Wirtschaft und Verkehr
Wirtschaft
Schottlands technische Fachkenntnisse und Innovationen sind bis weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Von den Pionierleistungen der fr¨hen Schiffbauer bis hin zur heutigen Präzisionselektronik. Seit James Watt 1769 ein Patent für seine verbesserte Dampfmaschine erhielt, spielen die Schotten in der Technologie eine Vorreiterrolle.
Schottlands Renommée als Schauplatz technologischer Spitzenleistungen spiegelt sich heute in den Innovationen wider, die an den Universitäten und Colleges des Landes entwickelt werden. Die vielseitige industrielle Basis gibt ein weiteres Zeugnis dieser technischen Kompetenz ab. Viele einheimische und internationale Firmen engagieren sich in Schottland in einem breitgefächerten technischen Spektrum. Hierzu zählen beispielsweise der Maschinenbau, die Elektrotechnik, die Elektronik, die Chemotechnik, die Öl- und Gastechnik, die Produktionstechnik sowie die Durchführung von technischen Dienstleistungen.
Schottland ist neben Irland das Zentrum der Whisky-Industrie. Die zweite dort gewonnene Flüssigkeit ist das Nordsee-Öl; das Zentrum der Erdölförderung ist Aberdeen. Hier hat das Ölgeschäft die Fischerei längst abgelöst. Eine schottische Eigenheit gibt es bei der Währung. Zwar wird in Schottland, wie im Rest des Vereinigten Königreiches, in Pfund Sterling (£) bezahlt - allerdings dürfen die drei großen schottischen Banken Bank of Scotland, Royal Bank of Scotland und Clydesdale Bank ihre eigenen Banknoten herausgeben. Zusammen mit den Noten der Bank of England gibt es in Schottland also vier verschiedene Geldscheine in jedem Nennwert.
Als ein weiterer Gesichtspunkt schottischer Wirtschaft darf die Produktion von hervorragenden Wollerzeugnissen nicht außer Acht gelassen werden. Nicht nur für die weltberühmten Shetland-Pullover, sondern auch für den weltweit "berüchtigten" Tweed-Stoff müssen schottische Hochlandschafe (der Rasse Blackface-Sheep) ihr Fell hinhalten. Tweed darf nur (und nur ausschließlich) auf der Hebrideninsel Harris gesponnen und von Hand gewoben werden. Nur dann erhält der Stoff das entsprechende Logo und besitzt die entsprechende Qualität. Schottische Wolle steht in dem Ruf, unverwüstlich zu sein und absolut wetterfest, soweit Wolle wetterfest ist, zu sein.
Info: Meine beiden Shetland-Pullover sind nun schon weit über 10 Jahre alt und zeigen keinerlei Verschleißerscheinungen und halten bei kalten Witterungen extrem warm!
Verkehr
Auf Grund der gebirgigen Lage Schottlands gestaltete sich die Verkehrserschließung relativ schwierig. Dennoch beitzt Schottland ein im Verhältnis zur geringen Einwohnerzahl ein sehr gut ausgebautes Straßennetz. Die Anbindung an den südlichen Nachbarn England ist ebenfalls sehr gut. Es gibt mehrere Motorways (M6, M74, M1) die direkt vom Süden Englands ins Zentrum der schottischen Wirtschaft (Glasgow und Edinburgh) führen. Besonders in den Lowlands und Uplands findet man ein sehr dichtes Straßennetz vor. Die meisten Straßen sind in einem sehr guten Zustand und zum größten Teil auch zweispurig ausgebaut. Die Motorways besitzen generell drei Fahrspuren in jede Richtung. Lediglich in den Highlands muß man auf Nebenstraßen mit beengten Verkehrsverhältnissen rechnen; manche Straßen besitzen sogar nur eine Fahrbahn (sogenannte Single Track Roads) aber mit Ausweichstellen in regelmäßigen Abständen.
Das Hauptverkehrsmittel ist, wie auch in England, überwiegend das Auto. Besonders in den entlegenen Gebieten der Highlnads und auf den Inseln kommt man ohne Auto mehr oder weniger gar nicht zurecht. Im Laufe der letzten Jahre fielen viele Buslinien auf Grund der geringen Nutzung zum Opfer.
Das Eisenbahnnetz wurde in den letzten Jahren erheblich reduziert. Im Jahre 1948 waren noch 4.500 km Streckennetz vorhanden; nach vielen Stilllegungen blieben bis heute nur noch 2.800 km übrig. Hierbei macht es keinen Unterschied, ob man sich nun in den Lowlands oder in den Highlands befindet. Lediglich im Ballungsraum Glasgow - Edinburgh findet man noch sehr gute Verhältnisse vor. Übrig geblieben sind auch nur noch wenige Fernverbindungen wie beispielsweise an der Westküste vom Süden kommend bis Glasgow. Ähnlich sieht es an der Ostküste aus. In Schottland selbst gibt es noch eine Fernverbindung von Edinburgh nach Inverness und weiter nach Wick und Scrabster (Anschluß an die Orkneyfähre) oder von Glasgow entlang der Westküste über Oban, Fort William nach Mallaig (Anschluß an die Skyefähre). Fast alle Strecken sind, entgegen denen im Süden, noch nicht elektrifiziert und es verkehren daher nur dieselgetriebene Schienenfahrzeuge.
Das Hauptverkehrsmittel im Wirrwarr der vielen Inseln an der Westküste ist natürlich die Fähre. Fast von jeder Stadt aus kann man eine Fähre hinaus zu den Hebriden oder hoch zu den Orkney- und Shetland-Inseln nehmen. Die wichtigsten Häfen sind in Glasgow (Clydemündung) für den Umschlag von allgemeinen Gütern sowie Sullom Voe (auf den Shetland Inseln) und Flotta (auf den Orkney Inseln) für den Umschlag des in der Nähe geförderten Nordseeöls. Weitere wichtige Häfen sind Greenock und Grangemouth, die für den Umschlag von Containern ausgebaut wurden.
Die größten Flughäfen in Schottland sind Glasgow, Edinburgh und Prestwick (südwestlich von Glasgow; wird vor allem für Transatlantikflüge genutzt) und Aberdeen. Auch der Flugverkehr innerhalb Schottland hat eine gewisse Bedeutung, da diese eine gute Alternative zu den Fährverbindungen darstellt. Auf fast jeder Insel gibt es einen mehr oder weniger großen Flugplatz. Auf der kleinen Insel Barra, gälisch: Barraigh, (die südlichste Insel der Südlichen Äußeren Hebriden) besteht die Landebahn nur aus einem ebenen Strand (Cockle Strand; Tràigh Mhór) und kann daher nur bei Ebbe genutzt werden. Ansonsten ist die Anbindung Schottlands an den internationalen Flugverkehr sehr gut.
Weitere Informationen bezüglich der Systematik britischer Kfz-Kennzeichen (Schottland, England und Wales) finden Sie unter dem Link KfZ-Kennzeichen (UK) oder über die Systematik Nordirischer Kfz-Kennzeichen unter dem Link KfZ-Kennzeichen (NIRL).
Quellen: Diverse Reiseführer
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