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England Herbst 2011
"EINE LETZTE ABSCHIEDSFAHRT NACH GROSSBRITANNIEN"
(Ein Abstecher nach South Yorkshire)
VOM 04.10.2011 BIS 12.10.2011
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Kalender (Oktober 2011)
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Vorwort
Nach 21 Jahren und 33 Fahrten und einem Jahr "Pause" (der letzte Urlaub war im Herbst 2010 in England) soll dies vorerst die letzte Fahrt nach Großbritannien sein. Und dafür habe ich mir eine Gegend ausgesucht, durch die ich schon oft durchgefahren, aber nie hingefahren bin: South Yorkshire. Und dabei lerne ich gleich noch drei Städte kennen: Doncaster, Leeds und Sheffield.
Die Suche nach einer passenden Unterkunft war schwierig. Denn die Preise in Doncaster sind wirklich gepfeffert. Unter £25 kaum was drin. Nach einiger Suche habe ich dann doch eine im ersten Augenblick akzeptable Unterkunft in der Innenstadt für £24/Tag gefunden. Nach ein paar Mail hin und her ist die Unterkunft gebucht, auch wenn man £24 (den Preis für eine Nacht) als Vorschuß haben wollte. Schweren Herzens habe ich dann den Betrag in bar per Post geschickt. Aber die Wirtsleute machen einen guten Eindruck und WLAN gibt es auch für frei. Kämpfe nun nur damit, welchen Mac ich mitnehme. Das "gute alte" MacBook oder das neue MacBook Air? Vermutlich das "gute alte" MacBook, denn ich bin ja mit dem Auto unterwegs und muß es daher nicht schleppen. Und nächsten Monat wird noch die Fähre von Zeebrugge nach Hull und zurück gebucht. In zwei Monaten ist es nämlich schon soweit.
Dienstag, 4. Oktober 2011
Es ist endlich soweit. Punkt 4 Uhr geht los zum (vorerst) letzten Urlaub in Großbritannien. Wenigstens für die nächste Zeit. Mal sehen. Bei um die 12 °C fahre ich zum ersten Mal im Oktober mit kurzem Hemd nach England. Eine sehr seltsame Vorstellung, oder? Die Fahrt bis zur belgischen Grenze war geprägt von extrem hohem Verkehr, vielen Baustellen, viele Staus und vielen Unfällen. Besonders praktisch im Baustellenbereich (Achtung: Ironie!). Auf der A3 nahe Bonn ist eine Lkw umgekippt und hat zigtausende Liter Natronlauge verloren. Das bedeutete, die Autobahn wer komplett in beiden Richtungen bis mindestens 10 Uhr gesperrt. Zum Glück konnte ich mich in Dernbach "vom Acker" machen. Dennoch war ich sehr spät erst in Belgien, weil logischerweise auch andere Verkehrsteilnehmer diese Umleitung genutzt hatten. Es weit nach 10 Uhr. Bis zur Grenze war das Wetter bombig. Strahlend blauer Himmel und die Temperaturen kletterten langsam Richtung 20 °C. An der Grenze hat es sich allerdings relativ schnell zugezogen und Unmengen von Wolken kamen auf. Je weiter es Richtung Küste ging, desto dunkler und regnerischer wurde es. Um Brüssel herum hat es dann auch richtig geregnet. Doch im weiteren Verlauf ging der Regen zurück und die Sonne kam hervor. In Zeebrugge war dann wieder blauer Himmel, allerdings mit viel Wind; was an der Küste nicht verwunderlich ist. Ankunft dort gegen 13 Uhr 30. Nach dem obligatorischen Gang zur Toilette habe ich Mutti angerufen. Die war ein bisschen erstaunt, weil es schon so spät war. Aber dafür kann ich ja nichts! Der weitere Rest ist schnell erzählt. Einchecken um 15 Uhr, Verladen um 17 Uhr, Abfahrt um 19 Uhr. Als ich das Schiff UND meine Kabine gesehen hatte, hat mich fast der Schlag getroffen. Die Fähre ist total heruntergekommen und bedarf dringenst einer Überholung oder besser noch einer Renovierung (die letzte liegt glaube ich mehr als zehn Jahre zurück, als die beiden neuen Fähren auf der Rotterdam-Linie in Betrieb genommen wurden). Überall abgewetzter Teppichboden, gammelige und heruntergekommene Einrichtungen und alles macht einen sehr schäbigen Eindruck. Dazu gehört auch meine Kabine. Also das Geld für die Außenkabine hätte ich mir sparen können. Die Innenkabinen schauen auch nicht besser aus. Irgendwie bin ich froh, daß es meine Abschiedsfahrt ist. Bei dem Standard fällt einem der Abschied auch nicht sonderlich schwer. Das Abendessen war recht gut. Die Salate waren alle frisch und knackig. Die Hauptgerichte war dann wieder das übliche Einerlei. Habe mich für Putensteak mit Chips und Karotten entschieden Da kann man nichts falsch machen. Was mich lediglich gewundert hat, die Preise scheinen stabil geblieben zu sein. Nun liegt der Rest der Überfahrt vor mir. Abgesehen vom Tagesreport wird mich sicherlich wieder Bingo und diverse Disoceinlagen erwarten. Na ja, das macht nichts. Denn letzte Nacht habe ich wenig geschlafen und bin eigentlich jetzt (es ist 18 Uhr 55 britischer Zeit) tot müde. Lange wird das nicht mehr gehen. Bin auf morgen gespannt...

Mittwoch, 5. Oktober 2011
Und wieder eine sehr ruhige Nacht. Die Überfahrt war sehr ruhig und ich habe gut geschlafen. Ebenso gut erholt wache ich am heutigen Tag um 6 Uhr auf um mich auf den kommenden Tag vorzubereiten. Dies bedeutet erstmal Duschen, Anziehen und dann zum Frühstück zu gehen. Das beginnt um 6 Uhr 30 und man glaubt es kaum, selbst um diese Zeit ist das Restaurant schon voll mit Rentnern. Alles Deutsche, die wohl noch nie in England waren. Null Ahnung von gar nichts. Das Frühstück ist wie immer das Gleiche. Eben typisch britisch. Danach heißt es warten, bis wir im Hafen sind. Und das tun wir ziemlich pünktlich gegen 8 Uhr. Im Hafen wurden wir dann von einem Schlepper empfangen, der uns zur Anlegestelle schleppte. Das habe ich noch nie erlebt. Na ja, jedes Jahr mal was Neues! Bevor wir endlich vom Schiff konnten, streikte die Technik und das bewegliche Deck 3 weigerte sich hartnäckig nach unten zu gehen. Irgendwann gab es dann nach. Die Hedon Road war mal wieder hoffnungslos überfüllt. Wenigstens paßt das Wetter. Warm und sonnig. Aber ziemlich windig bis stürmisch. Die Fahrt nach Scunthorpe war recht nett. Bis Goole kannte ich den Weg ja schon. Goole ist eine tolle Stadt. Das muß ich am Rückweg noch einmal vorbei schauen. Von Goole nach Scunthorpe war eine Fahrt durch landwirtschaftliches Gebiet. In Scunthorpe angekommen habe ich beschlossen, doch nicht hier zu bleiben, denn so toll ist hier doch nicht (gibt also auch keine Bilder). Also weiter nach Doncaster. Doncaster habe ich relativ schnell erreicht, aber leider über die falsche Straße. Daher blieb es auch nicht aus, daß ich eine gewisse Zeit durch die Stadt geirrt bin, bis ich endlich meine Unterkunft gefunden habe. Die liegt ja am A... der Welt. Bis in die Stadt braucht man etwa 10 Minuten. Aber das Haus ist toll und schaut innen sehr interessant aus. Meine Wirte sind etwas schräg drauf. Dachte sie seinen relativ jung, jedoch sind sie schon etwas betagt. Schätze um die 60 bis 65. Erst wurde ich unters Dach verbracht aber dann stellte sich ein Irrtum heraus (sie dachten "En Suite", ich dachte "Standard"). Also vom dritten Stock runter ins Erdgeschoß. Das Zimmer ist ebenfalls sehr schön und ich brauchte nicht die drei Etagen hoch latschen. Also Auto auspacken und auf zum ersten Rundgang durch Doncaster. Eine sehr schöne Stadt, wenigstens in der Innenstadt. Da freue ich mich schon auf das Photographieren. Wie gesagt, das sind jedes Mal 10 Minuten zum Fuß. Bisher habe ich noch keinen Supermarkt gefunden, was bedeutet, der Einkauf zu Beginn wird auf morgen verschoben, denn mittlerweile weiß ich, wo ein ASDA ist. Die kleinen Einkäufe erledige im Frenchgate beim Sainsbury. Habe nämlich die Zahnpasta vergessen nach zu füllen. Hatte gerade für die Fähre gereicht. Heute Abend geht es in den "The Cumberland" auf ein oder Pints. Was morgen auf dem Programm steht, hängt etwas vom Wetter ab, denn hatte begonnen, etwas zu regnen. Und die Wolken werden auch immer mehr. Warten wir es ab.

Donnerstag, 6. Oktober 2011
Diese Nacht habe zum ersten Mal in einem fremden Bett die Nacht komplett durchgeschlafen, ohne mich stundenlang hin und her zu wälzen. Und dies, obwohl das Bett sehr weich ist, was meinem Rücken normalerweise nicht tut gut. Der Morgen beginnt mit strahlenden Sonnenschein aber mit sehr viel Wind. Das ist schon eher ein Sturm. Um 8 Uhr gibt es das erste Frühstück. Die Nerven sind angespannt… Das Frühstück überzeugt. Reichlich ist untertrieben. Ich schaffe aber nicht alles obwohl es wirklich gut ist. Tee gibt es in Hülle und Fülle. Gegen 8 Uhr 3 mache ich mit auf den Weg zum Bahnhof. Bei dem Sturm ist Weg recht beschwerlich. Gegen 9 Uhr ist der Bahnhof erreicht und das Ticket nach York wird gekauft. Mit £13.50 nicht gerade ein Schnäppchen. Um 9 Uhr 20 geht endlich der Zug. Es ist Fernverkehrszug (daher vermutlich auch der Preis). 25 Minuten später bin ich schon in York. York kenne ich ja schon von einigen vorherigen Besuchen. Es ist relativ leer, nur wenige Touristen. Mich stört es wenig. Die Kathedrale ist fast von allen Gerüsten befreit nur der hintere Teil ist noch eingerüstet. Nach zwei Stunden kreuz und quer durch die Innenstadt mit einigen Regenschauern, die zum Glück nur kurz sind, kehre ich gegen 12 Uhr im "The Old Starre Inn". Dort bestelle ich mir ein Pint (den Namen habe ich leider vergessen) zum dem wohl unübertreffbaren hohen Preis von £3.28. Ich bekomme fast einen Herzinfarkt. Danach geht noch ein bißchen durch York bis ich gegen 13 Uhr 45 zurück zum Bahnhof laufe. Ich bin total durchgefroren und will nun nur noch heim. Der nächste Zug geht um 14 Uhr 1 nach London King's Cross. Abfahrt ist aber erst um 14 Uhr 17 weil sich die Bremsen von der E-Lok nicht lösen lassen. Ich muß sofort an unsere Bahn denken. Da funktioniert auch selten was. Der Zug ist ellenlang, wie gesagt angetrieben von einer E-Lok und erinnert einen an unsere ICEs. Um 14 Uhr 43 bin ich wieder in Doncaster und finde kurz vor dem Einfahren einen TESCO. Direkt hinter dem Frenchgate Shopping Centre. Da kann man sogar zu Füß hinlaufen. Aber wegen drohendem Regen bin lieber in den "Wetherspoon" am Market Place und habe mir ein Pint "John Smith" für £1.85 geleistet. Zum richtigen Zeitpunkt kehre ich nach Hause zurück. Der Wind bläst immer noch wie irre, aber die Sonne scheint. Um 16 Uhr dann endlich daheim. Als erstes hole ich mir meine Jacke aus dem Auto. Ohne die gehe ich vorerst nicht mehr aus dem Haus. Es ist ja nicht kalt, aber der Wind läßt es einem kühler empfinden. Gegen 17 Uhr geht es noch einmal zurück in die Innenstadt auf ein paar Pints. Und morgen? Morgen steht Hull auf dem Plan.

Freitag, 7. Oktober 2011
Das war eine Nacht. Sturm und Regen. Der Sturm ereichte laut BBC Wetter Geschwindigkeiten bis zu 40 mph (= 72 km/h). Da haben die Vorhänge ganz schön geflattert. Denn dicht ist das Haus auf keinen Fall. Daher wurde es auch im Zimmer langsam kalt, auch wenn die Heizung an war. Nur der kleine Heizkörper schafft das logischerweise nicht. Dennoch, gut eingewickelt in die Decke, habe diese Nacht auch wieder gut geschlafen. Um 6 Uhr 30 war aufstehen. Nach dem Frühstück, welches Tony etwas kleiner ausfallen ließ (auf meinen Wunsch, denn diese riesige Portion schaffe ich nicht und es wäre schade, das ganze Zeug wegzuwerfen). Danch ging zum Bahnhof um den Zug um 9 Uhr 6 nach Hull zu nehmen. Bei dem Preis hätte nicht viel gefehlt und ich wäre nicht gefahren; eher in Krankenhaus mit einem Herzinfarkt. £18.90, bei diesem Preis blieb mir die Spucke weg. Das ist defintiv die teuerste Fahr aller Zeiten (was wird da wohl Sheffield kosten?). Kurz nach 10 Uhr war in dann in Hull bei strahlend blauem Himmel und intensivem Sonnenschein. Auch der Wind hatte sich merklich gelegt, so daß es wieder Spaß macht, durch die Straßen zu bummeln, zumal man ja nun weiß, wohin man wird. Bin ja nicht das erste Mal hier. Gegen Mittag hatte ich dann sogar meine Jacke ausgezogen. Die Innenstadt von Hull war genauso leer wie gestern die von York. Dies normalerweise nicht üblich. Da ist es eher umgekehrt. Aber voll wurde es im Laufe des Tages dann noch. Das übliche Mittags-Pint "John Smith" für £2.15 durfte logischerweise nicht fehlen. Dabei hatte ich die dritte Karte an meine Eltern geschrieben. Info ist alles! Danach ging es weiter durch die Läden und dazu kam noch ein Abstecher runter zum Humber. Da ich nun alles gesehen hatte was ich wollte, beschloß ich ein bißchen früher heimzufahren. Also hatte ich den Zug nach Sheffield um 13 Uhr 57 genommen, der einen Zwischenstopp in Brough, Goole und letztendlich in Doncaster einlegte. Das Wetter hielt immer noch und die Innenstadt von Doncaster war ziemlich überfüllt. Auf dem Heimweg genehmigte ich mit noch ein Pint im "Red Lion". Mein Lieblingsbier "John Smith" für £1.85. Schließlich ging heim. Erstmal (mußte mal dringend nach dem Bier). Aber ich werde später mit Sicherheit nochmal runterlaufen. Die Sachen für Sheffield sich auch schon gepackt und die Wetteraussichten sind zwar nicht mehr so gut wie heute, aber soll sich in Grenzen halten. Das wollen wir aber erst einmal abwarten. Um diese Zeit kann sich das Wetter sehr schnell ändern.

Samstag, 8. Oktober 2011
Der Tag beginnt ganz brauchbar. Auf jeden Fall ist es (noch) trocken. Der geneigte Leser weiß, was noch kommen wird. Beim Frühstück erzählte mit Tony, daß sie heute Nachmittag wegmüssen und auch morgen früh nicht da sein werden. Ob mir es etwas aus macht, mit einem "Continental Breakfast" zufrieden zu sein? Klar, war meine Antwort. Dafür habe ich auch den Nachlass von £4 bekommen. Mich stört es nicht, solange alles greifbar ist. Da kann ich solange schlafen wie ich will und aufstehen wann ich will… Um 8 Uhr 30 ging es Richtung Bahnhof. Das Ticket nach Sheffield kostete lächerliche £5.30. Das ist meine Preisregion. Am Bahnhof hatte ich etliche Bilder von Loks und Zügen gemacht. Damit war ich allerdings nicht der Einzige. Es gab sehr viele davon. Der Zug kam pünktlich um 9 Uhr 26 und war aber 15 Minuten später in Sheffield an. Grund: Eine Weichenstörung im Bahnhof von Sheffield (DB läßt grüßen)... Aus irgendeinem Grund ist mir mein Stadtplan von Sheffield abhanden gekommen. Ich weiß genau, daß für jede Stadt einen ausgedruckt habe. Also gehe ich ohne ihn los. Bis ich in der Innenstadt war, mußte ich erst einmal das Campusgelände der University of Sheffield durchqueren. In der Innenstadt fand ein Stadtfest statt. Fast alle Läder Europas hatten einen Stand. Die Deutschen damit auch dabei. Ich habe mich aber nicht zu erkennen gegeben. Noch ist es trocken und ich mache Bilder auf Teufel komm raus. Dann kam der Regen. Erst ein ein bißchen Drizzle, dann immer heftiger. Aber fast genau zur Mittagszeit, so daß ich mich in die " Lloyds Bar" auf ein Pint "John Smith" (£1.95) zurückzog und die letzte Karte an meine Eltern schrieb. Danach war es nicht viel besser, eher schlechter. Aber zu Anfang hatte ich im HMV (eine große Ladenkette mit CDs, DVDs, Games, Poster, uvm.) endlich den dritten Teil vom Poltergeist gefunden (zwar die englische Ausführung aber mit u.a. deutscher Tonspur). In Deutschland suche ich schon seit Jahren danach. Und die neue CD der Limp Bizkits. Schweren Herzens bin bei Regen nochmal in den Laden und hatte die beiden Teilen für zusammen £16.99 erstanden. jetzt fühle ich mich aber sehr glücklich. Der Regen ist mittleweile sehr stark geworden. Ich beschloß, heimzufahren und bin zum Bahnhof. Der nächste Zug ging um 13 Uhr 24. Ich war um 13 Uhr 20 dort. Ein kurzer Spurt und ich war im Zug. Sowohl die Hin- als auch die Rückfahrt waren wieder einmal typisch britisch. Der Zug schlingerte die Strecke so vor sich hin, bei jeder Weiche glaubte man der entgleist und bei einem Teilstück waren die Kurven wieder einmal so eng, daß der Zug es kaum schaffte (und wenn nur stark quietschend) und dies mit maximal 5 mph. Ich frage mich, was machen das größere Züge? Unserer war ja nur eine Doppelkombination (Class 140). Ziemlich genau um 14 Uhr Ankunft in Doncaster. Auch hier Regen und ich verdrückte mich in den "Red Lion" auf zwei Pints. Heim ging es um 16 Uhr 30 und der Regen hatte fast aufgehört. Ich hoffe für morgen, denn dann geht es in die Innenstadt von Doncaster für die längst fälligen Photos. Wie sagt der Brite: "Keep your fingers crossed".

Sonntag, 9. Oktober 2011
Man war das eine Nacht. Es hat regnet, als ginge die Welt unter. Da kann man nicht schlafen. Dennoch irgendwann war ich weg. Aufgewacht bin ich um 7 Uhr 30. Da ich auf keinen Frühstückstermin angewiesen bin, blieb ich bis 8 Uhr 30 liegen. Dann hatte ich endlich aus den Federn begeben. Um 9 Uhr machte ich mir dann nach 21 Jahren mein erstes Frühstück selbst! Allerdings fiel das nicht besonders umfangreich aus. Eine kleine Portion Cornflakes, Orangensaft, eine Scheibe Toast und Tee. Das reicht mir wieder für den ganzen Tag. Eine Stunde später bin dann los in die City von Doncaster. Man ist das warm! Und ich Depp hatte einen Pullover und dazu noch eine Jacke an. Doch ich hielt tapfer durch und machte meine Photos. Um diese Zeit ist die Innenstadt noch ziemlich leer und es stört einem niemand beim Bilder machen. Die gesamte Prozedur dauerte etwas zwei Stunden einschließlich einem Anruf daheim. Denn meine Eltern fahren ja morgen selber in den Urlaub nach Österreich. Da muß man sich ja verabschieden. Dann mußte ich erst einmal heim um mich der Kleidung zu entledigen. Mit kurzärmligen Hemd bin ich zurück. Jetzt brauche ich erste einmal eine Apotheke ("Chemist"). Gestern hatte ich irgendwo das Knie gestoßen und kann heute kaum noch richtig laufen. Tut höllisch weh. Bei Boots hatte ich mir dann eine Schmerzsalbe gekauft (£4.35 für eine Minitube!) und mich im "Red Lion" bei einem Pint "John Smith" getröstet. Danach bin ich heim um mein Knie zu versorgen. Dies bedeutet eine kurze Pause bis die Salbe eingezogen ist. In Zwischenzeit schreibe ich schon mal ein bißchen am Tagebuch. Obwohl keine Sonne scheint, es bewölkt und wieder sehr windig ist, ist dennoch extrem warm. Geschätzte 20°C oder mehr. Alle laufen mit kurzen Sachen rum. Ich, wie gesagt, auch. Etwas später am Nachmittag ging ich dann noch mal zurück in die Innenstadt. Muß mich noch mal bei HMV umschauen; vielleicht finde ich noch die eine oder andere DVD oder CD. Bei DVDs ist relativ schwer, da die meisten (> 95%) nur in englisch sind. Warum, verstehe ich nicht. Ob da nun eine Tonspur oder mehrere sind, kann doch eigentlich egal sein. Und dem so ist, dann nur außergewöhnliche Sprachen wie russisch, hindi, norwegisch, arabisch, ungarisch, rumänisch, bulgarisch usw. Deutsch, französisch, italienisch oder spanisch sind Raritäten. Da muß man lange suchen, bis man was passendes findet. Bei CDs ist es einfacher. Die singen eh alle auf englisch. Wenigstens die, die ich suche... Den Rest des Tages verbrachte ich dann zuhause, denn mein Knie macht noch Probleme und ich will es schonen, denn morgen steht der letzte Ausflug nach Leeds auf dem Programm.

Montag, 10. Oktober 2011
Und schon wieder haben wir den letzten Tag vor Ort. Heute geht es nach Leeds. Das Wetter in Doncaster sieht vielversprechend aus. Trocken, aber dennoch mit vielen Wolken und ziemlich warm. Also auf zum Bahnhof mit einer gehörigen Portion Zuversicht. Die Zufahrt nach Leeds kostet £12.50, so wie ich es erwartet hatte. Der Zug um 9 Uhr 14 hatte drei Minuten zu Verspätung, aber dafür war es ein Schnellzug, vergleichbar mit unseren IC(E)s. Nach bereits 25 Minuten waren wir in Leeds, mit nur einem Stopp in Wakefield. In Leeds angekommen dann die Ernüchterung. Regen, und zwar ziemlich heftig. Mit dem Photographieren wird es wohl nichts. Nach einer kurzen Orientierung geht es los in die Innenstadt, die ich relativ schnell gefunden habe. Langsam entwickle ich wohl ein Näschen für so was. Doch der Regen verdirbt einen den gesamten Spaß (auch für die Besucher meiner Webseite, denn es gibt keine Bilder von Leeds). Dies bedeutet, daß ich nach etwa 45 Minuten durchweicht den Rückweg zum Bahnhof antrete und auch den nächsten Zug nach Doncaster warte. Eigentlich schade, denn Leeds kann mit einigen interessanten Gegebenheiten aufwarten. Dieser geht um 11 Uhr 20 und erreichte Doncaster kurz nach 12 Uhr. Angekommen in Doncaster erwartet mit Sonne, Wärme und kein Regen. Und dabei liegt Leeds doch gar nicht soweit von Doncaster entfernt. Warum konnte das in Leeds nicht auch so sein? Zum Beweis, daß ich wirklich da war, hatte ich ein paar Bilder von dem riesigen Bahnhof in Leeds gemacht. Hier in Doncaster brauche ich erst einmal ein Bier. Im "Red Lion" lasse ich mich auf zwei Pints "John Smith" nieder, bevor ich gegen 14 Uhr 15 den Heimweg antrete. Es ist ziemlich warm, so daß ich mich daheim einiger Bekleidung entledige, bevor ich den zweiten und damit den letzten Weg runter in die Innenstadt antrete. Ja, morgen geht es wieder heim. Dennoch genieße ich die letzten Stunden hier in vollen Zügen; besonders im "Red Lion". Den ganzen Tag plagt ich schon mein kaputtes Knie. Treppensteigen ist eine Qual und so bin ich froh, gegen 18 Uhr endlich zuhause zu sein und mich einfach nur hinlegen zu können. Am Donnerstag werde ich mit Sicherheit erst einmal zum Doktor gehen. Ich hoffe, Autofahren macht mir keine Probleme. Sonderlich erfreulich war dieser Tag nicht wirklich.

Dienstag, 11. Oktober 2011
Also heute geht es definitiv zurück nach Hause. Zeit habe ich genug, denn bis Hull sind es nur etwa 100 Kilometer. Daher frühstücke ich wie gewohnt um 8 Uhr und danach packe ich meine sieben Sachen zusammen. Die Verabschiedung von Linda und Tony ist herzlich , aber dennoch kurz und schmerzlos. Tony meinte, ich solle doch mal wiederkommen. In dieses Drecksloch? Nie und nimmer! Zum das Haus seit kurzer Zeit zu verkaufen ist. Also es ist damit zu rechnen, daß das Ganze eh nicht mehr lange geht. Die Rückfahrt nach Hull gestaltete nicht ganz einfach. Das Einfachste war noch das Einkaufen bei TESCO (ich habe mir sehr im Zaum gehalten und bin mit knappen £11 raus!) und das Tanken bei BP (der Liter Super bleifrei für 132.9p!). Danach wurde es dann richtig lustig. Denn er hatte angefangen zu regnen. Kein richtiger Regen, sondern eher Nieselregen. Und der ist fies. Schlauerweise hatte ich die gleiche Route heim gewählt, wie auch nach Doncaster gekommen bin; allerdings ohne Abstecher über Scunthorpe. In Goole machte ich dann eine Zwischenstopp und wollte eigentlich noch mal bei ASDA einkaufen. Aber der Laden ist nur eine Miniausgabe, so daß ich den daneben liegenden TESCO aufsuchte und noch ein paar Dinge einkaufte. Wirklich nur "ein paar", denn die Rechnung betrug lächerliche £7.06 und jetzt habe ich erste einmal genug Vorräte. Dann weiter Richtung Hull und weiter bei dem fiesen Nieselregen. In Hull angekommen hatte ich noch "unendlich" Zeit und habe mich mit dem Auto in die Innenstadt gewagt. Zum Glück kenne ich mich hier etwas aus. Parken in Hull kostet Geld (wie überall in England), aber diesmal bin ich über meinen Schatten gesprungen und habe bei "Pay and Display" geparkt und gleich mal £2 Parkgebühren abgedrückt. Aber was soll's! Es ist das letzte Mal. Im Wetherspoon genehmige ich mir das letzte Pint auf britischem Boden; logischerweise ein "John Smith" (£1.90). Danach, ich konnte mich nicht zurückhalten, erfolgte noch ein Abstecher nach Hedon. Schließlich gibt dieser Ort seinen Namen für die Straße am Fährhafen. Dort komme ich um 13 Uhr 30 an und begebe mich um 14 Uhr zum Check-In. Da steht schon einer! Frechheit! Aber es kommt noch besser. Nach dem Check-In bin ich (mal wieder) der Einzige, dessen Auto durchsucht wird. Liegt das am Alfa? Damit war ich nicht der Erste, sondern der Dritte in der Reihe. Mist! Um 17 Uhr ist Verladen und dann heißt es Kabine beziehen und warten auf das Abendessen. Dieses wartet mit einer neuen Vielfalt an Vorspeisen auf. Ungewohnt. Als Hautpgericht zum Abschied gab es traditionell Fish'n'Chips mit Erbsen und viel Essig. So, den Rest verbringe ich in der Bar, schreibe ein bißchen und werde wohl bald ins Bett gehen. Wir haben ja die Uhr wieder eine Stunde vorgedreht.

Zusammenfassung
Ich habe mir ja oft vorgenommen, dies sei der letzte Urlaub in Großbritannien. Und immer wieder habe noch einen draufgelegt. Aber diesmal ist endgültig! Es war ein Urlaub mit Höhen und Tiefen. Die Unterkunft war fast so katastrophal wie die letztes Jahr in Blackpool. Gut, Linda hatte sich den kleine Finger gebrochen und fiel zeitweise aus. Da blieb die ganze Arbeit an Tony hängen. Dennoch, ich war der einzige Gast und da wäre genug Zeit gewesen ein bißchen zu putzen. Gerade mal das Bett wurde gemacht. Das Badezimmer - volle Fehlanzeige. Daher auch die schlechte Beurteilung von mir. Doncaster selber ist eine sehr schöne und vielfältige Stadt, wo man in ihr und in der Umgebung sehr viel unternehmen kann. Schließlich liegen Sheffield, Leeds, York und Hull sowie Scunthorpe nur einen Katzensprung entfernt. Mit dem Zug dauert das maximal eine Stunde (Hull). Die Preise haben allerdings ganz gut angezogen. Nach Hull hatte ich meine teuerste Zugfahrt überhaupt. £18.90! Mit Sheffield dagegen meine billigste. £5.30! Wettermäßig muß man mit gemischten Gefühlen rangehen. Anfangs war es richtig sommerlich, dann ist es schlagartig Herbst geworden, obwohl es nie richtig kalt wurde. Nur der zeitweise extreme Sturm bis zu 45 mph (= 72 km/h) hat schon etwas genervt. Dennoch darf man nicht vergessen, es Anfang bis Mitte Oktober. Und dann ein paar Tage später ist wieder dermaßen warm, daß man nur mit einem kurzärmligen Hemd aus dem Haus konnte. Ein Wechselbad der Gefühle. Die Fahrten in die verschiedenen Städte waren toll; ausgenommen Leeds, denn da hatte nur geregnet. Echt schade, konnte nur ein paar Bilder vom Bahnhof machen. In Sheffield hatte es wenigstens bis zum Nachmittag gehalten, ehe der Regen kam. Bahnfahren war auch wieder keine große Herausforderung. Die Züge waren bis auch Kleinigkeiten pünktlich. Hätte ich mir nicht das Knie gestoßen und hätte ich damit etwas erlaufen können, wäre es ein toller Urlaub gewesen. Aber jetzt sind vier Tage vorbei und ich kann fast überhaupt nicht richtig laufen. Treppensteigen? Eine Qual und mit viel Schmerzen verbunden. Ich hoffe, ich kann morgen einigermaßen gut Auto fahren. Werde am Donnerstag direkt zum Arzt gehen! Abschließend betrachtet war es der richtige Urlaub um das Kapitel "Großbritannien" abzuschließen. Preislich erklimmt das Land Regionen, wo man sagt "ne nicht mehr mit mir". Auch die Kommunikationsbereitschaft der Briten hat schwer nachgelassen. Von 100% der Jugendlichen rennen 95% mit ihrem Mobiltelefon in der Hand rum ständig der Angst ausgeliefert zu sein, nicht nach dem ersten Klingeln rangegangen zu sein (die "Erwachsenen" sind nicht viel besser). Ich habe es einmal erlebt, als eine junge Dame ihr Mobiltelefon in der Handtasche hatte und das Ding zu klingeln angefangen hatte. Man glaubt gar nicht, wie hektisch und pansich ein Mensch reagieren kann. Die Tante war einem Herzinfarkt schon sehr nahe und sichtlich erleichert, als sie das Ding nach dem dritten Klingeln endlich herausgewühlt hatte. Welch peinliche Situation ihren Freundinnen gegenüber. Und im Pub hockt jeder auf seinem Arsch und starrt wie gebannt auf das Minidisplay seines Mobiltelefons. Selbst mitten im Gespräch wird einfach das Telefonieren begonnen oder mal schnell eine SMS getippt. Betragen? Fehlanzeige. Und das nervt mich extrem. Ich habe ja auch eines von diesen Quälgeistern, aber ich hänge nicht sklavisch an diesem Teil; ganz im Gegenteil zu den Briten. Eigentlich schade. Aber das muß das Volk selber auf die Reihe bekommen. Für mich war es das erst einmal.

Mittwoch, 12. Oktober 2011
Gegen 22 Uhr bin ich gestern ins Bett gegangen. Das Problem ist ja, daß, man die Uhr wieder eine Stunde vorstellen muß und das verkürzt die Nacht zusätzlich. Die Überfahrt war extrem ruhig, lediglich als wir Zeebrugge nähergekommen sind, wurde die See etwas unruhig. Aber nicht beunruhigend. Eine zwar etwas kurze aber dennoch erholsame Nacht liegt hinter mir. Aufstehen war wie immer um 6 Uhr 30 mit der üblichen Prozedur. Um 7 Uhr ging es zum Frühstück. Diesmal keine Rentner die ziellos umherirrten. Ich war fast der Einzige und konnte so in Ruhe frühstücken. Und dann ging es zum finalen Höhepunkt. Die letzten Pfunde mußten unter die Leute gebracht werden. Für Papa habe ich wie eigentlich jedes Jahr eine Flasche Gin ("Beefeater", den er über alles liebt) und ich mir seit ich weiß nicht vielen Jahren mal wieder eine Flasche Whisky ("Jura", 12 Jahre) gekauft. Damit waren von den restlichen £55 nur noch £10 übrig. Vielleicht verjuble ich die noch irgendwie oder hebe sie als Erinnerung auf. Irgendwann werde ich mit Sicherheit wieder fahren. Mittlweile nähern wir uns dem Hafen. Man kann ihn schon am Horizont sehen. Wird auch Zeit, denn es ist 8 Uhr 15 und die geplante Ankunftszeit soll 8 Uhr 45 (also 15 Minuten später als üblich) sein. Schließlich müssen wir ja auch noch vom Schiff runter und mir stehen noch knapp 800 Kilometer bevor. Ich hoffe, daß ich relativ gut durchkommen werde. Das Wetter macht allerdings keinen guten Eindruck. Es ist stark bewölkt und etwas nebelig. Ob es regnet und ob warm oder kalt es ist, kann ich noch nicht bestimmen. Da müssen wir bis zur endgültigen Ankunft warten. Ankunft in Zeebrugge war wirklich um 8 Uhr 45 erreicht. Bis wir vom Schiff runter waren, war bereits 9 Uhr 15 weil das hydraulische Deck wieder gesponnen hatte (wie eben auch auf der Hinfahrt). Es dauerte nicht lange und es begann zu regnen. Dieser hielt dann auch bis nach Hause an. Danke! Brüssel ist um 10 Uhr 30 erreicht. Der Verkehr ist relativ gering, Staus und Baustellen gab es so gut wie kaum. Weiter Richtung Deutschland. Die Grenze ist gegen 11 Uhr 30 erreicht. Danach heißt es tanken im "Aachener Land" (der Liter Super bleifrei für 160,4 Cent). Der Regen nimmt langsam zu. 13 Uhr Koblenz, 14 Uhr Frankfurt. Die A3 ist die reinste Baustelle. Mit drei Baustellen von alleine jeweils 10 Kilometer Länge machen einem zu schaffen. Die kleinen Baustellen gar nicht mitgerechnet. Aber auch in Deutschland ist der Verkehr ziemlich gering. Das ist man, besonders auf der A3 nicht gewohnt. Daher ging es relativ flüssig voran. Abgesehen von die vielen Vollidioten, die einem das Autofahren echt versauen können. Wenn man nicht Autofahren will, soll man doch den Bus oder die Bahn nehmen, aber nicht mit 90 auf der linken Spur dahinschleichen Da sind ja die Lkws schneller. Auf jeden Fall ist um 15 Uhr 45 ist Nürnberg erreicht und um 16 Uhr 10 konnte ich erleichtert meine Haustüre aufschließen. Und ein Parkplatz vor dem Haus gab es auch noch dazu. Ansonsten hätte ich Papa's Garage benutzt. Er und Mama sind eh im Urlaub. Ausgepackt ist schnell und nun noch zum Einkaufen, denn der Kühlschrank ist leer bzw. alles brauchbare ist im Gefrierfach. So, das waren 33 Urlaube in 21 Jahren. Wann der nächste Urlaub in Großbritannien auf dem Plan steht, steht in den Sternen. Für kommendes Frühjahr ist erst einmal ein Urlaub auf Korsika geplant. Da habe ich über den Winter genug Zeit, mein französisch wieder auf Vordermann zu bringen. "Good bye and see you later".
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