In den Highlands Queens View (Loch Tummel) Eilean Donan Castle
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England Frühjahr 2000

"1 0 6 6"
(AUF DEN SPUREN WILHELM DES EROBERERS)
VOM 16.03.2000 BIS 23.03.2000

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Kalender (März 2000)

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Vorwort

Noch 80 Stunden bis es losgeht. Donnerstag, 23 Uhr ist es soweit. Das Geld habe ich heute geholt, die Fähre (beide Fahrten) sind gebucht und bezahlt; nur die Tickets muß ich in Calais abholen, denn diesmal habe ich direkt bei HoverSpeed Deutschland in Frankfurt am Main gebucht, nach dem sich Celtic Travel dermaßen blöde angestellt hatte. Von wegen defekte Telefonanlage und man wisse nicht, wie lange die Reparaturarbeiten dauern werden; auf jeden Fall sei ich schon recht spät, vielleicht zu spät. Von wegen... Direkt gebucht ist halt doch das Schnellste. Wettermäßig ist für Mittwoch und den folgenden Tagen Regen und nachts möglicherweise Schneefall angesagt. Also lasse ich die Winterreifen drauf. In Südengland ist es jetzt schon relativ warm. Bis zu 15°C tags, und etwa 8°C nachts. Momentan mit Sonnenschein, aber das soll sich ab Mittwoch oder Donnerstag ändern. Das Internet ist anscheinend doch zu etwas zu gebrauchen. So wie die Dinge liegen, werde ich die 100.000 Kilometermarke wohl doch nicht mehr vor Großbritannien überschreiten, aber dort auf jeden Fall. Denn momentan habe ich 99.065 Kilometer auf dem Zähler, fahren werde ich bis Donnerstag etwa 50 Kilometer und bis Calais sind es "nur" 865 Kilometer. Also doch nicht ganz geschafft. Aber so habe ich wieder einen Punkt mehr, der mich noch fester mit Großbritannien verbindet... Der erste Urlaub in diesem Jahrtausend! Ich bin gespannt, wie er wird...

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Donnerstag, 16. März 2000 / Freitag, 17. März 2000

23 Uhr Abfahrt. In Nürnberg leichter Regen, Temperaturen um die 4°C, plus! Der Wetterbericht verspricht zwar weiterhin Regen, besonders auf Grund eines heranziehenden Tiefdruckgebietes von Hessen her. Das heißt "Abwarten", denn dem Wetterbericht kann man ja bekanntlich nicht trauen... Und wie ich es geahnt habe, ab Würzburg weder Schnee (in höheren Lagen) noch Regen (in tieferen Lagen), sondern wolkenloser Himmel... Im Westerwald (zwischen Limburg und Montabaur) dann wieder etwas Nieselregen, mehr nicht. Um Aachen dichter Nebel mit Sichtweiten unter 100 Metern, so der Verkehrsfunk. Bloß in Aachen war weit und breit kein Nebel zu sehen. Vermutlich war der Sprecher benebelt... Bis Belgien (4 Uhr 15 Grenzübertritt) bin ich fast pausenlos durchgefahren. Man kennt ja das Spiel mit den Lkws und den Parkplätzen, Alle total zu gepflastert!... In Belgien begrüßt mich gleich hinter der Grenze eine riesige Baustelle mit über 10 Kilometer Länge. So ein Mist, muß ich doch meinen Stammparkplatz "Waldhornerheide" auslassen und etwa 20 Kilometer weiterfahren bis ich etwas Passendes gefunden hatte. Hier mache ich dann um 4 Uhr 45 die erste große Pause. Zeit wird es ja! Bisher verlief alles sehr gut, wenig Verkehr diesmal; ausgenommen die Lkws. Ich hoffe, der Rest bis Calais verläuft ähnlich gut. Nur brauche ich langsam eine Tankstelle, denn 540 Kilometer sind zurückgelegt. Die Tanknadel bewegt sich verdächtig auffällig Richtung der 1¼-Marke... Beim Tanken hat mich der Schlag getroffen. BEF 43 für den Liter Super bleifrei. Das sind BEF 8 mehr als beim letzten Mal; das sind ungefähr 40 Pfennig mehr. Zum Glück habe ich rechtzeitig getankt, sonst hätte das Geld nicht ausgereicht. Die weitere Fahrt bis Calais war dann ohne jegliche Vorkommnisse. Abgesehen davon, daß jeder sagt, es sei stark bewölkt aber trocken. Trocken ist es wirklich, denn, wie sollte es auch anders sein, haben wir wieder einmal strahlend blauen Himmel. Ganz zu meiner Freude, logisch! Ankunft in Calais um 8 Uhr 15. Die Ticketreservierung hat vorzüglich geklappt. Auch hier, strahlend blauer Himmel, aber kalt und windig bei etwa 5 °C. Jetzt heißt es eine knappe Stunde warten bis es über den Kanal geht. Übrigens: Mit 99.995 Kilometer bin ich in Calais angekommen. Knapp daneben. Und noch ein Übrigens: Heute ist St. Patricks Day. DER irische Feiertag schlechthin. Da wird es heute Abend im Pub rundgehen! Es ist kurz nach 11 Uhr. Royal Tunbridge Wells ist erreicht. Was für eine Stadt! Eine einzige Baustelle. Das Tourist Office, es liegt mitten in den Pantiles, der ersten Fußgängerzone Großbritanniens, ist schnell gefunden, eine Unterkunft nicht. Alles sauteuer. Meist £22 und mehr. Also blieb mir nichts anderes übrig, als auf das Land zu gehen. Pembury ist jetzt mein Hauptquartier. Für £20! Aber ein tolles Zimmer, mit Waschbecken und Dusche. Auch der Chip-Shop ist nicht weit. Gleich um die Ecke und schon getestet: £3.30, zwar teuer, aber dafür alles ganz frisch und eine riesige Portion. Und gleich gegenüber dem Chip-Shop der Pub, "The Camden Arms". Wird später getestet. In Tun Wells habe ich die wichtigste Entdeckung schon gemacht: den Safeway. Gefunden und getestet. Das Benzin kostet zwischen 77.9p und 81.9p. nach 17½ Stunden war ich so müde, daß ich erst einmal heim bin, eine Kanne Tee gemacht und mich ein bißchen erholt habe bevor ich in den Pub gehe. Alt werde ich heute bestimmt nicht!

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Samstag, 18. März 2000

Für 9 Uhr ist Frühstück geordert. Bin gespannt. Für heute ist eine Fahrt nach Battle geplant. Dem Ort, an dem am 14. Oktober 1066 die angelsächsische Herrschaft mit dem Tod des letzten angelsächsischen Königs Harold durch die Normannen beendet wurde... Gestern Abend bin ich doch nicht "The Camden Arms" gegangen. Der hatte nämlich geschlossen. Dafür hat mich mein Riecher in "The Black Horse" geführt, einem Pub, in dem anscheinend der ganze Ort einkehrt. Also nur Einheimische! War echt super. Nur die Bierpreise: Kaum ein Pint unter £2.00. "Ruddles County" war die Ausnahme (hoffentlich nicht nur gestern) für £1.65. Schmeckt und sieht aus wie unser "Altfränkisch Dunkel". Zum Glück sprechen die Leute hier ein sehr gut verständliches englisch, so daß ich in jeder Lage mithalten konnte... Der heutige Blick aus dem Fenster verspricht (bis jetzt) Gutes. Es ist bewölkt. Aber es ist auch erst 6 Uhr morgens... Das Frühstück war nicht gerade schlecht, hätte aber etwas mehr sein dürfen. Dafür wurde im Wintergarten serviert... Also auf nach Battle... Daß die Engländer spinnen, hatte ich ja gewußt, besonders in dieser Gegend. Aber £10 für die Besichtigung des Schlachtfeldes, daß schlägt dem Faß den Boden aus. Da können die ewig warten, bis ich mich dazu bereit erklären werde, trotz der immerhin historischen Bedeutung dieses Ortes. Selbst der Ort ist nicht gerade eine Schönheit. Eigentlich nur eine Durchgangsstraße und auch beiden Seiten ein paar (wenn auch alte und interessante) Häuser und ein Auto hinter dem anderen. In beiden Richtungen, so daß man nicht einmal das wenige Interessante photographieren konnte. Ach wie schön es ist da Schottland! Aus Ärger und Frust ziehe ich weiter Richtung Heathfield (hier werde ich mich gleich etwas umsehen). Und später nach Uckfield (Anmerkung des Autors: Im darauf folgenden Herbst war Uckfield von einer schlimmsten Überschwemmungen seit 53 Jahren betroffen; und nicht nur Uckfield, sondern ganz Südengland). Von dort aus geht es später über Crowborough zurück nach Tunbridge Wells... Noch ist es bewölkt, auch wenn die ersten angekündigten Lücken auftauchen und es geht ein eisig kalter Wind. Momentan dürften wir bestimmt nicht mehr als 6°C haben. Für die kommende Nacht ist sogar Frost bis -1°C angesagt. Selbst hier an der Kanalküste. In Schottland ist es wärmer, da ist es ja auch stark bewölkt mit Regen. Besonders die Gegend um Fort William und die Westküste im Allgemeinen... Heathfield war zwar klein, hatte aber einen CoOp-Laden. Einkaufen für Sonntag, da der Chip-Shop geschlossen hat. Safeway hat zwar offen (10 bis 16 Uhr) aber ich kenne mich. Das wird wieder teuer! Weiter nach Uckfield. Hier ebenfalls Stadtbummel. Am Chip-Shop bin ich dann doch nicht vorbeigekommen. Aber kein Fisch, sondern Sausage und Chips. Ansonsten ein nettes kleines Städtchen. Ich glaube die Entscheidung mit Tunbridge Wells war wohl nicht optimal. Hinterher ist man ja bekanntlich immer schlauer, wenn auch Pembury ganz erträglich ist; auf jeden Fall ist es nachts dort totenstill! Und das ist wichtig... Mittlerweile ist die Sonne voll da. Und der eisige Wind wird dadurch erträglicher. Zurück in Tunbridge Wells habe ich noch einen ausgedehnten Stadtbummel gemacht, auch um ungefähr zu wissen, wo und was ich morgen photographieren kann oder will... Nach Hause zurückgekehrt, erst einmal eine Tasse Tee und etwas fernsehen (Fußball und Rugby: Wales gegen Schottland). Leider liegt Schottland nach der ersten Halbzeit mit 3 zu 13 Punkten zurück. Zuvor hatte England Italien klar mit 59 zu 12 besiegt. Die zweite Halbzeit werde ich wohl nicht zu Ende sehen können, denn... Der Pub ruft!

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Sonntag, 19. März 2000

Sonntag! Heute gibt es Frühstück ausnahmsweise erst um 9 Uhr 30. Ab Montag dann wieder um 9 Uhr. Ich habe bemerkt, daß ich nicht alleine hier bin. Es sind noch weitere (zwei) Gäste da. Eine Mutter mir ihrem Sohn. Mehr weiß ich noch nicht, denn ich bin beiden bisher noch nicht begegnet... Also, für heute ist der Phototermin in Tunbridge Wells (das "Royal" schenkt man sich; ungewöhnlich für die ach so königsverliebten Engländern) angesagt. Das Wetter scheint mitzuspielen, auch wenn die Sonne scheint! Übrigens: Gestern hat Schottland leider gegen Wales mit 18 zu 26 Punkten verloren. So ein Mist! Bevor ich nach Tunbridge Wells fahre, mache ich noch einen Abstecher zur Bayham Abbey. Selbst für die paar Ruinenreste wollen die noch £3 Eintritt haben. Asterix hatte so recht: " Die spinnen, die Briten". Also habe ich ein paar Photos von außen gemacht und bin dann ziemlich schnell weitergefahren. Nach Tunbridge Wells. Zum Glück verlangt für die Städte noch keine (wie lange noch?) Eintrittsgebühren... Na ja, einige Bilder sind gemacht und am Safeway bin ich einmal wieder nicht vorbeigekommen. Man merkt, London ist zu jeder Zeit gegenwärtig. Besonders preismäßig und prestigemäßig. Preismäßig, weil alles sauteuer ist; prestigemäßig, weil hier soviel Nobelautos herumfahren, wie sonst im ganzen restlichen Großbritannien zusammen. Der neue Jaguar XJ und S-Type ist hier so häufig vertreten wie bei uns der VW Golf. Und alle mit V- oder W-Zulassung (die neueste). Daneben sieht man jede Menge TVRs, Cobras, Jensens, Rovers, Porsches, Rollce Royces, Bentleys und Ferraris (einen sogar in Tarnfarben lackiert!). Und das sind nur die häufigsten Marken. Aber es gibt auch Leute, die sich "nur" eine VW Golf oder einen BMW oder einen Mercedes oder, oder, oder... leisten können. Aber wenn, dann nur meist das teuerste Modell und dann mit allem, was dazugehört... Der Pubbesuch heute Abend wäre fast ausgefallen. Wollte, wie gewohnt, um 17 Uhr einfliegen, war doch der Pub geschlossen. Öffnet sonntags erst um 19 Uhr. Zuerst hatte ich eine ganz schöne Wut und wollte nicht gehen, dann hatte ich ganz schönen Bierdurst und bin doch gegangen.

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Montag, 20. März 2000

Für heute steht eine Fahrt nach Canterbury auf dem Programm. Ins Herzen der anglikanischen Kirche, zu der wohl berühmtesten Kathedrale ganz Großbritanniens. Doch zuvor stehen noch das Frühstück auf dem Programm und eine furchtbare Überraschung. Die anderen Gäste (Mutter und Sohn) sind keine Briten sondern Franzosen! Ich wäre fast in die Luft gegangen als ich sie sprechen hörte. Denn auf Franzosen bin ich nach den vielen Erfahrungen der letzten Jahre nicht gut zu sprechen. Vor allem die unmöglichen Tischmanieren. Was sich wieder einmal mehr bestätigt. Mutter konnte sich ja noch ganz gut benehmen. Aber der Sohn! Katastrophal!!! Daß da die Mutter nichts sagt. Na ja, soll nicht meine Sorge sein. Verständlicherweise nehme ich jetzt mein Frühstück etwas eher ein um weitere Berührungen zu vermeiden... Also nach Canterbury will ich heute. Die Fahrt dorthin war schon sensationell. So viele alte (wirklich alte) Häuser habe ich in dieser Vielfalt und Menge noch nirgends gesehen. Manche sind bestimmt 500 bis 600 Jahre alt (Tudor Stil)... In Canterbury angekommen begann die Jagd nach einem Parkplatz. Parkplätze gibt es zwar genug, aber keine freien, daß heißt, wo man nicht zahlen muß. Denn der Preis pro Stunde ist alles andere als billig. Mit £1 pro Stunde muß man rechnen. Aber als erfahrener Großbritannienreisender weiß man sich zu helfen und findet immer wieder etwas passendes, auch wenn man einen längeren Fußmarsch in Kauf nehmen muß, was weniger schlimm ist als sooft Geld zu zahlen... Glücklicherweise überragt die Kathedrale die ganze Stadt, so daß sie als Orientierungshilfe perfekt dient. Die gesamte Innenstadt ist Fußgängerzone und besteht zum Großteil fast nur aus alten Häusern (habe etliche davon photographiert). Bei einem Haus (ich wollte es wissen) bin ich einmarschiert und habe ungeniert gefragt wie alt das Haus denn nun sei. Da es zufälligerweise ein Antiquitätengeschäft war, bekam ich eine entsprechend gute und detaillierte Auskunft. Also: Der Keller stammt aus dem Jahre 1080, der hintere Teil aus dem 13. Jahrhundert und der Vorderbau von etwa 1665. Ich hätte nie gedacht, daß das Haus so alt ist. Der Besitzer hat mir dann noch versichert, daß das Haus in keinsterweise baufällig ist... Nun zur Kathedrale. Viel sieht man nicht davon, weil sich eine hohe Mauer großzügig um das ganze Areal erstreckt. Und da, wie sollte es anders sein, die Engländer bekanntlich für alles Eintritt verlangen, war dies hier auch der Fall. Verbrecherische £4 und dazu war die Kathedrale selbst, wegen Bauarbeiten, nicht betretbar. Ich habe großzügig darauf verzichtet. Von der Nähe die Kathedrale überhaupt zu finden, war schon eine Kunst und auch nicht. Schon heißt, daß man vor Menschenmassen kaum etwas sehen konnte und nicht, weil man einfach nur den Menschenmassen folgen brauchte. Und woher kamen die Menschenmassen? Außer ein paar englischen Schulklassen (logisch) NUR Deutsche und ein paar Japaner. Aber die findet man sowieso überall. Warum so viele Deutsche wird wohl für immer ein Rätsel bleiben... Nach vier Stunden Aufenthalt in Canterbury trete ich den Rückweg an. Unterwegs will ich noch ein paar Bilder machen und daher wird die Rückfahrt etwas länger dauern. Aber es ist gerade 14 Uhr und so habe ich genügend Zeit... Zurück in Tunbridge Wells habe ich neben dem Safeway noch einen weiteren Superstore entdeckt: Sainsbury's. Natürlich gleich rein und die Preise der Lebensmittel ausspioniert, die ich übermorgen kaufen werde. Was soll ich sagen, im Vergleich zu dem echt billigen Safeway ist Sainsbury's in vielen Dingen 10p bis 40p billiger. Ein Beispiel: Das halbe Pfund Butter des gleiches Herstellers kostet bei Safeway 68p und bei Sainsbury's nur lächerliche 49p. Oder die Baked Beans von Heinz: 33p (Safeway) und 31p (Sainsbury's). Und ein drittes Beispiel: Pot Noodles: 74p (Safeway) und 69p (Sainsbury's). Das ließe sich beliebig fortsetzen... Meine Vorräte an Crisps sind zu Ende. Also noch einmal nach Tunbridge Wells und rein zum Sainsbury's. Eine Tüte Crisps und eine Flasche Cherry-Lemonade. Tolle rote Farbe, schmeckt aber total nach Chemie... Zu Hause angekommen erst einmal wieder die obligatorische Tasse Tee und warten bis der Chip-Shop um 16 Uhr 30 aufmacht. Jumbo Sausage mit Chips, das heutige Abendessen. Sehr gut, aber auch sehr gut gewürzt. Daher gleich weiter in dem Pub "The Black Horse" auf die üblichen drei Pints "Ruddles County". Danach nur noch ins Bett (bin hundemüde)...

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Dienstag, 21. März 2000

Die Planung für heute sieht ein Rundreise durch den Weald vor. Zuerst nach Tonbridge, dann Sevenoaks und über Maidstone und Paddock Wood nach Pembury zurück. So weit, so gut, aber erst einmal frühstücken... Danach Aufbruch wie gesagt zuerst nach Tonbridge... Ein nettes kleines Städtchen, die Hauptstraße erinnert einen sehr stark an Penrith. Die Sache mit einem Parkplatz ist schnell erledigt. Zwar wieder überall Pay-and-Display Parkplätze, aber in einer kleinen Seitenstraße habe ich dann doch einen freien, geldlosen Parkplatz gefunden. Mein erster Weg führt mich in die High Street (Hauptstraße) bergabwärts bis zum großen Round-About, von wo es in das Industriegebiet und auf die Autobahn nach London geht. Hier kehre ich um und gehe auf der gegenüberliegenden Seite zurück bis fast an das andere Ende. Da wo das Auto steht, befindet sich auch das Tonbridge Castle aus der normannischen Zeit, etwa 11. Jahrhundert. Viel ist zwar nicht mehr zu sehen, eigentlich nur das Gatehouse, aber der gesamte Bergfried ist recht ansprechend hergerichtet, so daß ich mich dort eine Weile aufhalte... Danach geht es weiter nach Sevenoaks. Anfänglich recht nett, entpuppt es sich doch als chaotische Stadt. Absolut verstopft durch intensives Verkehrsaufkommen in den schmalen Sträßchen und gar keine Chance auf einen kostenlosen Parkplatz. Selbst beim Supermarkt muß man zahlen! Ich beschließe daher, gleich nach Maidstone weiter zu fahren. Kurz vor Maidstone stürme ich in Sainsbury's, die heutigen Einkäufe tätigen. Ich komme immer mehr zu der Erkenntnis, daß Safeway doch nicht das Beste ist; bei Sainsbury's hat man den Eindruck, daß die Auswahl wesentlich größer (vielfältiger) ist und daß das Preis-Leistungsverhältnis stimmt: Er ist ja in vielen Dingen einiges billiger als Safeway. Und die Regale sind meist nie so geplündert; da wird ständig aufgefüllt, was zwar Safeway (und die anderen) auch tun, bloß hier scheint der Nachschub reibungsloser zu funktionieren... Weiter nach Maidstone. Sollte eigentlich Madstone (mad = verrückt) heißen. Denn verrückt geht es hier wirklich zu. Brauche über eine Stunde nur zum Durchfahren und habe daher beschlossen, auf eine Rundgang (was mir schwer fiel) zu verzichten. Im Übrigen erinnert mich Maidstone ein bißchen an Liverpool. Warum, weiß ich nicht. Da mir heute Nachmittag noch etwas Zeit bleibt, fahre ich zum x-ten Mal nach Tunbridge Wells. Vor halb vier Uhr möchte ich nicht daheim ankommen. Und so habe ich etwa einundeinhalb Stunden Zeit. Zeit für einen gemütlichen, langsamen und ausgedehnten Spaziergang in der Stadt. Im Auto bin ich heute lange genug gesessen. Auf dem Rückweg zum Auto habe ich dann noch für gute halbe Stunde auf einer Bank an der Vale Road gesessen und dem Verkehr zugesehen. War höchst interessant, zumal wegen der Baustelle in der Vale Road und London Road der Verkehr ständig stockte: "Stop and Go" sozusagen. Ich war überrascht, wie diszipliniert die Autofahrer waren; Sie ertrugen den Stau mit sprichwörtlich britischer Sportlichkeit. In Deutschland undenkbar! Und was mich noch erstaunt hatte, war die Tatsache, daß sehr viele Fahrzeuge S-, T-, V- und W-Zulassungen hatten, also die der letzten drei und des laufenden Jahres. Ein hoher Prozentsatz an neuen Fahrzeugen also. Und da soll noch einmal jemand sagen, die Briten seien so arm!

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Mittwoch, 22. März 2000

Schon wieder der letzte Tag! Für heute habe ich eine Rundfahrt über East Grinstead, Lewes, Uckfield und Crowborough geplant. Danach zurück nach Tunbridge Wells zum Einkaufen. Meiner liebsten Beschäftigung... Das Frühstück war diesmal von einer besonderen Art. Als ich runter kam war bereits alles (bis auf das Warme) auf dem Tisch, sogar der Tee. Meine Wirtin kam auch gleich darauf, stellte mir den Teller auf den Tisch und verabschiedete sich mit den Worten, daß sie nun weggehe. Unfaßbar! So etwas hatte noch nie erlebt. Wenn ich nun noch etwas benötigt hätte? Auf jeden Fall war ich die restliche Zeit (immerhin 45 Minuten) ganz alleine in dem Haus. Abgesehen von den beiden Hunden, deren Rasse für mich nicht zu bestimmen war. Eine Mischung aus Dackel und Yorkshireterrier. Aber das Verhalten meiner Wirtin paßt zu ihren restlichen Verhalten... Mundfaul, eingebildet und man hat ewig das Gefühl, daß ihr alles unrecht ist und daß man eigentlich nur da sein, um ihr möglichst viel Unordnung zu bereiten. Aber so sind halt nun einmal die Südengländer. Nichts von der sprichwörtlichen Gastfreundlichkeit zu spüren, die einem im Norden überall entgegen schlägt. Nun denn... Kaum daß ich losgefahren bin, der nächste Schock. Ab heute kostet der Sprit 2p mehr. Ich glaube, daß ist die erste Erhöhung der Benzinpreise, die ich miterlebt habe. Hätte ich bloß gestern noch getankt, so wie ich es vorgehabt hatte. Nur, woher hätte ich das wissen können. Das hält mich allerdings von der heutigen Fahrt kaum ab. Sorgen macht mir nur der dichte Nebel. Mit dem Photographieren wird es wohl heute nicht viel werden, oder? Die Sonne schien gestern relativ warm und so besteht die Hoffnung, daß sich der Nebel im Laufe des Vormittages doch noch auflöst. Allerdings sollen laut der Wettervorhersage von BBC im Laufe des Nachmittags von Südwesten (Cornwall) Regenwolken aufziehen. Was man von dem britischen (und deutschen) Wetterberichten halten kann, ist hinlänglich bekannt. Eine gewisse Portion Vorsicht ist immer angebracht... Momentan befinde ich mich auf einem Parkplatz nicht weit, etwa sechs Meilen, von Lewes entfernt. Übrigens habe ich beim Studium der Karte festgestellt, daß ich in Lewes meine alte Strecke Richtung Westen wieder einmal berühren werde. Diese Route führt über Brighton Richtung Salisbury (Frühjahr 1998) sowie Richtung Wales und Irland (Sommer 1992). Und auf dieser Route erfolgte die Rückfahrt von Schottland (Sommer 1991). Lewes hat mir sehr gut gefallen. Besonders deswegen, weil ich in der High Street sofort einen gebührenfreien Parkplatz bekommen habe. Bin dann eine gute Stunde (so groß ist Lewes auch wieder nicht) durch die Innenstadt gelaufen und dabei den dritten Film angefangen. Lewes Castle (erbaut 1088) wollte ich mir ansehen, aber... Genau! Immer das gleiche Spiel. £4 Eintritt! Ohne mich! Dafür habe ich mich umso intensiver mit der hier ortsansässigen Brauerei (Sussex Brewery King&Barnes) beschäftigt und mit Geschick und dann doch etwas Unglück fast eine Spezialführung durch die Brauerei erredet. Eben nur fast, weil man während des laufenden Betriebes leider keine Ausnahme macht. Echt schade! Dafür habe ich aber einen tollen Kalender von der Brauerei erstanden. Ganz umsonst... Wie man dem Ganzen entnehmen kann, hat sich der Nebel mittlerweile verzogen und hat der Sonne mit leichter Bewölkung Platz gemacht. Dennoch bleibt es in der Ferne etwas trüb... Zurück in Tunbridge Wells bin gleich in Sainsbury's rein, einkaufen. Bis auf das Brot (war schon ausverkauft und nichts nachgefüllt) habe ich alles bekommen, was auf meiner Einkaufsliste stand. Hat mit knapp £21 gekostet. Also was blieb mir dann anderes übrig als meinen Stammparkplatz in der Castle Road aufzusuchen und schnell noch zum Safeway reinzuschauen. Der hatte zwar noch genug Brot, aber anstelle der bisherigen 17p kostet es jetzt 21p. Frechheit. Bei Sainsbury's hätte es für lächerliche 15p bekommen, wenn... heute Abend leiste ich mir zum Abschied noch einmal richtige Fish'n'Chips (gestern gab es ja "nur" Fishcakes) für stolze £3.30. Und im Pub gibt zum Abschied vier anstatt drei Pints "Ruddles County". Alternativ dazu könnten es auch drei Pints und ein Single Malt "Glenmorangie" werden. Mal sehen. So, jetzt ist 15 Uhr und ich mache mich auf meiner Abschiedsrunde durch Tunbridge Wells. Danach heim, Tee trinken, etwas fernsehen dazu, dann in Chip-Shop und ab in den Pub. Das dürfte wohl alles gewesen sein. Abschließend noch etwas fernsehen, packen und die letzte Nacht kann ihren Lauf nehmen, bevor es morgen wieder Richtung Heimat geht. Zum Glück sind es nicht ganz 1.000 Kilometer.

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Donnerstag, 23. März 2000

Heute geht es wieder Richtung Heimat. Leider! Trotz der immens teueren Preise hat es mir hier recht gut gefallen. Und gelernt habe ich auch etwas: "Vermeide größere Städte in der nähe; besonders wenn diese London heißen" (welches nur 30 Meilen entfernt war)... Gestern Abend im Pub habe ich zum Abschluß noch einmal einen drauf gemacht. Fünf Pints anstelle der üblichen drei. Keine schlechte Leistung. Danach wollte ich noch Fußball ansehen, bin ziemlich schnell eingeschlafen und erst gegen 3 Uhr morgens wieder aufgewacht; auch nur, weil ich dringend auf das Klo mußte (die fünf Pints wollten bedient werden). Das heutige Frühstück fand bereits um 8 Uhr statt. Auf meinen eigenen Wunsch hin. Qualität und Umfang waren wie immer; mittelmäßig... Die Verabschiedung erfolgte ziemlich zurückhaltend, eher frostig. Aber bei dem Verhalten meiner Wirtin auch kein Wunder. Aber ich habe nach den letzten sechs Tagen auch nichts anderes erwartet! Die £118 waren schon ein ganz schöner Brocken, den ich zum Abschluß löhnen durfte. So etwas tut einem jedes Mal sehr weh, sowie Geld auf einmal auszugeben. Weil wir schon beim Geld sind: Die sechs tage haben alles in allem £255 gekostet; also ein Restbetrag von £45 blieb mir übrig. Wenn ich mich richtig erinnere, waren es letztes Jahr in Norwich £254 (?), also ungefähr die gleiche Summe. Aber da muß ich daheim erst nachschauen... Als Route für Rückfahrt habe ich eine andere Strecke gewählt als für die Hinfahrt. Zurück geht es über Ashford und von dort aus über die M20 direkt nach Dover. Erstens ist diese Route schneller (weil 50 Prozent davon Autobahn sind) und zweitens hat diese Route den Vorteil, daß sie 18 Meilen oder 29 Kilometer kürzer ist. Daher war ich auch schon kurz nach 10 Uhr in Dover und nun mußte ich bis 11 Uhr 30 warten, bevor es über den Kanal ging. In Calais angekommen, wird es dann schon 13 Uhr sein und bei einer Rückreisezeit von etwa acht Stunden rechne ich mit der Ankunft daheim nicht vor 21 oder 22 Uhr. Warten wir es ab... 13 Uhr Ankunft in Calais, wie geplant. Die Überfahrt ruhig, da wettermäßig auch der Kanal sehr ruhig war, nur etwas nebelig. Der Rest der Rückfahrt ist schnell erzählt. Bis auf ein paar Baustellen in Belgien und Deutschland war der Verkehr relativ ruhig, so daß man ohne weitere Probleme durchfahren konnte. Lediglich zwischen Aschaffenburg und dem Spessart hat es sich etwas gestaut, ansonsten ging es auch auf diesem Streckenabschnitt zügig voran. So kam es, daß ich bereits um 21 Uhr 20 zu Hause ankam. Was ich nie für möglich gehalten hatte, trat dann doch ein. Erstens regnete es in Nürnberg und zweitens bekam ich einen Parkplatz direkt vor der Haustür, so daß ich das ganze Gepäck und die ganzen Einkäufe nur einen minimalen Weg schleppen brauchte.

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Schlußwort

Der gesamte Urlaub hat mich, wie bereits erwähnt, £255 und zusätzlich BEF 1350 (plus BEF 1528 per VISA Karte) gekostet. In diesen sechs Tagen habe ich 2.457 Kilometer zurückgelegt und dafür etwa 155 Liter Benzin benötigt.


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