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"ARE YOU GOING TO SCARBOROUGH FAIR?"
(DIE WILDE NORDSEEKÜSTE BEI SCARBOROUGH)
VOM 07.10.2008 BIS 15.10.2008
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Vorwort
Anfang Juli 2008 begannen die ersten Versuche, eine passende Unterkunft in Scarborough zu bekommen. Dies bedeutete, eine Menge eMails zu schreiben. Da jetzt gerade Saison ist, bekam ich auch relativ schnell Antworten, wenn auch nicht von allen Anfragen! Preislich liegt das Niveau in Scarborough relativ hoch, selten unter £20. Aber man muß auch einmal Glück haben. Denn ich habe bereits eine passende Unterkunft im Norden von Scarborough bekommen. Bekommen d.h. gebucht und Buchung bestätigt. und das ganze bei einem Traumpreis von nur £17.50 pro Übernachtung. Die Unterkunft macht einen sehr guten Eindruck und hat sogar eine kleine Bar für Hausgäste. Die Frontseite erinnert mich an unsere Unterkunft in Cliftonville/Margate (Grafschaft Kent) im Frühjahr 2001. Die beiden sehen sich nämlich sehr ähnlich. Was mir jetzt noch fehlt, ist der genehmigte Urlaubsantrag (dürfte wohl kein Problem sein) und die Fährbuchung (bis dahin ist noch genug Zeit)...
Dienstag, 7. Oktober 2008
"Die Wildnis ruft" und ich werde diesem Ruf folgen. Genau um 4 Uhr morgens geht es bei milden 11°C los. Der Himmel ist bedeckt und es ist noch trocken. Klingt vielversprechend! Nur gehalten hat das nicht. Kurz vor Würzburg Vollsperre der Autobahn A3 wegen Lkw-Unfall und Aufräumarbeiten. Also runter von der Autobahn und in einer endlosen Schlange (99 % davon Lkws) ging es im Schritttempo durch Würzburg. Eine ganze Stunde hat mich dieser "Umweg" gekostet. Und als sei das noch nicht genug, eine Baustelle nach der anderen. Und so kam es wie es kommen sollte. Diesmal erwischt mich der volle Berufsverkehr in Frankfurt und dies auch moch bei heftigem Regen. Zum Glück der einzige Regen. Abgesehen von einer unendlichen Menge an Lkws und unzähligen Baustellen quält man sich voran. 9 Uhr 45 ist die Tankstelle "Aachener Land" erreicht. Mit 144,4 Cent für den Liter Super bleifrei bin ich recht gut weggekommen. Ziemlich genau 10 Uhr ist endlich Belgien erreicht. Und hier dann endlich freie Fahrt bis Zeebrugge. Selbst Brüssel gegen 11 Uhr war fast wie leergefegt. Dennoch hole ich die Stunde einfach nicht ein. 13 Uhr 15 erreiche ich mein Ziel Zeebrugge, worauf ich noch einen Abstecher nach Blankenberge mache. Blankenberge ist zur Zeit eigentlich eine einzige Baustelle. überall wird gebaut... Daher habe ich auch auf Photos verzichtet. 13 Uhr 45: Der Hafen ist erreicht. Das Wetter wird besser, die Sonne läßt sich blicken. Es ist relativ warm. So zwischen 16 und 18 Grad. Meine Fähre, die PRIDE OF BRUGES, wartet schon. Ich bilde mir ein, die ist frisch gestrichen. Auf jeden Fall sieht sie nicht so rostig aus, wie sonst. Check-in ist um 14 Uhr 45 und Verladen um 17 Uhr. Abfahrt ist wie immer um 19 Uhr... Nach dem ich heute gänzlich auf das Mittagessen verzichtet habe, habe ich jetzt gewaltigen Hunger und freue mich darauf, was es zu essen gibt. In Blankenberge ist ja keine Saison mehr und somit sind alle Imbissstände für den Winter eingemottet. Und ins Restaurant wollte ich nicht gehen. Hätte ja auch keine blasse Ahnung wie ich bestellen soll und was ich bestellt hätte. Also bleibt mir nur warten... So, Anruf daheim erledigt. Das Telefonieren wird immer billiger. 14 Minuten für €4,81. Früher hätte ich noch einmal €10 drauflegen müssen (D2) oder noch viel mehr (T-D1). Aber bei aktuell 29 Cent ist es ein wahres Vergnügen. So, jetzt bin ich endlich an Bord. Die gute alte NORSUN (so hieß die PRIDE OF BRUGES früher). Es hat sich nicht viel geändert. Meine Kabine (Nr. 1094) ist in Ordnung. Irgendwie habe ich den Eindruck, hier schon einmal gewesen zu sein. Das verstopfte Waschbecken erinnert mich daran... Das Pint "Murphy's Stout" ist 20 Pence teuerer geworden und kostet jetzt £3.10. Da werde ich mich zurückhalten... Das Abendessen war wie gewohnt. Allerdings hatte ich den Eindruck, die Qualität hat sich immens verbessert, auch wenn die Auswahl nicht viel besser geworden ist. Auf jeden Fall gab es diverse Fischspezialitäten zur Vorspeise und Lachs als Hauptgericht. Ganz mein Geschmack. Und ich habe mir wieder eine halbe Flasche Rotwein (£7.99) geleistet. Mittlerweile kann ich mir dies leisten! Den Rest des Abends verbirnge ich in der Bar bei weiteren zwei Pints "Murphy's Stout" (£3.10/€4.50).

Mittwoch, 8. Oktober 2008
So wie gestern der Blick auf die Nordsee bei Blankenberge einen ruhigen Eindruck gemacht hatte, so ruhig war auch die Überfahrt. Und zum Glück ohne Bingo. Bin gegen 22 Uhr ins Bett gegangen und heute morgen um 6 Uhr total erholt aufgewacht. Nach dem üblichen duschen, waschen und anziehen geht es um 6 Uhr 30 zum Frühstück. Wer die vorherigen Berichte gelesen hat weiß, was einem beim Frühstück erwartet. Wer nicht, sollte die letzten Jahre lesen... Als wir in Hull ankamen, so kurz nach dem Frühstück, ist es noch stockfinster. Oder wenigstens versucht sich die Morgendämmerung durchzusetzen. Wie das Wetter ist, bleibt bis auf weiteres im Dunkeln... Also! Strahlendblauer, wolkenloser Himmel. Schon heute morgen gegen 8 Uhr locker 10°C. Und dabei sind wir noch auf dem Wasser. Zeitlich gesehen liegen wir extrem gut. Ich schätze, wir sind etwa 90 Minuten früher da... Es ist gleich Zeit, das Schiff zu verlassen (reguläre Ankuft ist 8 Uhr 30). Das wird bestimmt ein toller Urlaub in Großbritannien! Das Ausladen ging relativ schnell vonstatten. Allerdings die Zollkontrollen können ganz schön nerven. Können die Briten nicht endlich damit aufhören? Die Fahrt nach Scarborough verlief problemlos Sind ja auch nur etwa 60 Meilen. In Filey mache ich einen Zwischenstopp und sehe zum ersten Mal die Nordsee. Von der britischen Küste aus und nicht nur vom Schiff! So etwas von beeindruckend. Nach einer Stunde und einem Sack voll Photos gehe ich die letzten neun Meilen nach Scarborough an. Schon der erste Blick auf die Stadt ist phaszinierend. Meinem Geruchssinn kann man immer trauen. Denn beim Bahnhof finde ich auch gleich einen TESCO. Für den ersten Einkauf wird dieser auch zugleich gestürmt... Also, Scarborough ist genauso durchgeknallt wie Norwich. Hier geht zu als stände ein Bürgeraufstand bevor. Die Straßen sind voll, der Verkehr mörderisch. Dennoch finde ich meine Unterkunft ohne weitere Probleme. Ein schönes altes Haus (erbaut 1868), ein prima Zimmer (sehr groß) und mit eigenem Bad. Die Wirtin (im nachhinein erfahre ich, es war nur die Aushilfe Lisa) ist recht nett. Susan, die eigentliche Wirtin ist noch viel netter und umgänglicher! Nachdem ich mich häuslich niedergelassen habe, gehe ich in die Stadt (die Unterkunft liegt etwas abseits, aber 10 Minuten Fußmarsch sind in Ordnung). Die Fußgängerzone gleicht einem panisch gereiztem Ameisenhaufen. Ich möchte nicht wissen, wie es hier während der Hauptsaison zugeht. Im "Wetherspoon" leiste ich mir ein Pint "Marston Pedigree" für £1.69 (später noch eines). Gegen 16 Uhr bin ich daheim und mache erst einmal eine kurze Rast. Danach geht in den naheliegenden Pub. "The Tennyson Arms" ist nicht der Brenner. Ziemlich langweilig und teuer. Das Pint "John Smith Bitter" kostest £2.35. Aber er ist nicht weit weg. Der einzige Vorteil...

Donnerstag, 9. Oktober 2008
Obwohl die Unterkunft direkt an der A165 liegt, war die Nacht doch sehr ruhig. Mein Zimmer liegt nämlich nach hinten raus. Zum Glück! Wettermäßig bin ich mir nicht im Klaren. Es ist zwar relativ warm, aber es scheint bewölkt zu sein. Oder ist es Nebel? Ich kann es nicht genau sagen... Für heute habe ich mir eine Fahrt entlang der Küste nach Whitby vorgenommen. Die Rückfahrt könnte dann eventuell durch die North Yorkshire Moors erfolgen. Über Pickering zurück anch Scarborough... Aber jetzt freue ich mich erst einmal auf das Frühstück... Also das Frühstück war nahezu perfekt. Mehr als ausreichend und wirklich gut... Die Fahrt nach Whitby war der erste Höhepunkt. Beseonders der Teil durch die North Yorkshire Moors. Dieser war geprägt von dichtem Nebel, kurvigen und hügeligen Straßen. Ich mußte sofort an Northumberland denken. Whitby ist ja nur 24 Meilen entfernt und so war ich gegen 10 Uhr dort. Zuerst zur Whitby Abbey. Einen beeindruckende Ruine aber £5 Eintritt sind zu viel. Das geht gar nicht... Nach dem ich drei Runden durch die Stadt gedreht hatte, hatte ich endlich auch einen Parkplatz. Kostenlos, logisch. Mittlerweile scheint die Sonne wieder von einem wolkenlosen und strahlendblauem Himmel. Es ist verdammt warm, besonders in der Sonne. Ich schwitze ganz schön. Nach einer guten Stunde mit eltichen Photos verlasse ich Whitby Richtung Pickering. Direkt durch die Hochebenen der North Yorkshire Moors (ist Naturschutzgebiet). Hier ist der Nebel noch viel dichter. Manchmal sieht man keine 50 Meter weit. Doch auch im Nebel waren die 19 Meilen beeindruckend. Über Pickering geht es dann zurück nach Scarborough. Dort Ankunft gegen 13 Uhr. Nach einen kurzen Einkauf bei TESCO und der "Entledigung" meienr Sachen, bin ich ins Stadtzentrum gelaufen. Mit viel Zeit, denn ich habe starke Rückenschmerzen. Für Papa's Geburtstag habe ich eine sehr schöne Karte gekauft und im "Wetherspoon" bei einem Pint "Marston Pedigree" geschrieben. Danach dann auf die Post um die Karte aufzugeben. Nach einer Runde durch die Fußgängerzone geht es auf ein zweites Pint ins "Wetherspoon". Der Abend wird wohl im "The Tennyson Arms" ausklingen. Aber Morgen: Da geht es mit der Bahn nach York!

Freitag, 10. Oktober 2008
Nach den ersten schönen Sommertagen im Herbst, haben wir heute wirklich Herbst. Bedeckter Himmel und sturmartiger Wind. Auch ist es nicht mehr so warm, so daß ich beschließe, die Cordjacke anzuziehen... Frühstück ist wieder um 8 Uhr 30. Kurz nach 9 Uhr mache ich mich auf den Weg zum Bahnhof. Dieser ist richtig groß. Fünf Bahnsteige! Allerdings ist das Ticket alles andere als billig. £14.30 für 50 Minuten Fahrt. Da ist es ja nach Manchester mit 2¼ Stunden noch billiger. Abfahrt ist um 9 Uhr 47. Bin gespannt, ob wir pünktlich sind. Übrigens: Der Zug geht über Manchester und Chester nach Liverpool! Alte Erinnerungen werden wach... Wir hatten fünf Minuten verspätung und das nur, weil wir unterwegs auf einen anderen Zug warten mußten, der uns eigentlich die Verspätung eingebracht hatte. In York angekommen trifft mich fast der Schlag. Der Bahnhof ist gigantisch groß, geschätzt größer als der von Chester. Damit hatte ich nicht gerechnet... Wie in Canterbury kann man sich nie verirren. Die Türme der Kathedrale sind überall sichtbar und so hat man immer einen perfekten Anhaltspunkt. An der Kathedrale (York Minster) werden zur Zeit umfangreiche Restaurationsmaßnahmen durchgeführt, was bedeutet, daß man mehr Gerüste als von der Kathedrale sieht. Ansonsten hat sich in York nicht viel verändert. Das lezte Mal, daß ich York war, war beim ersten Urlaub Schottland 1991. Und das ist mittlerweile 17 Jahre her. Dennoch habe ich mich relativ gut zurecht gefunden und die Eindrücke von damals kommen wieder hoch. Nur bilde ich mir ein, damals war es nicht so voll. Aber da kann ich mich auch irren... Im "Ye Olde Starre Inne" (angeblich ältester Pub in York aus dem 17. Jahrhndert) mache ich Pause bei einem Pint "John Smith Bitter" für £2.30. Danach bin ich noch ein bißchen durch die Innenstadt geschlendert und mit dem Zug um 14 Uhr 38 in 52 Minuten zurück nach Scarborough gefahren. Zum Glück ist gleich hinter dem bahnhof der TESCO, so daß ich nicht einen Umweg laufen muß um das heutige Abendessen einzukaufen. Im "Wetherspoon" noch ein kleiner Zwischenstopp auf ein Pint. Danach heim und erst einmal eine Tasse Tee gemacht. Bei dem stürmischen Wind heute absolut notwendig. Den Rest des Abends verbringe ich im "Tennyson Arms" und freue mich schon morgen auf den Ausflug nach Hull...

Samstag, 11. Oktober 2008
Heute geht es dahin, wo ich immer ankomme oder abfahre. Es geht nach Hull. Jetzt fahre ich schon soviel Jahre nach Großbritannien, komme und gehe meist über Hull, aber kennen tue ich von Hull nicht viel. Genau genommen nur die Hedon Road, die später in die A63 und M63 übergeht und nach Westen führt. Und die Ring Road, die in die A1079 übergeht und nach Norden, Richtung York, führt. Da wird es Zeit, sich Hull einmal näher anzusehen. Und um Streß zu vermeiden, fahre ich mit dem Zug (das Ticket wird bestimmt £20 kosten). Da muß ich nicht erst lange nach einem Parkplatz suchen. Und die meisten sind bestimmt vom Typ "Pay-And-Display"... Wettermäßig haben wir das gleiche Wetter wie gestern. Wolkig, windig und nur mäßig warm. Paßt also ideal... Also die Logik erschließt sich mir nicht. Das Ticket nach Hull und zurück hat nur £13.30 gekostet. Und dabei beträgt die Fahrzeit etwa 1½ Stunden. Ich habe fast den Verdacht, die Preise hängen mit dem Betreiber zusammen. Gestern nach York war es TransPennine Railways und heute nach Hull ist es Northern Rail. Dafür ist der Zug vom Typ "Wrexham - Chester" oder "Hexham - Newcastle". Eine einfache Doppelkombination ähnlich unseren alten Schienenbus. Aber jetzt bin auf Hull gespannt... Die Strecke wurde dem ersten Eindruck (der Zug) gerecht. Es wurde wieder eine "Herzklopfenreise" so wie ich sie schon desöfteren erlebt habe... Ankunft in Hull pünktlich um 11 Uhr 26. Hull ist wie Scarborough ein Kopfbahnhof. Ich mache mich auf den Weg in die Innenstadt. Hull erscheint mir rießig und die Fußgängerzone, die ich gleich gefunden habe, ist überfüllt mit Menschen. Erinnerungen an Newcastle kommen hoch. Ich beginne meinen Streifzug durch die Stadt, der mich auch bis zum Hafen ("Marina" genannt) bringt. Das ist nicht der Fährhafen, dieser ist noch ein ganzes Stück weiter östlich. Hier liegen nur Privatboote. Gegen 12 Uhr 30 mache ich dann Pause in irgendeinem Pub bei einem Pint "John Smith Bitter" mit schwindelerregenden £2.40. Danach setzte ich den Rundgang fort bis ich um 14 Uhr 44 den Zug zurück nach Scarborough nehme. Ich werde dann noch etwas zu essen einkaufen und dann in meinen Pub verschwinden.

Sonntag, 12. Oktober 2008
Heute ist Sonntag. Und dies heißt, der obligatorische Phototermin steht an. Leider ist das Wetter immer noch bewölkt aber schon in der Frühe sehr warm... Nach dem Frühstück mache ich mich auf den Weg. Zuerst in die Fußgängerzone. Von dort aus geht es zum South Bay, dem südlichen Strand. Eine riesige Sandfläche liegt vor mir. Sie reicht vom linken Horizont bis zum rechten Horizont. Ich kann mir so richtig vorstellen, was da im Sommer während der Hauptsaison los ist. Natürlich dürfen die üblichen Spielhallen nicht fehlen (siehe auch Rhyl). Das ist was für die jüngere Generation. Danach geht es zurück ins Zentrum und von dort aus zum Castle Scarborough. Eine beeindruckende Burganlage hoch über Scarborough... Bei einem Eintrittspreis von allerdings £5 vergeht mir die Lust mir das Ganze näher anzusehen. Aber von der Burg hat man schon einmal einen guten Überblick auf die North Bay. Bevor die fällig ist, geht es nochmals zurück ins Zentrum. Nach mittlerweile über drei Stunden habe ich Hunger und Durst. Das bedeutet einen kleinen Snack und im "Wetherspoon" ein Pint. Jetzt heißt das Ziel endlich North Bay. Hier gibt es ebenfalls einen gigantischen Sandstrand. Jedoch die ganzen Spielhallen und ähnliches fehlen. Ein Strand für die ältere Generation und wohl auch für Familien geeignet. Nach über fünf Stunden ist ein Zwischenstopp in der Unterkunft angesagt. Ich brauche eine kurze Erholungspause, da ich ganz schön durchgeschwitzt bin. Zum Glück hatte ich keine Jacke an, die hätte ich auch nie gebraucht. Für den Rest des Tages verschwinde ich nochmals im Stadtezntrum auf ein weiteres Pint und den notwendigen Einkauf. Zuhause angekommen mache ich noch eine kurze Pause bevor ich in den Pub gehe. Nach dem Tag werde ich wohl früher zu Bett gehen. Und morgen, da bricht schon wieder der letzte Urlaubstag an.

Montag, 13. Oktober 2008
So schnell kann es gehen. Es ist wiedr einmal der letzte Urlaubstag. Morgen heißt es Abschied nehmen von Scarborough, die Fähre entern und über Nacht zurück nach Holland übersetzen. Aber glücklicherweise ist es noch nicht soweit. Noch bleibt mir ein Tag... Für heute steht eine Fahrt nach Thirsk und Northallerton auf dem Plan. Mit dem Auto! Ja, richtig, mit dem Auto. das hatte jetzt auch drei Tage "Urlaub". Vielleicht finde ich unterwegs eine Tankstelle. In Scarborough habe ich bis jetzt noch keine gesehen! Habe aber auch noch keine gebraucht. Thirsk sollten jedem ein begriff sein. Hier wurde nämlich der Tierarzt und Schriftsteller James Herroit ("Der Doktor und das liebe Vieh") geboren und gewirkt. Es gibt sogar ein Museum (wen wundert's)... Die Fahrt nach Thirsk war ganz spannend. Da kommt nämlich die Sudden Bank. Mit einer Steigung von 25%. Das kenne ich nur vom Lake District her. In Thirsk ist heute Wochenmarkt und die Innenstadt dementsprechend voll, auch parkplatzmäßig. Daher fahre ich weiter nach Northallerton. Dort, so erinnere ich mich, gibt es eine Shell-Tankstelle. Und siehe da, sie gibt es immer noch. Da tanke ich für 107,9p für den Liter Super bleifrei. Als ich zahlen wollte mußte ich feststellen, daß ich meinen Rucksack in der Unterkunft vergessen hatte. Und damit nicht nur meine Papiere, sondrn auch mein Geld. Genug hatte ich nicht einstecken, also mußte ich mit der Kreditkarte zahlen. Die hatte ich wenigstens einstecken. Nach dem ersten Stadtrundgang leiste ich mit etwas zu essen (es ist gerade Mittag) und das wohl bisher teureste Bier ("John Smith Bitter") im "The Fleece". Atemberaubende £2.60! Anschließend mache ich noch einen kurzen Abstecher zum lokalen TESCO. Dann geht es zurück nach Scarborough. Dort gibt es den letzen Stadtrundgang und die letzten Pints im "Wetherspoon". Dort habe ich Papa angerufen, schließlich hat er heute ja Geburtstag... Im "Tennyson Arms" gibt es dann auch dort die letzten Pints (einschließlich eins auf Papa's Geburtstag) bevor ich nach Hause gehen und damit sich der Urlaub endgültig dem Ende nähert.

Dienstag, 14. Oktober 2008
Die Heimreise beginnt. Wie üblich gibt es um 8 Uhr 30 Frühstück. Gegen 9 Uhr bin ich damit fertig und packe meine Sachen zusammen. Bevor ich mich von Susan verabschiede gibt es noch ein bißchen Small-Talk. Gegen 9 Uhr 30 heißt es endgültig Abschied nehmen. Die £105 zahle ich gerne, denn die Unterkunft und das Frühstück waren wirklich Spitzenklasse... Obwohl ich mir zwar geschworen habe, nicht einkaufen zu gehen, konnte der Verlockung doch nicht wiederstehen. Allerdings nur das Nötigste. Und bei knapp £11 ist es dies auch wirklich... Die Fahrt zurück nach Hull verlief problemlos und ging relativ schnell vonstatten, sind es doch nur rund 80 Kilometer. In Bridlington lege ich einen kurzen Stopp ein weil ich Bridlington noch nicht von meienr Liste gestrichen hatte. Weiter nach Hull. Es beginnt langsam zu nieseln, was sich spätestens in Hull zum richtigen Regen entwickelt hat.Der erste Regen im Urlaub. Dummerweise komme ich, ohne es zu wissen, an einem ASDA vorbei. Zeit habe ich, Geld habe ich (noch). Also rein und ein paar Kleinigkeiten gekauft, die ich beim TESCO in Scarborough nicht bekommen hatte. Mit knapp £8 auch kein Großeinkauf... Das "Crown Hotel" fiel diesmal aus weil der Pub geschlossen hatte. Und das um die Mittagszeit und das in Großbritannien. Also suche ich mir den nächstbesten Pub, den ich dann auch finde und genieße mein Pint "John Smith Bitter" für £2.00... Gegen 14 Uhr dann endlich Ankunft im Hafen. Und jetzt beginnt die übliche Prozedur. Einchecken, Verladen, Kabine beziehen usw. Der Rest ist Routine. Große Überraschungen werden wohl kaum auf mich warten, abgesehen davon, daß ich schon wieder von den Zollbehörden durchsucht werde (allerdings alle anderen auch, das habe ich später von der Fähre aus beobachtet)... Das Abendessen war super. Als Vorspeise gab Hühnchen (kalt) und Chicken Wings "spicy". dazu ein klasse Kartoffelsalat. Als Hauptspeise Steak and Mushroom Pie mit Chips und Brokkoli. Typisch britisch eben. Als Nachspeise eine ordentliche Portion Stilton mit einem sehr guten Weißbrot. Der Rest des Abends, der eh nicht besonders lang sein wird, wird der Bar bei ein Pints "Bass Bitter" gewidmet.

Zusammenfassung
Richtig. Jetzt kommt der übliche Rückblick. Also, das war ein Urlaub mit vielen Aufs und Abs, wobei die Aufs überwiegen. Ärgerlich war sicherlich die Vollsperrung der Autobahn A3 bei Würzburg, die mich über eine Stunde gekostet hatte. Daher mußte auch Blankenberge dementsprechend gekürzt werden... Scarborough ist eine phantastische Stadt. Auch die Unterkunft, wenn auch etwas abgelegen, war extrem gut. Ein schönes Zimmer mit eigenem Bad, eine sehr nette Gastgeberin und ein hervorragendes Frühstück.Auch konnte man kommen und gehen wann man wollte. Was etwas genervt hat war die Tatsache, daß überall wo ich hinkam, alle Parkplätze "Pay-And-Display" waren. Ich halte das für Abzocke, da die Region im Sommer von Touristen nur so überschwemmt wird. Die beiden bahnfahrten nach York und Hull waren ihr Geld wert. York kannte ich ja bereits, Hull nur vom Hafen her. Hull ist eine interessante Stadt, die zwischen Fortschritt, Antike und Verfall hin und her schwankt. Gerade abseits der Touristenpfade sieht es schon recht schäbig und verfallen aus. Und auf der anderen Seite sehr modern ("Princess Quay Shopping Centre"). York überraschte mich in der Hinsicht, daß ich sogar nach 17 Jahren mich noch recht gut zurecht gefunden hatte. Ein weiterer Höhepunkt stellte ebenfalls die Fahrt durch die North Yorkshire Moors (Nationapark) dar. Die Landschaft, hügelig, karg und mit Farnen bewachsen, erinnerte mich sofort an Hadrian's Country. Und der dichte Nebel dazu machte den Eindruck perfekt. Übrigens das Thema Wetter: Bis auf das Wochenende stahlend blauer und wolkenloser Himmel. Für die Jahreszeit war es mit 15 bis 17 Grad (am Sonntag in London sogar 23°C) überdurchschnittlich warm. Das sagte auch der Wetterbericht der BBC. Noch einmal nach Scarborough zu fahren könnte ich mir durchaus vorstellen. Aber davor ist erst einmal Wales an der Reihe, also im Frühjahr 2009.

Mittwoch, 15. Oktober 2008
Wenn ich es nicht sicher wüßte auf der Fähre von Hull nach Rotterdam zu sein, ich würde es nicht glauben. Ich will damit sagen, wir hatten eine extrem ruhige Überfahrt. Kein Schwanken, kein Schaukeln, gar nichts... So, es ist 6 Uhr. Die Vorbereitungen zum Frühstück, welches um 6 Uhr 30 serviert wird, beginnen. Das heißt duschen, waschen und anziehen sowie etwas Ordnung in die Kabine bringen... Nach einem ausgiebigen Frühstück (das muß ja bis heute Abend halten) werden noch schnell in den Shops an Bord ein paar Kleinigkeiten eingekauft. Diesmal habe ich sehr viel Geld übrig, da ich komischerweise weniger ausgegeben habe ohne irgendwie auf das Geld geachtet (d.h. gespart) zu haben. Eigentlich habe ich ganz normal gelebt. Komisch, wie gesagt... Es ist jetzt 7 Uhr 30. Weit weg dürften wir nicht mehr sein, denn der kapitän hat gestern Abend gesagt, daß wir pünktlich in Rotterdam sein werden. Was für ihn pünktlich immer heißen mag. Gerade kommt die Durcshage von der brücke, daß die voraussichtliche Ankunftszeit etwa 9 Uhr sein wird. Mindestens eine Stunde Verpätung. Soviel zum Thema "Pünktlichkeit" (ich möchte nur einmal erleben, daß der Sch... Kahn pünktlich ist. In letzter Zeit ist das nicht oft der Fall gewesen). Für mich bedeutet dies auch eine Stunde später daheim zu sein wobei ich befürchte, daß die Heimreise eh viel länger dauern wird. Vor 18 oder 19 Uhr werde ich wohl nicht daheim ankommen. Wenn überhaupt!... Die Rückfahrt durch die Niederlande verlief reibungslos. Extrem wenig Verkehr. Gegen 10 Uhr 50 ist Venlo und damit die deutsche Grenze erreicht. Auch in Deutschland lief der Verkehr relativ reibungslos. So gut, daß ich diesmal die Tankstelle Bedburger Land ausließ und erst in Peppenhoven (zwischen Köln/Kerben und Koblenz) getankt habe. Auf der Autobahn A61 lief es sehr gut, da es nur wenig Verkehr gab. Gleiches galt auch für die Autobahn A3 von Dernbach bis Frankfurt. Das befürchtete Chaos zwischen Frankfurt und Würzburg blieb ebenfalls aus. Auch hier sehr wenig Verkehr, abgesehen von unzähligen Baustellen (insgesamt habe ich bei 20 das Zählen aufgegeben). So erreichte ich, entgegen jeder Erwartungen, bereits um 16 Uhr Nürnberg bzw. Stein. Sogar direkt vor der Haustüre war noch ein Parkplatz frei, so daß ich bequem das Auto ausladen konnte. Gegen 16 Uhr 45 habe ich mich bei meinen Eltern zurückgemeldet und wir haben Papa's Geburtstag kräfig gefeiert. So, und jetzt heißt es sechs Monate warten bis es heißt: "Auf nach Wales 2009"...
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