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Whisky richtig genießen
Ein gutes Glas Whisky richtig genießen...
... das ist eine Frage, die eine ganze Nation spaltet, die ganze Familien entzweit und die sogar Freundschaften in die Brüche gehen läßt.
Wir wollen an dieser Stelle nicht erklären, wie man sich genießerisch an einem Blended Whisky vergeht, sondern die Frage erörtern, wie man einen echten Scottish Single Malt richtig verkostet. Mit Sicherheit wird diese Seite eine Menge an subjektiven Aufschreien hervorrufen (ich kann sie jetzt schon bis nach Hause hören; hoffentlich gibt das keine böse eMails an mich! ;--) ), aber zum Glück hat jeder Mensch seine eigene Meinung, wie man einen richtigen schottischen Whisky verkostet. Daher will ich Ihnen hier nur ein paar grundlegende Informationen bzw. Tipps weitergeben.
- 1. Tipp: Die Gläser Verwenden Sie nie die üblichen dickbauchigen Whiskygläser, die so genannten Tumbler. Sie sind zwar überaus gängig und beliebt, sind aber auch vollkommen deplaziert, besonders wenn man einen Whisky zum ersten Mal verkosten will. Auf Grund ihrer breiten Öffnung verfliegt (ich weiß das Wort klingt Sch...) das Aroma rasend schnell und kann sich genau genommen garnicht erst richtig entwickeln. Verwenden Sie lieber die echten Nosing-Gläser, die unten breit, aber oben schmal sind, so daß sich das Aroma richtig entfalten, aber nicht verfliegen kann. Die Form dieser Gläser erinnert ein bisschen an ein Sherry-Glas. So können Sie den Whisky wirklich erschnuppern und all seine Nuancen richtig wahrnehmen. Der Whisky gibt seine Aromen erst nach ausgiebigem Schwenken im Nosing-Glas frei. Besonders in dieser Hinsicht sind diese Gläser erst recht zu empfehlen.
- 2. Tipp: Das Thema Wasser Wasser in den Whisky zu tun ist eine überaus schwierige Aktion. Viele Whiskyliebhaber sind der Meinung, daß Wasser im Whisky den Geschmack nur
verfälsche oder gar verwässere. Andere sind der Meinung, daß Wasser im Whisky diesen erst richtig zur Geltung bringe, also die Geschmacksaromen aufschließe. Und wiederum Andere sind der Auffassung, wenn überhaupt Wasser, dann nur das Wasser aus der Quelle, mit dem der Whisky hergestellt wurde (was wohl hinsichtlich der Beschaffung überaus schwierig sein dürfte). Wenn man schon unbedingt (heimisches) Wasser verwenden will, dann sollte man auf Leitungswasser gänzlich verzichten (wegen dem zugegebenen Chlor) und lieber auf ein stilles Mineralwasser mit geringem Mineralstoffanteil ausweichen; normales Mineralwasser mit Kohlensäure ist da weniger geeignet eben wegen der Kohlensäure. In einem Punkt sind sich allerdings alle Fraktionen einig: NIE Eis in den Whisky geben! Dabei geht es hier sicherlich weniger um die unbedeutenden Mengen an Wasser, die durch das Schmelzen der Eiswürfel freigesetzt werden, sondern mehr darum, daß das kalte Eis die Geschmacksnerven immer wieder lähmt und so die Geschmacksempfindung stark beeinträchtigt wird. Außerdem ist dies eine Unsitte der Engländer, und als "echter Schotte" tut man sowieso alles, was den Engländern nicht in den Kram paßt.
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3. Tipp: Die Temperatur Whisky ist wie so viele andere aromatragende Substanzen, stark von der Temperatur abhängig. Dies bedeutet, daß bei niedrigen Temperaturen die Entfaltung der Aromen zwar auch stattfindet, aber sehr stark zeitverzögert. Daher sollte man einen Whisky immer bei Raumtemperatur (etwa 18 bis 22 °C) verkosten. Denn erst bei höheren Temperaturen können sich die Aromastoffe bestens entfalten und man kann diese dann wesentlich besser wahrnehmen und auch differenzieren.
- 4. Tipp: Notizen machen Wenn Sie schottischen Whisky richtig "professionell" verkosten und sich die Geschmacksnoten notieren möchten, dann sollten Sie sich zu jedem Whisky Aufzeichungen machen. Von Hr. Prof. Walter Schobert oder von Michael Jackson gibt es im Buchhandel ein entsprechendes Buch, in dem man seine Verkostungsnotizen eintragen kann (den genauen Titel habe ich momentan leider nicht parat, aber Walter Schobert oder Michael Jackson sind absolute Fachmänner auf diesem Gebiet und man wird Ihnen in der Buchhandlung sicherlich gerne weiter helfen. Vielleicht hilft Ihnen aber auch das eine oder andere Buch aus meiner Literaturliste weiter). Ein Beispiel für ein solches Verkostungsformular finden Sie im Download-Bereich unter dem Namen "Verkostung" als pdf-Datei zum Herunterladen.
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5. Tipp: Beschreibung Die vielfältigen Geschmacknoten, die ein Whisky aufweisen kann, zu beschreiben, ist extrem schwierig. Dazu gehöhrt eine Menge Erfahrung und eine wirklich gut geschulter Gaumen. Zum teil sind ie Bezeichnungen oder Beschreibung auch recht blumig ausgedrückt. Da fallen dann Begriffe wie:
blumig, fruchtig, würzig, scharf, erdig, ölig, nussig oder grasig zur Beschreibung des Duftes
oder
süß, salzig, pfeffrig, rauchig, sauer, Karamell, Vanille, torfig, Tabak, Kaffee, schwefelig, Anis, Pfirsich, Zitrus, Minze oder Holz zur Beschreibung des Geschmackes.
Weitere Bezeichnungen sind jederzeit möglich und können auch vom jeweiligen subjektiven Eindruck des Verkosters abhängen. Ihnen sind hier kaum Grenzen gesetzt! Um sich einmal einen Überblick zu verschaffen, was man alles beschreiben kann, dann sehen Sie doch einmal auf Seite 77 des Buches Malt Whisky von Charles MacLean nach (Weitere Informationen im Literaturverzeichnis).
- Letzter Tipp: Dies ist wohl das Wichtigste Ich glaube, dies ist der beste Tipp. Lassen Sie
sich von niemanden seine Geschmacksempfindungen aufdrängen. Geschmack ist etwas subjektives und damit jedem Menschen sein eigen. Es gibt Genießer, die bei einem starken bzw. sehr ausgeprägten Torfgeschmack (siehe Islay-Whiskys) am liebsten den Whisky in den Ausguss kippen würden und es gibt Genießer, die am liebsten die ganze Flasche auf einmal austrinken würden. Beurteilen Sie den Whisky so wie Sie ihn empfinden und stellen Sie sich eine Liste von Sorten zusammen, die Sie am liebsten mögen. Und wenn Sie der Meinung sind, ein paar Tropfen Wasser tun dem Whisky gut, dann tun Sie diese paar Tropfen rein, auch wenn andere der Meinung sind, das wäre verkehrt. Sie sollen sich daran so erfreuen, wie Sie es mögen und nicht wie andere es wollen oder gar verlangen!

In diesem Sinne "Slàinte mhath!"
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