Campbeltown, der Westen und die Insel Mull
1. Allgemeines über den Westen Schottlands und die Isle of Mull:
Die Isle of Mull ist drittgrößte Insel der inneren Hebriden und liegt an der Nordwestküste Schottlands, die zum Argyll & Bute Council gehört. Das Zentrum der Insel ist Tobermory (gälisch: Tobhàr Mhoire) mit 650 Einwohnern. Insgesamt leben auf der Insel etwa 3.500 Menschen. Bei Dervaig befindet sich in einem ehemaligen Kuhstall das kleinste Theater Großbritanniens mit nur 43 Sitzplätzen.
Die gesamte Insel ist das Resultat der langwährenden Erosion der letzten 30 bis 40 Millionen Jahre: Sie besteht größtenteils aus Basalt.
Geschichte:
Anhand gefundener Speerspitzen wird vermutet, daß die ersten Menschen Mull ca. im Jahre 6000 v. Chr. besiedelt haben. Während der Bronzezeit erbauten die Bewohner Mulls einen Steinkreis, weitere Menhire, sowie zwei Brochs.
Im 14. Jahrhundert wurde Mull Teil der starken Lordship of the Isles. Nach dem Zusammenbruch der Lordship im Jahre 1493 wurde die Herrschaft der Insel durch den Clan der Maclean übernommen, der im Jahre 1681 vom Clan der Campbells abgelöst wurde.
Während der Clearances im 18. und 19. Jahrhundert sank die Zahl der Bewohner von 10.000 auf unter 4.000.
Inzwischen ist Mull eine touristisch gut erschlossene Insel und eine Zwischenstation für zahlreiche Pilger, die über Mull nach Iona gelangen. Mit großen Reisebussen vom Fährhafen ist die Insel auf meist einspurigen Straßen am besten zu besuchen.
Mull ist per Fähre von Oban und Ardnamurchan aus zu erreichen. Von Mull aus verkehren Ausflugsboote auf die kleinen Inseln Iona und Staffa.
Die Isle of Iona (früher unter dem Namen "Hy" bekannt) ist eine Insel der Inneren Hebriden in Schottland, westlich der Isle of Mull gelegen und mit der Fähre ab Fionnaphort in 5 Minuten zu erreichen.
563 gründete Columba (weitere Informationen finden Sie weiter unten) dort ein Kloster. Von dort aus verbreitete sich der christliche Glaube in Schottand, Nordengland und in vielen Teilen Europas. Die südlichste Gründung ist Bobbio in Italien. Viele vermuten, daß das Book of Kells im 7.und 8. Jahrhundert in Iona verfaßt wurde. Die erste keltische Klosteranlage bestand bis ins 11. Jahrhundert. Es wurde durch Wikinger-Überfälle zerstört. Ein zweites Kloster entstand als Benediktiner-Abtei und Kathedrale der Inseln. Das Kloster bestand bis in die Reformationszeit.
Iona wurde auch zur Begräbnisstätte der Könige von Dalriada und ihrer Nachfolger, der frühen Könige von Schottland. Aber nicht nur schottische, sondern auch irische und sogar norwegische Könige ließen sich hier zur letzten Ruhe betten. Von dieser Begräbnisstätte, "Reilig Odhrain" genannt, ist heute nicht viel zu sehen. Die noch sichtbaren Grabsteine stammen aus der Zeit ab dem 13. Jahrhundert.
1938 gründete George MacLeod (später Rt. Rev. Lord MacLeod of Fuinary), Pfarrer der Church of Scotland in Govan (Glasgow) auf Iona wieder eine christliche Kommunität (die Iona Community), die Mission und soziale Arbeit betont. Ziel der Arbeit dieser Gemeinschaft ist es "neue Wege zu finden, die Herzen aller zu erreichen". Die Gemeinschaft tut dieses vor allem durch Jugendarbeit, neue Lieder und Gottesdienste und Gottesdienstbausteine und Einsatz für Gerechtigkeit und Frieden. Diese Gemeinschaft führt auch eine Bewegung an, die eine keltisch geprägte Form des Christentums (Keltische Kirche) wieder aufleben lassen will.
Die Isle of Staffa ist eine kleine, an der Westküste von Schottland gelegene Felseninsel, die zu den Inneren Hebriden gehört und sich etwa 10 Kilometer von nordöstlich von Iona befindet.
Die Insel ist unbewohnt, aber es legen täglich mehrere Ausflugsboote an. Staffa ist nur 200 mal 600 Meter groß, aber verfügt trotzdem über drei bekannte Sehenswürdigkeiten.
Die Basaltsäulen sind sechseckige Säulen aus Basalt, die sich beim Erkalten der Lava formten. Die Fingalshöhle ist eine durch die Kraft der Wellen geformte, 80 m lange und 10 m breite Höhle, die nach dem keltischen Sagenkönig Fingal benannt ist. Sie soll den Komponisten Felix Mendelssohn-Bartholdy zu seiner Hebridensinfonie inspiriert haben. Weiterhin gibt es auf Staffa eine Seevogelkolonie, zu der einige hundert Papageitaucher gehören.
Zu den wichtigsten Nachbarinseln von Staffa gehören Mull und Iona.
Columban von Iona:
Columban (Kolumban) von Iona (Columban von Hy, Columban der Ältere) wurde 521 in Gartan (Irland) geboren. Er entstammte der keltischen Adelsfamilie der O'Neill. Er zog als reisender Künstler, Dichter und Sänger durch Irland und wurde "Columcille" (Kirchentäubchen) genannt. Obwohl er kein Ordensmitglied war, gründete er zahlreiche Klöster.
Columban beging die erste bekannte Urheberrechtsverletzung der Geschichte und löste den Bücherkrieg aus, als er den hl. Finian in Drumm Finn besuchte und heimlich ein Buch aus dessen Bibliothek abschrieb. König Dermot in Tara urteilte: "Das Kalb gehört zur Kuh, die Kopie zum Buch". Columban verfluchte den König, der daraufhin gegen die mächtige Sippe Columbans in die Schlacht zog. Dreitausend Männer des Königs fielen, Columbans Sippe siegte, doch ein Engel befahl ihm, zur Buße so viele Männer zu bekehren wie im Bücherkrieg gefallen waren. Die umstrittene Evangelien-Kopie existiert angeblich noch heute - es soll das Buch "Cathach" (Krieger) sein, das in einem irischen Museum aufbewahrt wird. 563 landete Columban mit zwölf Gefährten in Iona (Schottland), von wo aus er die Pikten und Northumbrier missionierte. Am Morgen des 9. Juni 597 verstarb er in Iona. Noch mehr Informationen über St. Columba finden Sie unter "Schottland > Wissenwertes > Über St. Columba" oder direkt über diesen Verweis hier.

2. Wissenswertes über die hier hergestellten Whiskys:
Daß Campbeltown immer noch als eigenständige Region geführt wird, liegt an der Tatsache, daß Campbeltown bis in die 20er Jahre des 20. Jahrhunderts als eines der wichtigsten Zentren schottischer Whiskyherstellung galt. Hier existierten über 30 Destillierien, die nach dem die örtliche Kohlemine erschöpft war, allesamt die Produktion einstellten. Die drei Destillerien Glenyle, Glen Scotia und Springbank haben jedoch überlebt.
Obwohl Springbank noch zwei Single Malts produziert, läßt sich beim besten Willen kein eigene Geschmacksrichtung definieren. Ein gewisse Verwandschaft mit dem Whisky aus Oban läßt sich allerdings nicht ganz von der Hand weisen (-> regionale Nähe).
Die beiden auf Mull produzierten Whiskys (Tobermory und Ledaig) lassen sich auf der einen Seite geschmacklich in die Reihe der Speyide Whiskys einreihen und auf der anderen Seite tendieren sie ein bißchen in Richtung Campbeltown und Oban. Ganz eindeutig läßt sich das nicht festlegen; der Geschmack von Meer und Seetang ist jedenfalls inetnsiver als bei den Speyside Whiskys. Tobermory und Ledaig, beide aus der gleichen Destillerie unterscheiden sich im Malz. Für den Tobermory wird ungetorftes Malz und für den Ledaig getorftes Malz verwendet.
Eine Übersicht der Destillerien der Region Campbeltown finden Sie über diesen Link und der Insel Mull über diesen Link.
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