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England Herbst 2005
"KAISER HADRIAN UND SEIN LAND"
(EINE REISE IN DEN ÄUSSERSTEN NORDWESTEN ENGLANDS)
VOM 27.09.2005 BIS 07.10.2005
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Kalender (Sep./Okt. 2005)
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Vorbemerkung
Eigentlich wollte ich ja dieses Jahr im Herbst nach Hexham fahren (Motto 2005: "Von Wrexham nach Hexham"), aber ich habe mich dann doch eines anderen besonnen und bin auch der Meinung, man sollte nicht immer wieder an den gleichen Ort fahren. Mrs. Boaden wird sicherlich Verständnis haben. Daher habe ich beschlossen, den geplanten Urlaub abzuwandeln und etwas weiter nach Westen zu fahren. Die Region bleibt, nur der Ort ändert sich: Carlisle habe ich mir erwählt. Und die geplanten Touren daraufhin abgestimmt. Die Zugfahrt nach Newcastle-Upon-Tyne (Region Tyne & Wear) bleibt. Das lasse ich mir nicht nehmen. Weitere Fahrtziele werden Dumfries (Region Dumfries & Galloway, Schottland), Hexham (Region Northumberland), Durham (Grafschaft Durham) sowie Penrith und Keswick (Region Lake District) sein. Ich bin schon ganz gespannt. Am 29. September geht es dann los!
Vorwort
Die letzten 100 Tage haben begonnen. Die Suche nach einer passenden Unterkunft in Carlisle beginnt. Zum Glück hat man ja Internet, und die Angebote an Unterkünften ist vielfältig genug. Die Preise in Carlisle sind allerdings nicht von schlechten Eltern. Zwischen £18 und £25 liegen die Preise. Dennoch schreibe ich die ersten eMails. Die Resonanz auf meine eMails ist nicht gerade aufregend. Von etwa 10 versendeten habe ich nach bald 20 Tagen etwa nur 5 Antworten. Ich bin auf der Suche nach einer Unterkunft von bis zu £20. Die Antworten (in der eMail habe ich ausdrücklich darauf hingewiesen) waren alles andere als erfreulich. Zwischen £29 und £35 soll die Übernachtung kosten. Da spiele ich aber nicht mit. Sollte sich der Trend weiter fortsetzen, dann werde ich, wohl oder übel, wieder bei Mrs. Boaden unterkommen. Nicht das es mir dort nicht gefällt, ich hätte bloß einmal gerne etwas anderes gesehen! Die Fähre scheint keine Probleme zu machen. Sowohl auf der Hinfahrt über Zeebrugge als auch auf der Rückfahrt über Rotterdam sind noch genügend Plätze frei. Buchen werde ich nicht vor Mitte August. Der Preis liegt mit €424 im erträglichen Mittelfeld. Na ja, aktuell sind es noch 77 Tage und da habe ich noch genügend Zeit; sowohl für die Unterkunft als auch für die Überfahrten. Im Moment habe ich mehr mit meiner Homepage hier mehr zu tun als mir lieb ist. Da sind noch eine ganze Menge Informationen bereit zu stellen.
Wenn ich es genau überlege, ist die Wahl von Hexham gar nicht so schlecht. Da kann ich sowohl Janice als auch Lucy wiedersehen. Besonders Lucy hat es mir sehr angetan! Von ihr war damals wirklich tief beeindruckt. Auch wenn Mrs. Boaden £20 für die Übernachtung verlangt, bin ich doch billiger als bei all den bisherigen Angeboten. Aber ich habe noch zwei Adressen, bei denen ich anrufen muß, weil es keine eMail-Adresse gibt. Diese beiden Angebote sind allerdings preislich sehr verlockend. Laut Internet liegen da die Übernachtungspreise bei maximal £18! Und diese Chance sollte ich noch wahrnehmen, oder? Außerdem freue ich mich wahnsinnig auf die Zugfahrt von Carlisle nach Newcastle und zurück. Die dauert immerhin 1,5 Stunden, einfach! Aber wenn nicht, dann neben nicht... "Die Würfel sind gefallen". Ich habe jetzt doch meine Unterkunft bei Mrs. Boaden in Hexham gebucht. Sie hat sich sehr darüber gefreut und mir mitgeteilt, daß sie schon einige Anfragen bezüglich Unterkunft über MEINE Homepage bekommen hat. Also, es geht doch und die Internetgeschichte scheint sich langsam zu entwickeln. Ich bin sehr stolz auf mich! Jetzt fehlt nur noch die Fährbuchung; dies erledige ich dann in der zweiten Augusthälfte... Am 15. August 2005 hatte ich die Fähre gebucht. Von Zeebrugge nach Hull und rückwärts von Hull nach Rotterdam. Laut Buchung werden es diesmal die PRIDE OF BRUGES (hinwärts) und die BRIDE OF HULL (rückwärts) sein. Drei Tage später war der Betrag von €424,00 vom Konto abgebucht. Was soll jetzt noch schief gehen?
Übrigens: Es ist der erste Urlaub mit meiner neuen digitalen Kamera. Eine Olympus C-8080 mit 8,3 Megapixel und diverser Speicherkarten mit einer gesamten Speicherkapazität von 1.184 MB (also etwa 1,16 GB). Das muß reichen für ein paar Bilder, die ich dann nach dem Urlaub ins Internet stellen möchte.
Donnerstag, 29. September 2005
Endlich! Das Abenteuer kann beginnen. Weniger für mich als für den Alfa 147. Denn er wird heute zum ersten Mal nach Belgien kommen... Abfahrt ist in Nürnberg gegen 3 Uhr 15 bei bedecktem Himmel und milden 12°C. Es ist Michaelistag, mein Namenstag. Das erste Teilstück von Nürnberg nach Würzburg ist gepflastert mit Baustellen (das gibt bestimmt Ärger auf der Rückfahrt). Ab Kitzingen begann es zu regnen, allerdings nur leicht und nur vereinzelt. Der Verkehr war relativ dicht, besonders der Lkw-Verkehr. Dennoch kommen wir sehr gut voran. Viel geändert hat sich auch seit dem März nichts... In der Eifel hat uns dann der Regen voll erwischt und begleitete uns bis nach Belgien. Ab Köln/Kerben biegen wir Richtung Aachen auf die A44 ab. Die A44 ist jetzt, bis auf kleinere Ausnahmen, fast durchgehend dreispurig ausgebaut. Hier hat sich allerdings in den letzten Jahren wirklich viel verändert... Belgien ist um 8 Uhr 33 erreicht. Der Alfa ist nun zum ersten Mal in Belgien angekommen. Es ist immer noch bedeckt, windig und mit etwa 12°C relativ warm. Mein Stammparkplatz "Waldhornerheide" ist nach 5½ Stunden und 510 Kilometer um 8 Uhr 40 erreicht. Zeit für eine größere Pause von etwa 30 Minuten... Danach geht weiter Richtung Lüttich und Brüssel. In Lüttich (Liège) will ich tanken. Ich bin ja einmal auf den Preis gespannt. In Deutschland hatte der Liter Super bleifrei ungefähr €1,379 gekostet (ich hatte daheim sogar für €1,319 getankt). Kurz vor Brüssel wird dann endlich der fällige Tankstop eingelegt. €1,409 für den Liter Super bleifrei. Ich glaube, ich spinne! So teuer hatte ich es doch nicht erwartet, da bisher das Benzin in Belgien immer ungefähr 10 Cent billiger als in Deutschland war. Der Verbrauch beträgt 6,6 Liter auf 100 Kilometer. Bei den vielen Fahrten mit dem Tempomat geht das voll in Ordnung. Mittlerweile ist es 10 Uhr 30. Durch Staus und den vielen Baustellen bin ich jetzt etwas später dran als sonst, aber für Blankenberge sollte es noch reichen... Die Ankunft in Blankenberge war schließlich gegen 12 Uhr 30. das Wetter ist prima; Sonnig aber sehr windig und dennoch relativ mild. Ich schätze so um die 16 °C. Endlich komme ich zu meinen Bildern, was ja auch langsam Zeit wird, mußte ich doch drei Jahre warten! Nach dem ich daheim angerufen hatte, fahre ich jetzt nach Zeebrugge. Zwei Jahre ist es her, daß ich hier zum letzten Mal war. Allerdings hat sich in dieser Zeit wenig verändert, so daß ich mich sofort zu Recht fand. Nach einem kurzen Mittagessen und dem Gang aufs Klo gibt es die ersten Urlaubsbilder. Sowohl mit der analogen, als auch mit der digitalen Kamera. Viel Zeit blieb mir nicht, denn bis zum Einchecken ist es nur noch ganze 45 Minuten. Das heißt es sich ranhalten, denn 14 Uhr 30 rückt unaufhaltsam näher. Ich Glückspilz! Stehe ich doch ganz vorne. "Ganz vorne heißt: Erster". Und das bedeutet auch erster auf dem Zwischendeck. Alle anderen müssen sich hinter mir anstellen und niemand zerkratzt mir das Auto. Lieber mache ich das bei den anderen. Um 16 Uhr beginnt das Beladen der PRIDE OF BRUGES mit einer Sicherheitsüberprüfung. Kennzeichen notieren, Kofferraum kontrollieren und Reisepaß anschauen. Vor was und wem haben die bloß wieder diesmal Angst? Mir kann es egal sein, Hauptsache ich bin bald auf der Fähre und kann noch ein paar Bilder machen und das erste Urlaubsbier genießen. Und ich freue mich jetzt schon auf das anschließende Abendessen. Denn viel zu essen hat es ja bisher noch nicht gegeben. Die bangen Fragen tauchen wieder auf: Welche Sorte Bier? Was wird es zum Abendessen geben? Aus Erfahrung weiß ich, daß es durchaus Unterschiede zwischen der Zeebrugge- und der Rotterdamroute gibt. Und natürlich bin ich auf die Preise an Bord gespannt. In den letzten Jahren haben kräftig angezogen. So, meine Bilder sind gemacht. Mit beiden Kameras. Ich bin schon ganz schön verrückt. In einem Jahr fahre ich mit zwei Handys, im anderen Jahr mit zwei Kameras... Der Wechselkurs auf der Fähre macht mir Laune: £1 entspricht €1,40. Und das jetzt ohne Gebühren. Das macht etwa £286. Ich glaube, ich tausche. Wer weiß... In Hexham kenne ich keine Möglichkeit und in Newcastle? Da möchte ich lieber nicht mit so viel Geld in der Tasche herumlaufen. "Also, tausche" sagt mir mein Verstand. Gesagt, getan und jetzt ist die Urlaubskasse prall und fett. Und nun auf zum ersten Bier... Nach einem ausgiebigen Abendessen mit diversen Fischsorten als Vorspeise, asiatischen Gerichten als Hauptgang und gekrönt von einer großen Portion Stiltonkäse geht es noch auf ein paar Pints "Boddington" (für teuere £2.30 bzw. €3,69) zurück in die Bar. Nach dem zweiten Pint hatte ich allerdings schon genug und zog mich zur Bettruhe in meine Kabine zurück. Zum Glück bin ich heute von Bingo verschont worden.

Freitag, 30. September 2005
Die Nacht war recht kurz. Nicht, weil ich so spät ins Bett bin, sondern weil ich richtig tief und fest geschlafen hatte. Und dann, um 5 Uhr 45, klingelt doch dieser blöde Wecker. Ich hätte so gern noch etwas weitergeschlafen. Na gut, beginnen wird also den neuen Tag. Zuerst duschen, dann anziehen und schließlich um 6 Uhr 30 zum Frühstück mit den üblichen Zutaten wie Würstchen, Schinken, Bohnen, Rösties, Champignons (hoffentlich erwische ich nicht wieder Leber) und jeder Menge Toast, Butter, Orangensaft und Kaffee. Jetzt bin ich nur noch gespannt, wie das Wetter sein wird. Trocken? Regen? Warm? Kalt? Und ist es schon hell? Tausend Fragen, keine Antworten... Also, das Wetter ist wolkig, es ist trocken und angenehm mild. Wir sind heute sogar relativ pünktlich angekommen: 8 Uhr 15 ist durch eine übliche Zeit. Das Entladen ging relativ schnell vonstatten. Bis ich allerdings aus Hull draußen war, hat es länger gedauert, weil ausgerechnet jetzt die Schule beginnt und Väter und Mütter ihre Sprösslinge zur Schule gebracht hatten. Das Auto stand halt dann einfach, wo es stehen geblieben ist. Teilweise auch mitten auf der Fahrbahn. Die Fahrt ging weiter über York nach Thirsk. Hier mache ich den ersten Halt für einen kleinen Rundgang durch die Stadt, der den Kauf der ersten Postkarten und den Vorrat an Briefmarken (42p das Stück) beinhaltete. Danach setzte ich die Fahrt über Darlington und Northallerton nach Hexham fort. Ankunft in Hexham gegen 13 Uhr 15. Viel geändert hat sich. Allerdings wird es bald einen TESCO geben. Mitten in der Stadt (die Stadt ist eh nicht besonders groß) und die Eröffnung erfolgt in zwei Wochen. Bei der CoOp verlangt man jetzt £1 Parkgebühren für zwei Stunden, die man jedoch beim Einkauf von über £5 zurückerstattet bekommt. Das ist voll in Ordnung und da zahle sogar ich! Als nächstes führt es mich zum "The Globe Inn",, meinem Stammpub für die Ankünfte in Hexham. Nach zwei Pints "Theakston Bitter" zu je £2.10 kehre ich gegen 15 Uhr zum CoOp zurück, um den fälligen Einkauf vorzunehmen. Unter anderem logischerweise den Urlaubswhisky. Mit einer Rechnung von knapp £20 verlasse ich den Laden. Ankunft bei Mrs. Boaden war dann gegen 15 Uhr 45. Ich bekomme wieder das kleine Zimmer, was mir nach nun 12 Jahren "rechtmäßig" zusteht. Ob noch jemand im Hause ist, weiß ich noch nicht. Nach einem kleinen Imbiß und einer Tasse Tee verschwinde ich in die Stadt, um zum Bahnhof zu gelangen. Leider regnet es sehr heftig, so daß ich bald komplett durchgeweicht bin. Da muß man schnellstens trocken werden und das geht am besten im Pub. Im "The Fox Inn". Janice hatte mich sofort wieder erkannt. Bei zwei Pints "John Smith’s Bitter" zu je £2.20 erzählt man sich das Neueste vom vergangenen Jahr. Janice hatte um 18 Uhr 30 Feierabend, ich um 19 Uhr 15. Daheim schaue ich noch etwas Fernsehen, bevor ich ins Bett gehe. Morgen ist nämlich der große Tag. Die Fahrt nach Newcastle mit dem Zug steht bevor...

Samstag, 1. Oktober 2005
Die Nacht war extrem stürmisch. Dauernd hat das Fenster geklappert und Regen war mit Sicherheit auch dabei. Um 7 Uhr 30 heißt es heute aufstehen, denn um8 Uhr 15 gibt es Frühstück. Schließlich muß ich den Zug um 9 Uhr 24 erwischen. Mrs. Boaden’s Frühstück ist gut wie eh und je. Nach der ausgiebigen Stärkung verlasse ich um 8 Uhr 50 das Haus und begebe mich zum Bahnhof. Mittlerweile ist die Sonne herausgekommen, aber es ist sehr kalt. Ich vermute nicht mehr als 12°C und es ist extrem windig, was die Sache noch kälter macht. Am Bahnhof erwarten mich zwei Überraschungen. Zum einen der Fahrpreis: Nur £4.50 für Hin- und Rückfahrt und zum anderen die Tatsache, daß der Zug um 9 Uhr 24 ausfällt. Es wird ein Motorschaden als Ursache angegeben. Also heißt es warten, bis der Zug um 9 Uhr 42 geht... Mittlerweile ist ein Güterzug durch den Bahnhof gedonnert. Mit voller Geschwindigkeit, daß alles nur so gewackelt hat. Aber es war dennoch beeindruckend... Der Zug verließ pünktlich um 9 Uhr 42 den Bahnhof in Hexham. Die Fahrt, obwohl ich sie schon kannte, hat mir wieder einmal den Angstschweiß auf die Stirn getrieben. Ich glaube, die Strecke ist im Vergleich zum letzten Jahr noch schlechter geworden. Manchmal hat der Zug dermaßen geschlingert, daß ich Angst hatte wir kippen um oder das es fällt alles auseinander. Trotzdem waren wir schon um 10 Uhr 22, also drei Minuten früher, in Newcastle. "Bewaffnet" mit zwei Kameras mache ich mich auf den Weg. Es ist schon gut, wenn man sich wenigstens etwas auskennt. Die ersten Photos werden gemacht! Newcastle ist heute extrem voll. Voller als sonst, voller als letztes Jahr. Das liegt mit Sicherheit auch daran, daß heute die "Magpies" spielen (Premier League). Viele Jungs und Männer tragen die Vereinsfarben schwarz/weiß. Um halb eins habe ich endlich meine Ansichtskarten und ziehe mich in meinen Pub namens "Ravens Crest" auf ein Pint "John Smith’s Bitter" für £1.65 zurück und erledige meine Pflicht. Danach gehe ich runter zum River Tyne und sehe dort alle Brücken von unten, sozusagen direkt auf Wasserhöhe. Da beeindrucken sie noch viel mehr. Gegen 14 Uhr 30 tun mir die Füße dermaßen weh, daß ich in einem anderen Pub nahe dem Bahnhof auf ein weiteres Pint "John Smith’s Bitter" für ebenfalls £1.65 ausruhe. Heim geht es mit dem Zug um 16 Uhr 24. Schließlich muß ich in Hexham beim SAFEWAY noch ein bißchen einkaufen. Und der Weg vom Bahnhof bis nach Hause ist ja auch noch zu bewältigen. Und "The Fox Inn" wartet ja auch noch auf mich... Man merkt, es ist Samstag. Da ich durch den heutigen Tag erst weit nach 18 Uhr im "The Fox Inn" ankam, blieb ich logischerweise auch wesentlich länger. So voll ist der Pub wirklich nur am Samstag oder wenn England spielt (Fußball). Nach zwei Pints "John Smith’s Bitter" kehre ich nach 20 Uhr nach Hause zurück. Jetzt wird nicht mehr viel passieren. Ich bin kaputt und meine Füße schmerzen extrem vom heutigen Tage...

Sonntag, 2. Oktober 2005
Heute haben wir Sonntag. Da mache ich immer etwas langsamer. Das beginnt damit, daß ich erst um 9 Uhr zum Frühstück gehe. Ich bin nicht alleine, eine Tochter mit ihrer Mutter (84 Jahre) ist da. Sie sind aus Manchester und da ist schnell ein Gespräch geknüpft. Die Mutter bekommt so manchmal die Situation nicht mehr mit und die Tochter ist total überdreht. Redet und redet, manchmal etwas wirr, dann lacht sie wieder hysterisch und manchmal meine ich, kommen ihr die Tränen. Ich jedoch amüsiere mich köstlich, und so kommt es, daß das Frühstück erst um 9 Uhr 45 von meiner Seite aus beendet wird... Zuerst führt mich mein Weg ins Herzen von Hexham, also mitten in die Innenstadt. Hier mache ich ein paar Bilder, die später auch im Internet zu sehen sein werden. Das dauert, zumal ich mit einer älteren Dame an der Hexham Abbey ins Gespräch komme. Wir beide hatten vor, das gleiche Motiv zu photographieren... Gegen 10 Uhr 45 mache ich mich auf, nach Carlisle zu fahren. Unterwegs halte in Haltwhistle, weil ich vom "Grey Bull Hotel" noch ein Bild machen will. Ebenfalls für das Internet. Weiter geht es nach Carlisle. Ankunft dort um 11 Uhr 30. Auch hier zuerst ein paar Bilder. Leider macht jetzt gerade der Akku der Digitalkamera schlapp. Na, da muß ich mit der analogen Kamera weitermachen. So gegen 12 Uhr 30 bringe ich die Kameras ins Auto zurück und ziehe nochmals los. Zuerst ein paar Postkarten und dann eine Kleinigkeit zum Essen gekauft. Danach geht es ab in den Pub, wo ich eigentlich jedes Mal mein Pint trinke, trinke ich auch heute wieder mein geliebtes Pint "Theakston Bitter" für £1.90. Anschließend bummle ich noch etwas herum, bevor es gegen 14 Uhr 30 wieder heim Richtung Hexham geht. Zuvor wird bei TESCO noch eine Kleinigkeit eingekauft. Nicht viel, denn von gestern ist noch reichlich übrig geblieben. Gegen 16 Uhr bin ich dann wieder zuhause. Jetzt gibt es erst einmal eine Tasse Tee; die brauche ich, denn die Temperaturen liegen selbst am Nachmittag bei nur 14°C. Nicht gerade warm und heute Morgen hatten wir sogar nur 8,5°C. Den restlichen Tag beschließe ich bei ein paar Pints im "The Fox Inn". Danach will ich noch etwas fernsehen und damit ist der Tag endgültig abgeschlossen. Aber morgen...

Montag, 3. Oktober 2005
... ja heute. Heute geht es zum ersten Mal wieder nach Schottland. Nach Dumfries, um genau zu sein. Ich freue mich jetzt schon riesig. Aber zuvor muß ich noch tanken. Das zweite Mal erst! Bei einem Preis von 93.9p pro Liter wird das bestimmt eine teuere Angelegenheit. £30 gehen vermutlich locker drauf. War das früher schön, als die Preise noch bei 50 bis 60p lagen. Da hat das Tanken noch Spaß gemacht... Wettermäßig werde ich mich heute auf einen bewölkten Tag einstellen müssen. Aber immerhin soll es bei Temperaturen um die 15°C trocken bleiben. Und das ist schon etwas... Fast £33 habe ich bezahlt. Ich dachte, mich trifft der Schlag. Aber ohne Sprit geht halt nichts... Die Fahrt nach Dumfries geht auf der A69 Richtung Carlisle. Bei Brampton biege ich auf die A6071 ab und fahre über Longtown nach Gretna. Jetzt geht es das letzte Stück auf der A75, bereits auf schottischem Boden, nach Dumfries. Nach über zwei Jahren habe ich mich sofort wieder zurecht gefunden. Welch eine Überraschung. Parken tue ich nahe meiner alten Unterkunft, denn da ist es ruhig und sicher. Mit den Photoapparaten bewaffnet, mache ich mich auf den Weg in die Innenstadt. Nach einem ausgiebigen Rundgang und etlicher Photos leiste ich mir eine Kleinigkeit zum Mittagessen und das obligatorische Pint darf nicht fehlen. Diesmal ganz schön schottisch, denn es ist ein "McEwan’s 70s" (£2.10). Danach setze ich den Rundgang fort. Gegen 14 Uhr 15 kehre ich zum Auto zurück. Bei MORRISONS (früher SAFEWAY) hole ich das heutige Abendessen. Schließlich mache ich mich auf der gleichen Route auf den Weg nach Hexham. In Brampton lege ich noch einen kurzen Stop ein und mache einen Abstecher zur nahegelegenen Lanercost Abbey. Um 16 Uhr 15 bin ich in Hexham zurück. Nach einer Tasse Tee gibt es noch einen Besuch von Hexham, bevor ich in den "Fox Inn" einkehre. Zwei oder drei Pints können es heute werden. Na ja, schau’n wir ’mal... Es sind dann doch drei Pints geworden. Habe heute einmal ein anderes Bier probiert. "Deuchars IPA" (£2.15) ist ein schottisches Bier und gar nicht einmal so schlecht. Erinnert einen vom Geschmack her stark an "Theakston Bitter" oder "Boddington". Malzig, und eine leichte Süße, von der Farbe leicht dunkler als normales, also helles Bier. So, jetzt schaue ich mir noch ein paar Dokumentationen über Großbritannien an und dann wird der heutige Tag auch beschlossen.

Dienstag, 4. Oktober 2005
Tag "2", der Schottlandtour. Für heute ist eine Fahrt nach Galashiels in den Borders geplant. Nach Dumfries (Dumfries & Galloway) ist dies die zweite, aber auch die letzte Fahrt nach Schottland. Denn für morgen spiele ich mit dem Gedanken, nochmals nach Newcastle mit dem Zug zu fahren. Aber jetzt freue ich erst einmal auf diesen Ausflug. Besonders die tolle A68 bis Carter Bar (Grenze nach Schottland) wird mich erfreuen. Mit ihren vielen Hoch- und Runter-, Berg- und Talfahrten. Fast wie auf einer Achterbahn. Da macht das Autofahren noch Spaß. In Galashiels kann ich dann doch noch eine der vorherigen Unterkünfte ablichten, mir den Ort ansehen und bei TESCO den heutigen Einkauf erledigen. Eventuell lege ich in Jedburgh einen Zwischenstop ein. Das werden wir aber sehen... Aber jetzt wird es Zeit für das Frühstück... Also, die Fahrt über die A68 war einfach phantastisch. Wie gesagt, es war wie auf der Achterbahn. Um 10 Uhr 45 war ich endlich wieder in Schottland und der Grenzübertritt fand bei Carter bar statt. Danach ging es weiter bis Galashiels. Hier war es wie gestern in Dumfries. Kaum da, schon wußte ich, wo ich bin, obwohl Galashiels auch schon einige Jahre zurückliegt. Zuerst erfolgten die notwendigen Photos und danach ein etwas ruhigeres Vorgehen. Heute habe ich die letzten Karten geschrieben. An meine Eltern logischerweise und mein Bruder hat auch eine Karte bekommen. Gegen 13 Uhr 15 begebe ich mich zum TESCO, zum heutigen Einkauf. Die Rückfahrt begann um 14 Uhr, "Eintritt" in England war um 15 Uhr und Ankunft in Hexham um 16 Uhr. Sozusagen alles in Stundentakt. Der restliche Tag verlief wie gewohnt. Zuerst eine Tasse Tee, eine Kleinigkeit zum Essen, danach ein Rundgang durch Hexham und den Rest des Abends im "The Fox Inn" bei zwei Pints "Deuchars IPA" für £2.15. Abschließend gibt es noch den einen oder anderen Beitrag im Fernsehen. Damit endet der heutige, sehr erfreuliche Tag. Es war einfach wundervoll...

Mittwoch, 5. Oktober 2005
Also, gestern Nachmittag auf dem Rückweg von Galashiels habe ich endgültig beschlossen, daß ich heute noch einmal nach Newcastle fahre. Den Gedanken hatte ich ja in der Frühe schon, war aber zu dieser Zeit dessen noch nicht sicher. Jetzt bin ich es und dieser Ausflug soll ohne jeglichen Ballast, also ohne Photos, stattfinden und möchte einfach nur durch die Innenstadt schlendern und hier und da in dem einen oder anderen Geschäft reinschauen... Gesagt, getan. Heute Morgen habe ich also Mrs. Boaden gebeten, auf meine Phototaschen (einschließlich aller Dokumente und dem Geld) aufzupassen, was sie auch problemlos zusicherte. Daß das alles in den Phototaschen war, wußte sie natürlich nicht. Nach dem Frühstück machte ich mich also zu Fuß (eigentlich wollte ich mit dem Auto zum Bahnhof fahren, habe mir aber dann die £1.50 Parkgebühren am Bahnhof gespart) zum Bahnhof gelaufen und habe mir erneut Fahrkarten nach Newcastle gekauft. Ich hatte angenommen, daß der nächste Zug um 10 Uhr 45 geht (Ankunft 11 Uhr 25), habe aber "glücklicherweise" den um 10 Uhr 19 übersehen. Am Fahrkartenschalter wurde ich auf den Irrtum aufmerksam gemacht. Der Zug war zwar vier Minuten zu spät, machte aber bis Newcastle keinen weiteren Halt, so daß ich um 10 Uhr 55 dort war (offizielle Ankunft 10 Uhr 52). Vom Bahnhof aus machte ich mich dann auf den Weg in die Innenstadt und ins Eldon Shopping Centre. Kreuz und quer ging es bis ich gegen 12 Uhr 30 Hunger und Durst verspürte. Daher holte ich mir eine Kleinigkeit zum Essen und gönnte mir im "Ravens Crest" ein Pint "John Smith’s Bitter", immer noch für £1.65. Danach ging es gestärkt weiter. Im Eldon Shopping Centre schlug dann die große Stunde. Nach etlichen Jahren des Hinauszögerns habe ich jetzt doch endlich eine neue Straßenkarte gekauft(Stand 2006). Statt £14.99 für nur £5.00. Da konnte ich nicht widerstehen. Jetzt habe ich wieder den Stand von heute und nicht den Stand von 1990. Die alte Straßenkarte wird nun nach 14 Jahren Dienst und 23 Reisen in den wohlverdienten Ruhestand geschickt. Uff, daß war eine schwere Geburt... Zwischen durch hatte ich zu aller Überraschung noch einmal daheim angerufen. Mutti konnte es nicht fassen... So gegen 15 Uhr strebe ich schließlich glücklich aber fix und fertig dem Bahnhof zu. In der Nähe warte ich bei einem Pint "Boddington" für lächerliche £1.35 auf den nächsten Zug um 15 Uhr 54. So war ich etwa um 16 Uhr 39 in Hexham. Bei MORRISONS kaufte ich schnell das Abendessen ein. Um 17 Uhr (ziemlich exakt) war ich endlich zuhause und freute mich auf riesig auf eine Tasse Tee und einen Schluck Whisky (schottischer, logisch!). Danach ging es in meinem Pub "The Fox Inn" auf die letzten beiden Pints. Schließlich mußte ich mich von Janice verabschieden (sie kannte beim ersten Mal sogar noch meinen Namen, was im letzten Jahr nicht der Fall war!). Danach gab es noch etwas fernsehen und letztendlich die lang ersehnte Nachtruhe. Denn morgen geht es zurück nach Hause...
Übrigens:
Am Montag, den 3. Oktober 2005 ist im Alter von 76 Jahren der britische Komiker Ronnie Barker an Herzversagen in Oxford gestorben. Ronnie Barker (geboren am 25. September 1929 in Bedford) war ein brillanter Komiker der 60er, 70er und 80er Jahre. Die ersten Fernsehauftritte hatte er in der "David Frost Show" zusammen mit niemand geringeren als John Cleese. Ronnie Barker war als TV-Komiker in Großbritannien genauso bekannt wie Benny Hill oder die Mannen von Monty Python. Zu seinem Höhepunkt schaffte er es, 18 Millionen Briten vor dem Fernseher zu bannen. Zur damaligen Zeit mehr oder wenige die ganze Nation. Zu seinen bekanntesten Fernsehserien gehörte "The Frost Report", "The Two Ronnies" "Porridge" und "Open all Hours". Hier nun die Chronologie:
- "The Frost Report": 1966-1967, mit John Cleese, Ronnie Corbett, Ronnie Barker
- "The Two Ronnies": 1971-1987, mit Ronnie Corbett, Ronnie Barker
- "Open all Hours": 1973, 1976-1985, mit David Jason, Lyndon Baron, Ronnie Barker
- "Porridge": 1974-1977, mit Richard Bleckinsale, Brian Wilde, Fulton McKay, Ronnie Barker
Donnerstag, 6. Oktober 2005
So, da waren sechs wundervolle Tage in Northumberland. Heute heißt es Abschied nehmen, denn die Heimfahrt steht an. Morgen Nachmittag werde ich wieder daheim sein. Aber zuvor gibt es noch jede Menge zu erledigen. Für heute habe ich Frühstück für 8 Uhr bestellt, denn ich brauche noch etwas Zeit. Schließlich muß ich noch tanken (bei 93.9p kein wahres Vergnügen), in York einkaufen gehen (sonst gibt es Ärger mit den Eltern), in Hull wenigstens einmal Fish’n’Chips essen (sonst war ich gar nicht in Großbritannien) und im "Crown Hotel" das letzte Mittagspint genießen (das muß halten bis März 2006).Man sieht, jede Menge zu tun. Beim Frühstück hatte ich heute sehr nette Gesellschaft. Ein englischer Gentleman mittleren Alters war da. Momentan läuft in Hexham ein Kongress zur Förderung kleiner Städte, so genannter "Market Towns", aus EU-Mitteln. Wir haben uns sehr nett unterhalten. Er hatte sogar schon vier Jahre in Deutschland gelebt. In der Nähe von Mönchengladbach. Konnte aber so gut wie kein Wort deutsch. Eine prima Basis also für diverse Diskussionen über Deutschland, Großbritannien, die EU und diverse andere Themen. Daher bin ich auch etwas später mit dem Frühstück fertig geworden als geplant. Die nun folgende Verabschiedung von Mrs. Boaden verlief unkompliziert wie immer. Von den £120 habe ich mich nicht so leicht getrennt. Danach ging es zur ESSO Tankstelle, wo noch einmal (der letzte britische) Sprit nachgefüllt wurde. 6,38 Liter auf 100 Kilometer. Super Leistung! Ziemlich genau um 9 Uhr war ich aus Hexham draußen. Die Sonne musste dichtem Nebel Platz machen und besonderes warm war es auch nicht. Ganze 4,5°C hatten wir. Bis Darlington hielt sich der dichte Nebel und ab Thirsk begann es leicht zu regnen. Der erste Regen für diesen Urlaub... York war um 11 Uhr 15 erreicht und ich setzte bei TESCO zum großen Finale an. Der abschließende Einkauf stand bevor. Doch dieses Jahr hatte ich mich stark zurückgehalten und es dennoch auf stolze £39.33 gebracht. Glücklicherweise sind davon etwa £18 für meine Eltern, so daß ich das Geld wieder zurück bekomme und damit hält sich das ganze im erträglichen Rahmen... Gegen 13 Uhr erreichte ich trotz Vollsperrung der Umgehung bei York (ein schwerer Unfall zwischen einem Lkw und Pkw hatte die Fahrbahn komplett lahm gelegt) Hull. Im "Crown Hotel") leistete ich mir das übliche abschließende Pint. Diesmal "Mansfield Dark Ale" für £2.00; ein vorzügliches Bier! Und im Chip-Shop nebenan die letzte Portion Fish’n’Chips. Sie kosten immer noch £2.70. Und das bestimmt schon seit drei Jahren... Jetzt ist 14 Uhr 15 und ich stehe am Check-In und warte, daß es losgeht. Auf jeden Fall wird mich die PRIDE OF HULL sicher über Nacht nach Zeebrugge bringen. Da bin ich mir sicher. Während wir so warten, kommt ein schwarzer Sportwagen angefahren. Von Neugierde getrieben steige ich aus um zu sehen, was das für ein Auto ist. Es ist ein Aston Martin DB7. Ein tolles Auto (12 Zylinder, 6,0 l Hubraum, 450 PS, 310 km/h). Während ich das Auto so betrachte, kommt der Fahrer vorbei und lächelt mich an. Ich nicht blöde erfasse die Situation sofort und meine "A nice car you have!" Und damit war das Eis gebrochen. Jetzt standen ein Aston Martinfahrer und ein Alfa Romeofahrer fast eine Stunde beieinander und redeten. Meist über Autos, logisch! Er war schon stolzer Besitzer eines Porsches und eines Morgan, ist Mitglied im Morganclub England und ist so beiläufig auf dem Weg nach Monte Carlo. Allerdings war er kein bißchen eingebildet, wie man hätte meinen können, sondern sehr menschlich und sehr freundlich. Er hat mir sogar einen beeindruckenden Blick unter die lange, schwarze Motorhaube erlaubt, da wo das mächtige 12-Zylinder Herz schlägt. Ich war platt. Wir haben uns, weil es zwangsläufig ans Verladen ging, sogar per Handschlag verabschiedet. Vielleicht dachte er, na ja, Alfa Romeo ist irgendwie auch kein 0815-Auto... Die Kabine ist in Ordnung. Etwas schmal, aber für eine Nacht ausreichend. Das Abendessen bestand aus diversen Vorspeisen (meist Fisch), als Hauptgericht gab es Putenschnitzel mit Karotten und Chips (nicht sehr einfallsreich) und als Abschluß eine große Portion Stiltonkäse. Zum Ausklang gab es in der Bar noch zwei Pints "Boddington". Jetzt heißt es, für morgen gerüstet zu sein...

Zusammenfassung
Alles in Allem war der 23. Urlaub wieder voll gelungen. Ich fühle mich mehr und mehr heimisch. Ich glaube, nach Herbst 2006 (der 25. Urlaub) mache ich doch weiter! Leider haben die Preise in den sechs Monaten kräftig angezogen. Besonders Benzin ist, wie bei uns leider auch, gewaltig teuer geworden. Im Schnitt kostet der Liter Superbenzin bleifrei zwischen 90.9p und 95.9p, in Hexham habe ich für 93.9p getankt... Was mich gewaltig geärgert hat, waren die vielen vielen Baustellen. Sowohl in Deutschland, Belgien, den Niederlanden als auch in Großbritannien. Was mich allerdings positiv beeindruckt hat war die Tatsache, daß ich mittlerweile sehr gut zu Recht komme (beispielsweise Zugfahren). Da ich mit Sicherheit nach außen hin nicht als Tourist zu erkennen bin (meistens jedenfalls), halten mich viele Briten für "einheimisch". Ein schönes Beispiel war Hexham, Mittwoch am Bahnhof, wo mich eine ältere Dame quer über die Gleise fragte, wo denn der Zug nach Newcastle abgeht und ob man im Zug einen Fahrschein bekommen kann. Ich habe ihr über die beiden Gleise die Situation erklärt (Abfahrt hier auf Plattform 1) und daß man entweder am Schalter, am Automat oder im Zug einen Fahrschein erhalten kann. Oder diverse andere Situationen wie beim letzten Frühstück bei Mrs. Boaden oder die Situation mit dem Aston Martinfahrer. Ganz klasse fand ich die beiden Fahrten nach Newcastle. Newcastle ist einfach wunderbar und ich werde bestimmt wieder hinfahren. Daß Janice mich sofort erkannt hatte und sogar noch meinen Namen wußte, war ein weiterer Höhepunkt (sie hatte ihn auch schon mal vergessen). Ebenso wie das Zusammentreffen mit Mr. Boaden, der mich mit Handschlag und beim Namen nennend begrüßte. Das hat er bisher auch noch nie gemacht (Na ja, in Zwischenzeit habe ich aber auch eine ganze Stange Geld dort gelassen, da kann man sich ruhig ein bißchen mehr um seine Gäste kümmern). Ich denke, ich werde akzeptiert, nicht nur in Hexham, sondern langsam als vollwertiges "Mitglied". Mit Sicherheit liegt dies an meiner ruhigen, unaufdringlichen und zurückhaltenden Art. Ich lebe in Großbritannien eben einfach genauso wie zuhause. Nur hier habe ich immer ein Lächeln auf den Lippen, was mir zuhause leider immer vergeht. Auf jeden Fall freue ich mich jetzt schon auf Wales 2006. Diesmal zusammen mit meinen Eltern!

Freitag, 7. Oktober 2005
Die Überfahrt war extrem ruhig. Nichts von der rauen Nordsee war zu spüren. Ich habe tief und fest geschlafen. Jedoch hieß es um 5 Uhr 30 aufstehen, duschen und anziehen. Denn bereits um 6 Uhr gibt es Frühstück. Was es zum Frühstück gibt, ist klar. Nämlich das Übliche: Würstchen, Schinken, Champignons, Rösties, "Black Pudding", Toast, Kaffee und Orangensaft. Ich hoffe nur, daß es diesmal auch Orangenmarmelade gibt, denn auf dem Hinweg gab es keine! Welch Schande! Ankunft in Rotterdam exakt um 8 Uhr, wie geplant. Von Bord war ich gegen 8 Uhr 25. Doch welcher Schock. Extrem dichter Nebel lag über Rotterdam. So dicht, daß man nicht einmal 50 Meter weit sehen konnte. Die Fahrt durch die Niederlande verlief dennoch problemlos. Sogar durch Venlo ging es sehr gut, ohne das ich mich verfahren habe. Um 10 Uhr 30 war ich wieder in Deutschland. Als nächstes kam der Tankstop in Bedburg. Da kostete der Liter Superbenzin bleifrei €1,364. Wesentlich billiger als in Belgien (früher war das umgekehrt) oder in den Niederlanden; da wollte man sogar €1,509 haben. Und natürlich ein kurzer Anruf daheim durfte nicht fehlen. Um 11 Uhr 5 war ich schon am Kreuz Köln/Kerpen. Bis auf diverse Baustellen (der Fluch dieses Urlaubs) lief es bis nach Hause recht gut. 13 Uhr war Wiesbaden erreicht, um 13 Uhr 45 war ich wieder in Bayern und man mag es kaum glauben, um 15 Uhr 25 war ich bereits zuhause. Dafür bin ich aber auch stellenweise weit über 200 gefahren. Und welch ein Wunder, ich hatte vor dem haus sogar mehrere freie Parkplätze zur Auswahl (das hatte ich auch noch nie). Dann kam der übliche Streß: Auto ausräumen. Dreimal mußte ich laufen, bis alles oben war. Aber das Wichtigste habe ich nicht vergessen. Beim Motorrad (eine Ducati Monster 620ie) zurückzumelden. Sie stand noch genauso da, wie ich sie 10 Tage vorher verlassen hatte. Die nächste Rückmeldung war dann schließlich gegen 16 Uhr bei meinen Eltern. Und das nächste Mal... Im März 2006 geht wieder nach Wrexham (Wales). Und dann mit meinen Eltern, worauf mich jetzt schon riesig freue...
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