen wirklichen Komponisten hervor, auch wenn Schottland mit den keltischen Barden und den römisch-katholischen Mönchen geschulte Musiker aufzuweisen hatte. Doch diese sind heute längst vergessen. Hervor tut sich lediglich der Kirchenmusiker Robert Carver (geboren um 1485) mit seinen Messen und Motetten. Ebenso wenig bekannt ist Tobias Hume (geboren um 1569) mit seiner virtuosen Consort-Musik oder John Abell (geboren um 1652) mit seine Airs. Im 18. und 19. Jahrhundert behrrschte die italienische Musik das Geschehen in Schottland. Trotz dessen veröffentlichte James Oswald (geboren um 1711) seine Sammlung von Volksweisen und erhielt sie so der Nachwelt.

In dem ausgehenden 19. Jahrhundert entstand das "National Mod", ein Festival, welches die gälische Kulter pflegen soll und jetzt jedes Jahr in einer anderen Stadt stattfindet. Auf diesen Festivals ist noch die keltische Harfe (clarsach), ein Musikinstrument, welches im 9. Jahrhundert eingeführt wurde und bis ans Ende des 18. Jahrhunderts völlig vergessen war, zu hören. Für Harfenmusik ist die Gruppe Sileas wohl am bekanntesten. Auch weit verbreitet sit die Fiddle, eine Art Geige irischen Ursprungs und nicht zu vergessen die Bag Pipes (Pìob Mhòr), der schottische Dudelsack also.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erstarkte die Musikwelt durch das kulturelle Bewußtsein duch die Arbeiterbewegung. Zu dieser Phase gehöhrt unter anderem Ewan McColl (1915-1989) mit seinem Song "Dirty Old Town" (mittlerweile ein Klassiker) oder Hamis Henderson (geboren 1919) mit seiner alternativen schottischen Nationalhymne "Freedom Come All Ye". Durch das Folk-Revival in den sechziger Jahren wurde auch die alte Volksmusik wiederentdeckt und an die Moderne angepaß. Die Lieder werden nicht nur mehr in englisch, sondern auch vermehrt wieder in gälisch vorgetragen. Die bekanntesten Bands sind die Corries, Run Rig (von der Insel Skye), die McCalmans, die Proclaimers, Big Country und viele mehr.

Quellen: Diverse Reiseführer

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