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Ein kurzer Abriß über die Entstehung der keltischen Sprachen
Hier finden Sie einen kurzen Abriß über die Entstehung der keltischen Sprachen (nördliches Europa). Die keltischen Sprachen sind eine Gruppe von Sprachen, die in Europa gesprochen wurden und noch heute werden. Dazu gehören das Schottisch-Gälische, das Irisch-Gälische, das Manx, das Bretonische, das Walisische und das Kornische (siehe auch die oben stehenden Flaggen zur Untermauerung dieser Aussage). Bis auf das Kornische werden diese Sprachen im heutigen Leben noch gesprochen; ja zum Teil erleben diese alte Sprachen eine deutliche Wiederbelebung (da sind besonders das Manx und vor allem das Walisische zu nennen). Hingegen sind das Schottisch-Gälische (obwohl dies seit der Niederlage von Culloden [16. April 1746] massiv unterdrückt wurde) und das Irisch-Gälische nie ganz aus dem Leben verschwunden und man versucht, diese ureigenste Sprache massiv wiederzubeleben.
In Irland ist dies kein Problem, denn besonders in der Region um Galway und besonders im Donegal lebt diese Sprache enorm auf. In Schottland sind dies vergleichsweise die Insel Skye, die Nordwest-Highlands und im Allgemeinen natürlich die Äußeren Hebriden.
- Systematisierung
- Abgrenzung und Merkmale
- Ursprüngliche Ausbreitung und Quellen
- Die heutige Verbreitung
- Heutige Sprachsituationen
- Auswirkungen
1. Systematisierung
Die keltischen Sprachen werden von der Sprachwissenschaft den indogermanischen (oder indoeuropäischen) Sprachen zugeordnet; sie sind also mit den germanischen, slawischen, indischen und anderen Sprachen dieser Gruppe verwandt. Eine Zeit lang wurde die keltische Gruppe der italischen Sprachgruppe (z.B. das Lateinische, aber auch das Oskische, das Umbrische und andere Sprachedialekte) am nächsten gestellt. Man sprach deshalb vom hypothetischen "Italo-Keltischen" als der Vorstufe von beiden. Diese Hypothese gilt mittlerweile als veraltet, da sie nicht ausreichend belegt werden konnte. Doch ist "Milano" (Mailand) zum Beispiel ein keltischer Ortsname mit der Bedeutung "Mitten auf der Ebene": in der ältesten (lateinischen) Überlieferung heißt die Stadt (mit lateinischer Flexion) "Medio-lan-um"; wäre das jedoch wirklich eine italische Form, müsste sie etwa "Medio-plan-um" lauten. (Indogermanisches p verschwindet im Keltischen).
2. Abgrenzung und Merkmale
Ob es sich beim Keltischen sowohl wie beim Indogermanischen um jeweils Einzelsprachen oder um Gruppen von Sprachen oder Dialekten handelte, ist umstritten, zumal es sich bei der Auftrennung in Einzelsprachen um einen Entwicklungsprozess handelte, der einen längeren Zeitraum beanspruchte. Das Keltische bildete jedoch innerhalb des Indogermanischen eine eigenständige Gruppe, die vermutlich durch eine geographische Trennung von den übrigen gesprochenen Dialekten/Sprachen entstanden war. Wann diese Trennung genau stattfand, ist wohl nicht mehr überzeugend zu rekonstruieren, möglicherweise während der Hallstattzeit ab dem 8. Jahrhundert v. Chr. Die Merkmale, die das Keltische von den anderen Dialekten/Sprachen unterschieden, sind jedoch weitgehend unumstritten, da sie aus den belegten keltischen Sprachen gut rekonstruiert werden konnten. Alle keltischen Sprachen können auf frühere Sprachstufen zurückgeführt werden, die alle folgenden Merkmale aufwiesen:
- Wegfall des indogermanischen Lautes /p/: altirisch athir ("Vater") aus indogermanisch *pHter (jedoch Wandel zu /x/ vor Plosiven: altirisch secht ("sieben") aus indogermanisch sept-; in p-keltischen Sprachen wurde ein "neues" /p/ aus /kw/ gebildet, im q-keltischen Irischen ist der Laut /p/ nur in Lehnwörtern und Wörtern mit bestimmten Lautkombinationen (z. B. /b/ + /h/ > /p/) vorhanden.
- Umbau des Vokalsystems (lange "Mittelvokale" /e/ und /o/ wurden zu /i/ bzw. /a/ oder /u/ (je nach Position im Wort): gallisch rix ("König", "Fürst") aus indogermanisch *reks; /e/ und /o/ wurden aus ererbten Diphthongen neu gebildet.
- Wandel des indogermanischen Lautes /gw/ zu /b/: altirisch bó ("Kuh") aus indogermanisch *gwous-.
- Wandel der indogermanischen silbentragenden Laute /l/ und /r/ je nach Lautumgebung zu /al/, /li/ oder /la/ bzw. /ar/, /ri/ oder /ra/.
Die typischen Merkmale der heutigen keltischen Sprachen wie die Anlautmutationen der inselkeltischen Sprachen oder auch die phonemische Palatalisierung in den goidelischen Sprachen sind auf spätere Entwicklungen zurückzuführen. In den belegten festlandkeltischen Sprachen sind diese Entwicklungen nicht (Palatalisierung) bzw. nicht eindeutig (Mutationen) nachweisbar. Diese Merkmale können daher nicht als gemeinkeltisch betrachtet werden.
3. Ursprüngliche Ausbreitung und Quellen
Die Verbreitung der keltischen Sprachen folgte im Großen und Ganzen der Wanderbewegung der keltischen Völker und erreichte dadurch vom Kerngebiet im südlichen Mitteleuropa aus auch der Iberischen Halbinsel, die Britischen Inseln sowie Kleinasien. Von der kontinentalen keltischen Kultur ist aus der Archäologie viel bekannt. Da die Kelten in der frühesten Zeit noch keine Schriftkultur betrieben, sind wir jedoch für die Kenntnisse ihrer hypotethischen Ursprache vor allem auf überlieferte Orts- und Personennamen sowie auf Rekonstruktionen aus den überlieferten Sprachen, auch vom Kontinent selbst, angewiesen.
In späterer Zeit hinterließen keltische Sprachen sprechende Volksgruppen hingegen sehr wohl schriftliche Zeugnisse, vor allem als steinerne Inschriften und auf Münzen. Dies geschah aber stets unter dem Antrieb anderer Völker, d. h. der Iberer in Spanien, der Römer in Gallien usw. Zusätzlich liegen griechische und römische Berichte vor, auf die sich die Forschung ebenfalls stützen kann, meist aber vor allem das äußere Erscheinungsbild und die Sitten der "Kelten" behandelten. Diese werden in solchen Berichten jedoch meist als eine ethnische Einheit behandelt, die sie wahrscheinlich nie bildeten, zudem ist es fraglich, ob bei der Beschreibung fremder Völker immer strikt zwischen einzelnen Sprachgruppen unterschieden wurde, die wiederum mit ethnischen Gruppen nicht immer konform gingen. Die antiken Berichte sind wertvoll, aber mit Vorsicht zu lesen.
Auf dem Festland verschwanden in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung sämtliche keltischen Sprachen vor allem unter dem dominierenden Latein des römischen Reiches sowie durch die Ausbreitung der germanischen (d.h. der angelsächsischen) Sprachen. Aus frühmittelalterlichen Quellen geht hervor, daß möglicherweise noch im fünften Jahrhundert in der Gegend um Trier von einem Teil der Bevölkerung ein keltischer Dialekt gesprochen wurde. Nur vier festlandkeltische Sprachen sind, zum Teil recht spärlich, überliefert: das Gallische, das Keltiberische, das Lepontische und das Galatische. Von diesen Sprachen weicht das Keltiberische am Stärksten ab, die anderen drei Sprachen sind sich relativ ähnlich.
4. Dei heutige Verbreitung
Hingegen konnten sich keltische Sprachen auf den Britischen Inseln halten. Diese so genannten inselkeltischen Sprachen können in zwei Gruppen unterteilt werden, die britannischen Sprachen und die goidelischen Sprachen. Diese werden häufig auch als "p-keltisch" und "q-keltisch" genannt, obwohl diese Zuordnung nicht ganz zutreffend ist. In diese Gruppierungen zerfallen nämlich alle keltischen, nicht nur die inselkeltischen Sprachen.
Die östliche inselkeltische Gruppe, das Britannische oder auch Brythonische, umfasst das heutige Bretonische (in der Bretagne [Frankreich]), das Kornische, das weitgehend unbekannte und nur mit wenigen Wörtern überlieferte Kumbrische in Nordengland sowie das Walisische (oder Kymrische). Auch die Sprache der Pikten, die wir nur aus Ortsnamen Nordost-Schottlands kennen, gehörte möglicherweise dieser Gruppe an (Diese Aussage muß als schlichtweg FALSCH betrachtet werden: Denn in den meisten Literaturangaben zu diesem Thema wird nämlich das "Piktische" als eine Nicht-Indogermanische Sprache betrachtet und gehört somit nicht zu den keltischen Sprachen!). Eine gemeinsame Vorstufe dieser Sprachen ist nicht belegt, doch die frühmittelalterlichen britannischen Sprachen waren sich so ähnlich, daß man sich vielleicht ohne weiteres verstanden hat. Das Bretonische, das heute noch in der Bretagne gesprochen wird, gelangte infolge der angelsächsischen Eroberung der Britischen Inseln über Fluchtbewegungen von Cornwall nach Nordfrankreich (durch den Angelsächsischen Einwandererdruck von Nordosten her). Die kornische Sprache ist seit dem 18. Jahrhundert ausgestorben, wird aber mittlerweile wieder von etwa 1.000 Menschen gesprochen, während das Walisische mit etwa 500.000 Sprechern noch relativ stark verbreitet ist und in den letzten Jahren einer ungeheueren Wiederbelebung unterliegt. Jeder der einmal in Wales war, wird dies bestätigen.
Die westliche inselkeltische Gruppe, das Goidelische, besteht aus dem Altirischen und den drei davon abgeleiteten modernen Sprachen, dem Irisch-Gälischen, dem Schottisch-Gälischen (selten - nach dem Scots-Begriff "Erse" - als Ersisch bezeichnet) sowie dem Manx. Gälisch kam im frühen Mittelalter nach Schottland, im Zuge einer Expansion aus dem Norden Irlands (durch den Stamm der Dál Riata zu Zeiten von Kenneth I., "McAlpin" im 9. Jahrhhundert), die zum Untergang des piktischen Königreichs führte.
5. Heutige Sprachsituationen
Die Republik Irland bemüht sich, die Irische Sprache (die wie alle goidelischen Sprachen auch Gälisch genannt wird) zu erhalten. Schätzungen der Sprecherzahlen schwanken stark zwischen 10.000 und 70.000. Weniger staatliche Unterstützung erhält das Schottisch-Gälische, das von möglicherweise 20.000 Personen gesprochen wird. Gälisch wird vereinzelt auch in Nova Scotia (Kanada) gesprochen. Der letzte Muttersprachler des Manx starb in hohem Alter im Jahre 1974, doch wird die Sprache in den Schulen fakultativ unterrichtet. Allen keltischen Sprachen ist in verschiedenem Maße gemeinsam, daß die Alters- und Sozialpyramiden Ihrer Sprecher sehr ungünstig gestaltet sind. Dies bedeutet, daß sie vorwiegend von älteren Leuten gesprochen werden, die zudem häufig aus niederen sozialen Schichten stammen. In Irland wird dies jedoch wenigstens zum Teil durch einen hohen Anteil von Nicht-Muttersprachlern mit guten oder sehr guten Irischkenntnissen ausgeglichen, und auch in Wales trifft dieser Umstand nur bedingt zu.

6. Auswirkungen
In verschiedenen europäischen Sprachen hat sich ein bescheidener keltischer Wortschatz erhalten, auch in der deutschen Sprache (keltischer Wortschatz in der deutschen Sprache). Auch viele Orts- und Familiennamen, Gewässernamen und Ortsangaben in Mitteleuropa sind keltischen Ursprungs. So sind die meisten maskulinen Flußnamen in Deutschland (beispielsweise "der Rhein") keltischen Ursprungs, aber auch die Rhône (Bedeutung jeweils: "fließen").
7. Quelle
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