In den Highlands Queens View (Loch Tummel) Eilean Donan Castle
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England Frühjahr 1999

"VON KATHEDRALEN, PUBS UND SCHARFEN SACHEN"
(EINE REISE INS ALTE EAST ANGLIA)
VOM 19.03.1999 BIS 25.03.1999

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Kalender (März 1999)

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Ein Vorwort

Donnerstag, der 21. Januar 1999: Das Schönste am Urlaub ist immer noch die Vorbereitung. Seit Wochen sitze ich von diversen Reiseführern und Straßenkarten um all die notwendigen Informationen zusammenzutragen um sie dann am Computer in eine ordentliche Form zubringen. Das kostet ganz schön viel Schweiß, denn eine richtige Vorbereitung zu machen, daß will gelernt sein. Zum Glück habe ich da ja nach so vielen Jahren genügend Erfahrung, und logischerweise genügend Dateien, so daß sich der Aufwand auf ein erträgliches Maß reduziert. Lediglich das "Roadbook" ist, sofern es nicht die An- bzw. Rückreisen nach bzw. von Calais oder Zeebrugge betrifft, neu zu überarbeiten. Aber das ist ja gerade das Schöne daran. Auf diese Art und Weise lernt man auch ein Land kennen und noch ein paar Male Urlaub in Großbritannien, und ich kenne die Straßenkarte in- und auswendig; sofern meine heiß geliebte "Ordnance Survey"-Karte dies noch mitmacht. Sie sieht mittlerweile ziemlich mitgenommen aus und ich wollte mir eigentlich seit längerer Zeit eine neue Karte zulegen. Aber irgendwie bringe ich es einfach nicht übers Herz, meinen langjährigen, treuen Begleiter auf sein Altenteil zu setzen. Auch wenn diese Karte von 1990 ist, und man mit Sicherheit davon ausgehen kann, daß sie nicht mehr aktuell ist. Ich denke jedoch, sie wird solange bei mir ihren Dienst versehen, bis die einzelnen Seiten nur noch lose herum flattern; vorher gibt es keine neue Karte, zumal in ihr so viele Zusatzinformationen verzeichnet sind, daß es einiger Mühe bedarf, diese in die neue Karte zu übertragen. Ich bin ja einmal gespannt, was für ein Wetter mich dort erwartet. Hoffentlich das Gleiche, wie wir es seit dem letzten Wochenende vor Weihnachten haben (das war der 19. und 20. Dezember 1998). Denn seit diesem Zeitpunkt scheint die Sonne gnadenlos und ununterbrochen von einem strahlend blauen Himmel; sehr zu meiner Freude (Achtung: Ironie!)! Die Temperaturen bewegen sich zwar tagsüber so zwischen 5°C und sogar bis zu 15°C (im Plusbereich wohlgemerkt) aber des Nachts ist es einfach zu kalt (zum Teil frostige Temperaturen bis zu -15°C), auch wenn es Dezember war bzw. jetzt Januar ist. Ich bin eben kein Freund von Sonne, da hilft es auch nicht, wenn es zwischendurch (maximal an zwei Tagen) ein bißchen geschneit hat. Ich hoffe jeden Tag, daß sich das Wetter ändern wird, aber jeden Tag werde ich auf das Neue enttäuscht; jeden Tag verspricht der Wetterbericht "das Wetter ändert sich morgen oder in den nächsten Tagen" und jeden Tag stellt sich diese Vorhersage als eine gigantische Lüge heraus. Prinzipiell habe ich bei dem Wetter eigentlich überhaupt keine Lust fortzufahren, jedoch klammere ich mich an die Hoffnung, daß es im Norden "schlechter" ist, auf jeden Fall hängen seit wer weiß wie lange, über Norddeutschland immer dichte Wolken, aus denen es beständig regnet. Auch sind die Temperaturen bei weitem ausgeglichener, d.h. nachts nicht so kalt und tags nicht so warm. Warten wir es ab, noch sind es acht Wochen, bis es wieder gen England geht...

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Freitag, 19. März 1999

23 Uhr 45. Die Katastrophe kann beginnen, denn seit Wochen "beehrt" uns wieder einmal diese Scheiß-Sonne; gnadenloser, blauer Himmel und das den ganzen Tag, ohne daß ein einziges Wölkchen zu sehen ist. Zum Glück scheint die Sonne nachts noch nicht. Noch nicht! Aber wer weiß, was sich noch alles ändern kann. Als ich in Nürnberg losfuhr, war es auf jeden Fall wolkenlos bei -1°C. Der Wetterbericht im Autoradio erzählte mir ständig, von Norden bzw. von Nordwesten käme ein Tiefdruckgebiet mit Wolken, Regen und Schnee. Bis Koblenz war davon nichts zu merken. Auch in Aachen nicht. Hier sollte laut SWR3 zusätzlich dichter Nebel mit einer Sichtweite von unter 50m sein. Nur... Es ist hier genauso viel Nebel wie Regen, nämlich absolut nichts! Ich schätze, der Urlaub geht wieder einmal mehr als "voll in die Hose"... Es ist jetzt 5 Uhr 15, seit ziemlich genau einer Viertelstunde stehe ich auf meinem Stammparkplatz Waldhornerheide, kurz hinter der belgischen Grenze und mache mich über meine Sandwiches her... Die Belgier sind genauso bescheuert wie die Deutschen. Auch ihr Wetterbericht verspricht dichte Bewölkung, Regenschauer oder in höheren Lagen sogar Graupelschauer und auf jeden Fall keine Sonne. Nur die nackte Wahrheit sieht eben anders aus: Strahlend blauer, wolkenloser Himmel und vor einer halben Stunde (es ist jetzt 7 Uhr 30; ich stehe an einer Tankstelle mitten in Belgien) ist zu allem Überfluß die Sonne aufgegangen. Sie scheint mir über die Rückspiegel (ich fahre ja Richtung Nordwesten) genau ins Gesicht. Also, jetzt bin 710 Kilometer Richtung Nordwesten gefahren, genau in die Richtung, von woher das Tiefdruckgebiet kommen soll... nur gesehen habe ich davon noch nichts. Und werde wohl auch nie etwas davon sehen! Ich habe in diesem Augenblick wirklich und endgültig beschlossen: DIES IST DIE ALLERLETZTE URLAUBSFAHRT ÜBERHAUPT! Meine schlimmsten Befürchtungen haben sich bereits innerhalb der ersten 7¾ Stunden dieses Urlaubes bewahrheitet!!! 8 Uhr morgens, Grenzübertritt von Belgien nach Frankreich (der Grenzübertritt von Deutschland nach Belgien erfolgte fast exakt um 5 Uhr morgens)... Ankunft gegen 9 Uhr 20 in Calais. Die nächste Pleite steht bevor: Die gebuchte Fähre um 10 Uhr 30 gibt es gar nicht mehr, dieser Service wurde bereits Mitte letzten Jahres eingestellt bzw. die Fährzeiten entsprechend geändert; die nächste Fähre geht daher erst um 11 Uhr 30. Die 9 Uhr 30 Fähre war leider schon voll, sonst hätte ich da mitfahren können. So habe ich zwei Stunden Verlust, zwei Stunden langes Warten bis zur nächsten Fähre. Es reiht sich eine Katastrophe an die andere. Ich will nur nicht wissen, was noch alles dazwischen kommt... In England angekommen, es ist bereits 11 Uhr 45 GMT, geht es schon weiter damit. Ich hatte die Auswahl zwischen fünf Katastrophenzuständen: Stau, Baustelle, Lkws, Idioten, Traktoren. Das "Beste" ist jedoch alles zusammen, was in meiner Situation sehr häufig vorkam... Bis London ging die Fahrt noch ganz gut voran. Selbst auf der M25, dem so genannten Orbital Motorway, war der Verkehr zwar sehr dicht, lief allerdings erstaunlich gut. Dummerweise liegt zwischen dem südlichen und dem nördlichen Teil Londons die Themse, über die man irgendwie rüber muß. Auf dem Weg Richtung Norden geschieht dies durch einen Tunnel, auf dem Weg Richtung Süden über eine gigantische Hängebrücke, der "Elizabeth II. Bridge". Auf jeden Fall muß man in beiden Richtungen Maut bezahlen, und zwar £1. Nun ist es so, daß nicht wie bei der Forth Road Bridge in Edinburgh die Maut an einen Häuschen kassiert wird, also von einer Person, sondern hier wirft man sein Geld in ein großes, köcherartiges Gebilde, damit sich die Schranke öffnet. Die britischen Fahrer haben da ja weniger Schwierigkeiten, ich jedoch wesentlich mehr. Weil eben für uns Kontinentalen alles spiegelverkehrt ist. Und da ich schon immer nicht besonders gut im Werfen war, hegte ich in dieser Situation so meine Zweifel, ob ich auch in diesen Köcher treffen werde. Schließlich mußte ich ja die Pfundmünze quer durchs Auto, durchs offene Fenster bis in diesen Köcher werfen... Es hatte trotz meiner mangelnden Werferqualitäten funktioniert, die Schranke öffnete sich und ich durfte passieren... In Norwich (Ankunft gegen 15 Uhr) ging es katastrophengemäß nahtlos weiter. Das Einzelzimmer in Norwich kostet zwischen £20 und £30! Und zu allem Überfluß dazu noch ein Kongreß an der Universität, so daß die Auswahl eh nicht sehr groß ist. Also blieb mir nichts anderes übrig, als auf das Umland auszuweichen. Meine Unterkunft mit dem Namen "Spinney Ridge" (was immer das auch heißen mag) ist für £16 allerdings erstklassig. Meine Wirtin, ich darf sofort ‘Irene’ zu ihr sagen, war auf Anhieb von meinen extrem guten Englischkenntnissen sehr angetan. Ich glaube, das macht bei denen immer einen sehr guten Eindruck, wenn man ein sehr gutes englisch spricht. Der Ort, Felthorpe, ist winzig klein, etwa sieben Meilen von Norwich entfernt, aber es gibt einen Shop, eine Post und einen Pub. Was will man mehr! Also beschließe ich, doch die sechs Tage hier zu bleiben, obwohl ich mehr als einmal nahe dran war, sofort wieder umzukehren und nach Hause zufahren. Vielleicht sind jetzt alle Katastrophen abgehakt!?... Das spannendste in Norwich war das Parkhaus! Zum ersten Mal in einem Parkhaus. Und das mit einem kontinentalen Fahrzeug in einem britischen Parkhaus. Ein echtes Erlebnis, das kann ich sagen! Besonders wenn man bedenkt, daß die Sperrschranke bzw. die Parkscheinausgabe auf der für uns falschen Seite ist und man sich quer durchs Auto lehnen muß um an diesen Parkschein heranzukommen. Gleiches erwartet einen dann wieder bei der Ausfahrt. Und dabei muß man relativ schnell sein, denn die Schranke bleibt ja nicht ewig offen!... So, nach einer Tasse Tee werde ich (ausnahmsweise) in den nächsten Pub nach Horsford fahren, zum Abendessen und auf ein paar Pints. Ab morgen ist dann Selbstversorgung angesagt bzw. ich werde unterwegs mein Abendessen einnehmen, so daß ich nur noch in den Pub gehen brauche.

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Samstag, 20. März 1999

Das mit dem Abendessen im Restaurant war nichts. Weil ich dummerweise einen sehr guten Fish’n’Chips-Laden (die Portion für £2.45) entdeckt habe. In Horsford, dem Ort vor Felthorpe, nicht weit weg von meinem zukünftigen Stamm-Pub "The Brambles"... Der heutige Tag sieht schon besser aus. Es ist weitestgehend bewölkt, für nachmittags ist Regen angesagt; das Regengebiet kommt übrigens direkt aus Schottland, so eine Gemeinheit! Nach einem ausgezeichneten Frühstück, noch bin ich alleine, aber am Montag soll ein Gentleman aus Schottland (aus Paisley nahe Glasgow) kommen, mache ich mich auf, die Nordseeküste zwischen Hunstanton und Cromer zu erkunden. Doch zuerst Postkarten und Briefmarken im ortseigenen Shop kaufen... Im Moment stehe ich am Castle Rising, nordöstlich von King’s Lynn, auf dem Weg nach Hunstanton. Wenn ich mit den ersten Notizen für den heutigen Tag fertig bin, werde ich das Castle etwas näher unter die Lupe nehmen...Von wegen! £2.30 Eintritt. Die spinnen, die Engländer. Ich bin doch nicht vollkommen bescheuert. Das kann zahlen wer will, ich nicht! Und das für ein paar jämmerliche Ruinen. Daher fahre ich lieber gleich weiter nach Hunstanton. £2.30 für die alte Ruine, ich kann mich gar nicht beruhigen. Die Fahrt entlang der Nordseeküste war echt beeindruckend. Jedoch noch mehr beeindruckt haben mich die gigantischen Auswüchse der Tourismusindustrie. In jedem Ort, sei er noch so groß oder sei er noch so klein, gibt es absolut keinen Parkplatz, für den man nicht tief in die Tasche greifen muß. Hunstanton ist der Gipfel der Unverschämtheit. Eine halbe Stunde für £1! Und die Tommys parken dort, als wenn das noch etwas Besonderes wäre. Übrigens die Tommys: In dieser Gegend (gemeint ist East Anglia) scheint eine besondere Spezies zu leben. So etwas von phlegmatisch habe ich noch nicht erlebt. Entweder haben sie in jeder Situation die Geduld weg oder sie warten, bis die Queen ihnen den roten Teppich ausrollt. Besonders beim Autofahren merkt man das. Mit dem Auto treiben sie es ganz toll. Ein gutes Beispiel ist Norwich selbst. Da herrscht das Autochaos par excellence und der Verkehrsinfarkt steht kurz bevor. So viele Autos und Ampeln (mit extrem langen Phasen) habe ich in Großbritannien noch nie gesehen; selbst mitten in Glasgow zur Rushhour geht es gemäßigter zu. Für die sieben Meilen von Norwich nach Felthorpe habe ich gestern eine geschlagene Stunde benötigt, und die meiste Zeit davon bin ich irgendwo im Stau vor irgendeiner Ampel gestanden. Komischerweise heißen hier sehr viele bis fast alle Orte irgendwie ...thorpe oder ...ham. Fast so schön wie bei uns in Baden-Württemberg, wo viele Orte auf ...ingen enden. Ich hoffe nur, daß der Verkehrswahnsinn morgen etwas nachläßt. Erstens ist morgen Sonntag und zweitens will ich meinen Phototermin in Norwich wahrnehmen, denn bisher hatte meine Photoausrüstung wirklichen Urlaub; nichts zu tun, im wahrsten Sinne des Wortes. Aber irgend etwas muß ich doch photographieren!... Zur Zeit sitze ich in meinem Stamm-Pub "The Brambles" (218 Holt Road, Horsford) weil meine Runde entlang der Nordseeküste kürzer war als gedacht und ich nicht schon um 15 Uhr daheim in Felthorpe eintrudeln kann oder will. Also schreibe ich an meinem Buch (dem hier) und genehmige mir zwei Pints Caffrey’s (Irisch Ale). Danach werde ich heimfahren, etwas fernsehen und eine gute Tasse Tee trinken, hole ich mir meine tägliche Ration Fish’n’Chips (heute die zweite Portion; die erste habe ich unterwegs in Keswick genossen; der Ort ist allerdings nicht der gleiche, den ich immer im Lake Distrikt heimsuche, lediglich ein Namensverwandter) und gehe dann in den Felthorp eigenen Pub "The Mariners" auf das eine oder andere Pint. Schließlich ist heute Samstag.

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Sonntag, 21. März 1999

Oh! Sonntag. Ein Tag voller Ruhe. Ich hoffe, Norwich ist heute relativ leicht erreichbar und nicht so voll gestopft wie unter der Woche. Einen Supermarkt für meine Einkäufe am Ende dieses Urlaubes habe ich auch noch nicht entdeckt, also ein weiterer Punkt auf der heutigen Norwich-Liste, der erledigt werden muß (dazu werde beide Ringstraßen um die Stadt einmal abfahren). Aber erst einmal ist das Frühstück dran, und dann sehen wir weiter... Auf jeden Fall habe ich heute Nacht prima geschlafen, von der Nacht zuvor ganz zu schweigen, aber nach 1.200 Kilometern und 23 Stunden auf den Beinen ist dies wohl kein Wunder. Hier draußen ist es so dunkel und ruhig, daß bin ich überhaupt nicht gewöhnt; ein totaler Gegensatz im Vergleich mit zu Hause, zumal es hier gar keine Straßenlampen gibt!... Ein ewiges Thema: Das Wetter. Im Wetterbericht der "BBC News at 10" haben sie für East Anglia für die vergangenen Nacht und den heutigen Tag starke Bewölkung mit heftigen Regenschauern vorausgesagt. Tatsache ist jedoch, wie sollte es auch anders sein, wir haben strahlend blauen, wolkenlosen Himmel. Kein Regen, Scheiß Laune, Scheiß Urlaub! Das einzige Positive heute war (es ist aber erst 14 Uhr 15), daß ich heute früh mich mit meinen Wirtsleuten über drei Stunden prächtig unterhalten habe. Ich durfte sogar in der "guten" Stube, also dem Wohnzimmer, sitzen und mit ihnen Tee trinken. Sie waren beide, Denis und Irene, echt angetan von meinen englischen Sprachkenntnissen. Ich ebenfalls, denn Probleme mit dem englischen gab es keine. Weder für mich noch für sie, obwohl sie komischerweise schon ab und zu mit der Grammatik ins Schleudern kamen. Trotzdem muß ich aber auch gestehen, man spricht hier ein sehr akzentfreies bzw. ein schwach akzentuiertes englisch... So, um kurz nach 12 Uhr war dann die Unterhaltung beendet, weil meine Wirtsleute mit Bekannten zum Mittagessen gingen. Schade! Denn ich hätte noch manches zu reden gehabt, aber es wird sich mit Sicherheit noch die eine oder andere Möglichkeit ergeben. Eigentlich wollte ich heute einen Phototermin in Norwich einlegen. Daraus wurde leider nichts. Obwohl es heute Sonntag ist, bricht Norwich verkehrsmäßig zusammen. Der Verkehrsinfarkt ist vorprogrammiert. Alle Parkplätze waren gerammelt voll, selbst die Kurzparkzonen. Und das liegt nur daran, daß hier auch am Sonntag die meisten Geschäfte offen haben (Später habe ich erfahren, daß einige Geschäfte und Supermärkte sogar am Ostersonntag offen haben werden!). Chancen auf einen "ticketfreien" Parkplatz waren gleich Null. Ich glaube, hier gibt es keinen Unterschied zwischen Sonn- und Werktag. Im Gegensatz zu anderen Städten in England. Nur der Markt hatte geschlossen. Also bin ich unverrichteter Dinge abgezogen, nicht jedoch zuvor bei Sainsbury’s einzukaufen, denn der Fish’n’Chips-Laden hat am Sonntag geschlossen. Nach dem Einkauf bin zurück nach Horsford und wieder in meinen Stamm-Pub, wo man mich mittlerweile kennt und mit der Frage "A Pint of Caffrey’s?" begrüßt. Ein freundliches "Yes, please" und sofort wird gezapft. Wenigstens hier fühle ich mich wie zu Hause... Meine Ausbeute and Bildern ist diesmal sehr mager. Und das ist noch sehr euphorisch dargestellt. Eigentlich bin ich immer noch bei Nummer NULL! Ich befürchte, das wird sich auch nicht mehr ändern. Denn die Landschaft ist nicht sehr spektakulär, selbst gestern entlang der Nordseeküste ergab sich kaum eine Gelegenheit für ein brauchbares Photo. Ach wäre es schon Herbst, ach wäre ich schon in Schottland! Da gibt es wenigstens genug zum Photographieren. Besonders auf den Äußeren Hebriden, weil es dort noch soviel Prähistorisches (Kammergräber, Steinkreise, alte Ruinen, usw.) gibt, welches in meiner Sammlung fehlt... Nach zwei Pints werde ich mich wieder nach Hause zurückziehen, etwas fernsehen, Tee trinken und... na, das war es schon. Morgen will ich in die Norfolk Broads. Einer Marschlandschaft nordwestlich von Norwich, die am Ende des 19. Jahrhunderts zum ersten Naturschutzgebiet Großbritanniens erklärt wurde. Was mich dort erwartet, darauf bin ich gespannt.

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Montag, 22. März 1999

Gestern Abend, als ich schon zu Hause war, kam doch noch für kurze Zeit der Regen. Aber der Regen war mehr Hagel und die Landschaft hatte relativ schnell eine weiße Färbung angenommen. Bin froh, die Winterreifen noch nicht gegen die Sommerreifen gewechselt zu haben, denn tagsüber klettern die Temperaturen nur selten über 10°C; nachts bewegen sie sich um die 4°C... Die Fahrt durch die Norfolk Broads hatte leider nicht viel gebracht. Auf jeden Fall wieder keine photogenen Objekte gefunden. So bin ich einfach nur durchgefahren. In Marsham hatte ich dann den CoOp-Laden gestürmt, denn ich hatte einen Durst, der nicht mehr feierlich war. Eine zwei Liter Flasche Cola habe ich fast in einem Zug leer getrunken... In Caister-On-Sea wollte ich mir dann noch die Ruine von Castle Caister ansehen. Aber es war (noch) geschlossen. Die Saison fängt leider erst zu Ostern an. Aus lauter Verzweiflung bin ich nach Felthorpe zurückgefahren und in den dortigen Pub rein, der zur Lunch-Time geöffnet hat. Was soll(te) ich auch anderes tun? Dieser Besuch hat sich aber gelohnt, denn ich habe mit dem Wirt sehr lange unterhalten und habe so manches erfahren, was ich bisher noch nicht gewußt habe. So zum Beispiel, was Bierdeckel auf englisch heißt: Ganz einfach "beer matt", sozusagen "Biermatte". Und davon habe gleich ein paar abgestaubt. Und zu meiner Freude hat mir der Wirt auch gleich noch ein paar Bartücher (der Brauerei Tetley’s) gegeben. Ich hoffe, meine Eltern freuen sich darüber. Hier im Pub trinke ich immer Tetley’s. Erstens schmeckt es sehr gut, zweitens hat es nicht allzu viel Alkohol (sehr praktisch, wenn man nachher noch mit dem Auto weiter will) und drittens kostet es mit £1.82 relativ wenig. Guinness würde £2.18 kosten; meiner Meinung ein viel zu hoher Preis dafür. In meinem Stamm-Pub "The Brambles" habe ich mich auf Caffrey’s Irish Ale eingeschworen. Das kostet £1.90 und ist eine gute Alternative. So wird die Sauferei nicht einseitig, man muß nur die Pubs wechseln... Wenn der Pub hier um 14 Uhr schließt, werde ich wohl oder übel weiter wandern müssen. Ich hoffe, "The Brambles" hat offen und ich kann dort die Zeit verbringen, bis es 17 Uhr ist und der Fish’n’Chips-Laden aufmacht. Dann gibt es die tägliche Ration Fisch und ab 19 Uhr bin ich dann wieder im "The Mariners" in Felthorpe. Auf zwei oder drei Pints... Morgen werde ich einen Shopping-Tag in Norwich einlegen. Aber diesmal bin ich schlauer und werde das Park-and-Ride System nutzen. Für lächerliche £2.20 Parken solange man will, mit dem Bus in die Stadt und wieder zurückfahren. Dagegen kann man wirklich nichts sagen. In Norwich muß man ja auch für den Parkplatz zahlen. Und das nicht zu knapp (eine Stunden kostet schließlich 50p) und dann muß man froh sein, überhaupt noch einen Platz zu bekommen.

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Dienstag, 23. März 1999

Also heute ist der große Tag. "Shopping Day". Meine erste Fahrt mit einem Linienbus seit 1991. Ich bin total gespannt. Irene sagt, das sei die beste Möglichkeit nach Norwich zu kommen, ohne viel Streß und Ärger, da der Park-and-Ride Parkplatz beim Flughafen ist und dieser relativ weit außerhalb der Stadt liegt. Und, wie gesagt, ist es relativ günstig... Es ist schon ein komisches Gefühl für uns vom Kontinent in einem solchen Bus zu sitzen, wenn man selbst auf der "falschen" Straßenseite fährt merkt man den Unterschied nicht so recht (vielleicht schon aus Gewohnheit), aber wenn man gefahren wird und der Fahrer nicht dort sitzt, wo man es als kontinentaler Europäer erwartet, dann bemerkt man den Unterschied erst so richtig... Die Fahrt in die Stadt (Endhaltestelle ist am Norwich Castle) dauerte doch 20 Minuten. Ganz schön lange, wenn man bedenkt, daß es nur eine Haltestelle gibt, nämlich die Endhaltestelle. Aber was soll’s, ich habe ja Zeit. Also bin ich vom Castle losgezogen zum Shopping. Eine neue Jacke brauche ich, die will ich mir hier vielleicht kaufen. Der erste Weg führt mich ins Castle Mall, einen riesigen überdachten Einkaufszentrum, direkt unterhalb des Castles. Sehr groß, sehr modern und sehr viele Geschäfte. Echt etwas zum Bummeln, zum Schauen, zum Verweilen... Danach bin ich runter die eigentliche Stadt, kreuz und quer durch jede Straße, jede Gasse gelaufen. Bis ich mächtigen Hunger bekommen habe; zufälligerweise war es um die Mittagszeit, so richtig zur besten Lunch-Time. Also habe ich mir zuerst ein großes Thunfischsandwich gekauft und darauf erst richtig Hunger bekommen. Daher rein in den nächst besten Pub, ein Pint John Smith Bitter und eine Kleinigkeit zu essen bestellt. Ich habe mich für ein Schinkenbaguette (von riesigen Ausmaßen allerdings) mit Salat entschieden, welches wirklich sehr gut geschmeckt hatte... Danach war ich wieder fit für die zweite Hälfte des Tages. Bei dieser Gelegenheit habe ich auch die Sightseeing-Tour vom Sonntag nachgeholt und mir das eine oder andere historische Gebäude, den einen oder anderen historischen Straßenzug (beispielsweise den Tombland, einem Marktplatz aus sächsischer Zeit, oder den Elm Hill, einem Gäßchen aus der Zeit des Mittelalters) sowie logischerweise das Mustard Museum von Coleman’s angesehen. Auch die Kathedrale von Norwich, deren Kirchturm der zweithöchste von ganz Großbritannien ist (den höchsten hat die Kathedrale von Salisbury). Allerdings in die Kathedrale bin ich nicht rein, wollten die Spinner doch glatte £2 Eintritt haben. Für eine Kirche, ich finde das geschmacklos! Auf jeden Fall habe ich heute es dann doch geschafft, an die 20 Bilder zu machen, auch wenn ich mir das Ganze etwas anders vorgestellt hatte. Aber ich habe photographiert, und nur das zählt... Nach über fünf Stunden Fußmarsch quer durch Norwich bin ich dann zum Castle zurück und mit dem Bus zum Parkplatz am Flughafen zurückgefahren, wo mein Auto schon sehnsüchtig auf mich wartete... Meine Jacke habe ich übrigens nicht bekommen, dafür hätte ich tonnenweise Schuhe und Damenmoden kaufen können. Davon gab es genug, aber für Herren gab es nur sehr wenig und wenn, dann nur entweder Sportbekleidung oder Anzüge. Beides wollte ich nicht... So, jetzt werde ich mich nach Felthorpe zurückziehen, umziehen, eine gute Tasse Tee trinken, etwas fernsehen zum entspannen und dann in den Pub in Horsford gehen, besser gesagt fahren, wo ich mittlerweile schon bekannt und in die Runde der Einheimischen aufgenommen worden bin. So ergibt sich jeden Abend immer wieder die Möglichkeit, Kontakt zu den Einheimischen aufzunehmen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Vielleicht kann ich heute noch den einen oder anderen Bierdeckel abstauben!?

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Mittwoch, 24. März 1999

Besonders gestern Abend war es furchtbar lustig im Pub. Denn der eine Mann hat plötzlich angefangen zu erzählen, daß es daheim nicht mehr so richtig funktioniere und er schließlich nächste Woche 60 Jahre alt wird. Der Andere neben ihm hatte darauf gemeint, daß das alles kein Problem sei, er habe das etwas. Und tatsächlich zog er ein Schächtelchen mit diversen Tabletten heraus (es war die ‘Wunderdroge’ Viagra!) und meinte so ganz lässig, ob er denn nicht eine abhaben wolle, kostet auch nur £7.50 (ein stolzer Preis, meine ich). Der Erstere nahm das Angebot auch dankend an, bezahlte den geforderten Preis und war daraufhin recht schnell verschwunden. Man kann sich denken, daß wir alle sechs, so wie wir da am Tresen standen, uns mächtig amüsiert hatten und den ganzen Abend unseren Spaß mit diesem Thema hatten. Nun sind wir alle wahnsinnig gespannt, was er uns heute Abend berichten wird... Der letzte Urlaubstag bricht an. Mit, wie sollte es auch anders sein, gnadenlosem Sonnenschein. Doch bevor ich die letzten Stunden vor dem großen Einkauf heute Nachmittag bei ASDA machen werde, noch ein paar Eindrücke über das alte East Anglia, welches sich heute aus den Grafschaften Norfolk, Suffolk, Teilen von Essex und Cambridgeshire zusammensetzt: East Anglia, auch das Herz Britanniens in längst vergangenen Zeiten genannt, ist keine besonders aufregende Gegend. Flach, eben und intensiv landwirtschaftlich genutzt. Überall trifft man auf mehr oder weniger große Farmen, die Felder jedoch erstrecken teilweise bis zum Horizont. Und bei dieser flachen Landschaft ist das ganz schön weit, bis man den Horizont erreicht. Man merkt zu jedem Zeitpunkt, daß man sich auf dem Lande befindet, auch besonders daran, daß einem ständig Hasen (oder Kaninchen) und Fasane über den Weg laufen. Diese sind jedoch keineswegs besonders scheu, sondern gehen ungestört ihrer Beschäftigung nach... Ein zweiter faszinierender Punkt ist das Straßennetz East Anglias. Wie bei den alten Römern ("Alle Wege führen nach Rom") so sagen die Engländer hier "alle Straßen führen nach Norwich". Und wenn man sich die Straßenkarte betrachtet, dann stimmt das sogar. Und da die Einwohner East Anglias die höchste Pro-Kopf Anzahl an Autos haben, ist das Verkehrschaos in dieser Region leicht erklärlich (Diese Tatsache habe ich erst gestern Abend in meinem Stamm-Pub erfahren)... Erfreulicherweise halten sich die Benzinpreise in erträglichen Grenzen, meist werden 65.9p für den Liter Superbenzin bleifrei verlangt. Es geht auch teurer, muß aber nicht sein (der höchste Preis lag bei 80.9p für den Liter). Die letztes Jahr angekündigte Verteuerung des Benzins ist also bisher ausgeblieben, zum Glück für mich; nur das Diesel will die Regierung bis zu 4p verteuern, was logischerweise die Spediteure und alle anderen Dieselfahrer zu Protestaktionen veranlaßt hat. London sah sich nach dem Bekannt werden mit einer massiven Blockadeaktion aller Speditionen aus ganz Großbritannien konfrontiert. Für heute habe ich mir nicht mehr allzu viel vorgenommen. Eine kleine Rundfahrt nordwestlich von Norwich, zuerst nach Holt, dann nach Fakenham und schließlich wieder zurück nach Norwich. Dort werde ich endlich meine Vorräte für zu Hause aufstocken und für die morgige Rückfahrt tanken. So, und nun werde ich mir Fakenham etwas genauer ansehen... Von Fakenham, welches nicht allzuviel interessantes zu bieten hatte, geht es weiter nach East Dereham. Hier gibt es hoffentlich mehr zu sehen als in Fakenham (dem war dann auch so, besonders der Fish’n’Chips-Laden (kurz Chip-Shop genannt), mit ausgezeichneter Qualität und günstigem Preis; nur £2.35). Schließlich sind noch etwa vier Stunden "tot zu schlagen", bis ich über die A47 nach Norwich zurückkehren kann. Direkt am ASDA vorbei! Welch’ geniale Planung meinerseits!... Also ASDA ist wirklich nur etwas für Selbstmordkandidaten. Da geht es vielleicht rund, nicht zu glauben! Und wenn man sich die Leute anschaut, die den Supermarkt verlassen, schleppen die mindestens zwei, meist sogar drei Einkaufswägen voll an Lebensmitteln raus. Allerdings bei dieser Auswahl, diesem Angebot kein Wunder. Da macht das Einkaufen Spaß und den Geldbeutel locker. Selbst ich mußte mich ganz gewaltig unter Kontrolle halten, sonst hätte sogar ich locker an die £100 ausgegeben. Ich habe es aber bei £20 bewenden lassen, auch wenn ich mehr gekauft habe, als ich es vorgehabt hatte. Aber auch £20 sind eine ganze Menge Geld, umgerechnet über 60DM. Im Vergleich zum ASDA sind andere Supermärkte wie Safeway, Sainsbury’s, oder Tesco nur kleine Tante-Emma-Läden. Aber nicht umsonst nennt sich ASDA anstatt Supermarkt gleich Hypermarkt; das sagt eigentlich alles. Naja, die Einkäufe sind erledigt, alles im Auto verstaut und getankt habe ich auch... So, heute Abend zum Abschied noch einmal in meinem Stamm-Pub, und dann...

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Donnerstag, 25. März 1999

... dann geht wieder Richtung Heimat. Und zwar heute, jedoch ohne nicht zuvor zu vergessen, daß diese ominöse blaue Pille wirklich geholfen hatte. Wir hatten natürlich gestern Abend sozusagen genauen Bericht bekommen. Man erinnere sich an den Abend zuvor, wo wir uns köstlichst über die Wirksamkeit dieser blauen Pille unterhalten haben. Nun denn, wenn er damit glücklich war, soll’s mir recht sein... Also heute ist Heimreise angesagt und diese beginnt schon sehr früh, nämlich mit dem letzten Frühstück um 7 Uhr morgens. Ich will versuchen, die Fähre um 11 Uhr 30 in Dover noch zu erwischen und hoffe auf das bißchen Glück, das ich bisher nicht hatte, und auf einen freien Platz auf der Fähre. Wenn es klappt, dann spare ich zwei Stunden ein und komme heute Nacht nicht erst gegen Mitternacht, sondern gegen 22 Uhr daheim an. Wäre toll, wenn es funktioniert, denn dann bekäme dieser katastrophale Urlaub noch eine versöhnliche Note, einen versöhnlichen Ausklang, obwohl ich dennoch nicht sicher bin, ob ich im Oktober wirklich wieder fahren soll. Die vergangenen Tage haben zu dieser positiven Einstellung wenig beigetragen... Das Drama begann schon in der Frühe. Frühstück ging ja noch, aber bis ich endlich loskam vergingen nochmals 25 wertvolle Minuten. Denis wollte unbedingt noch ein bißchen Small-Talk betreiben, ich wollte unbedingt los... Gegen 10 vor 8 Uhr habe ich es endlich geschafft, doch dann durch Norwich zu dieser Tageszeit... der absolute Wahnsinn! Für die paar Meilen von Felthorpe durch Norwich auf die A140 habe fast eine ganze Stunde gebraucht. Und dabei stand ich ständig unter Zeitdruck. Später war es nicht viel besser, ewig Stau, ewig Baustelle, ewig Lkws. Anstatt der erlaubten 70 Meilen pro Stunde bin auf den vierspurigen Schnellstraßen oder Autobahnen teilweise mit 90 Meilen pro Stunde dahin gebraust. Hoffentlich ohne Strafzettel wegen zu schnellem Fahren!... Aber ich hatte es schließlich geschafft. 11 Uhr 10 war ich in Dover am Fährterminal und konnte sofort auf die Fähre; etwas Platz war noch vorhanden und so kann ich den Kanal um 11 Uhr 30 überqueren anstatt erst um 13 Uhr 30! Somit werde ich es auf dem Kontinent etwas ruhiger angehen lassen, habe ich doch zwei Stunden Vorsprung. Kaum am Hafen angekommen, kaum die Formalitäten hinter mir, stoppt mich eine nette Dame mit den Worten "Security Check" und durchsuchte mein Auto von vorne bis hinten. Ihr Kollege war ebenfalls fleißigst beim Suchen. Wonach? Zum Glück hatte ich keinen Whisky gekauft, was ich eigentlich wollte, aber dann doch im Kaufrausch bei ASDA vergessen hatte. Wirklich zum Glück muß ich sagen, denn wenn ich Whisky gekauft hätte, hätte ich garantiert mehr gekauft als was erlaubt gewesen wäre. So, in zehn Minuten legt die Fähre (HoverCraft) ab, in etwa 35 Minuten bin ich in Calais und dann liegen noch knapp 860 Kilometer bis nach Hause vor mir... Momentan (also seit heute früh) scheint die Sonne. Dies bedeutet, die Überfahrt wird relativ ruhig... Die Überfahrt war wirklich sehr ruhig. Nach den 35 Minuten "auf hoher See" endlich Ankunft in Calais. Hier machte ich mich nach einem ausgiebigen Besuch gewisser Örtlichkeiten (im englischen "Public Convenience" genannt) sofort an die Heimfahrt. Bis Frankfurt verlief alles relativ ruhig, wenig Verkehr und ich kam sehr gut voran. Allerdings ab Frankfurt war es (gewohnheitsmäßig) vorbei. Stau an Stau. Aber das kennt man mittlerweile und macht sich weniger Sorgen darüber. Dennoch lief es zum größten Teil sehr flüssig, so daß ich bereits um 21 Uhr 30 daheim ankam. So, das war wieder einmal ein Urlaub, der alles andere war, als ich es mir vorgestellt, geplant und erhofft hatte. Angefangen beim Wetter bis hin zu den geplanten Fahrten, von denen ich eine überhaupt nicht gemacht und zwei andere erheblich gekürzt habe. Als positiv wäre lediglich die Tatsache zu vermerken, daß die Unterkunft außergewöhnlich gut war und der Kontakt mit den Wirtsleuten als außergewöhnlich intensiv bezeichnet werden kann. Gleiches gilt für die Abende in meinem Stamm-Pub, wo ich, wie bereits geschildert, schon nach zwei bis drei Tagen zu den Stammgästen zählte und auch hier einen intensiven Kontakt zu den anderen Gästen pflegte. Abschließend stellt sich mir die entscheidende Frage: Was mache ich mit den restlichen £82.51 und den restlichen 215 belgischen Francs. Im Prinzip ist dies schon wieder die Grundlage für den kommenden Herbsturlaub in Schottland. In mir regen sich bereits wieder Bestrebungen, doch noch einmal zu fahren. Aber warten wir es ab, bis dahin vergeht noch ein halbes Jahr...

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